Straßenschäden in Millionenhöhe

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Auf der Bundesstraße 20 beim Böcklweiher ist die Böschungsschulter teilweise abgebrochen.

Berchtesgadener Land – Die schweren Unwetter am Wochenende haben neben Straßensperrungen auch viele Schäden an den überregionalen Straßen hinterlassen. Handelte es sich in den überwiegenden Fällen »nur« um Überflutungen und kleinere Muren, so kam es im Raum Berchtesgaden zu drei erheblichen Straßenschäden, die größere Sanierungsmaßnahmen nach sich ziehen werden. Das teilte das Staatliche Bauamt Traunstein gestern Nachmittag mit.


Der größte Schaden entstand entlang der Bundesstraße 305 westlich von Berchtesgaden zwischen Bahnhof und Gmundbrücke. Hier konnte die Stützmauer der Deutschen Alpenstraße der Wasserkraft der Ramsauer Ache nicht mehr standhalten. Auf eine Länge von rund 30 Metern wurden die Stützmauer zur Ache, der Gehweg und ein Teil der Fahrbahn von den Fluten weggerissen. Wenige Meter weiter klaffte ein riesiges Loch – ausgelöst wohl durch eine Unterspülung der Straße – in der Fahrbahn. Der Streckenabschnitt musste daher für den Verkehr gesperrt werden.

Nach der Einrichtung einer Verkehrssicherung mit Betongleitwänden kann die Straße in Fahrtrichtung Ramsau seit Sonntagabend bereits wieder einspurig befahren werden. Ziel ist es, in den nächsten Wochen mit Sofortmaßnahmen den Stützmauerbereich provisorisch zu sichern und die Fahrbahn soweit wieder herzustellen, dass ein provisorischer Betrieb in beiden Fahrtrichtungen wieder möglich ist. Für eine dauerhafte Sanierung zeichnet sich jedoch bereits jetzt ab, dass die gesamten Stützwände und die Fahrbahn der Bundesstraße 305 auf eine längere Strecke erneuert werden müssen. Hierfür hat das Staatliche Bauamt Traunstein die Planungen bereits aufgenommen. Die Planungen und der Bau werden angesichts des Schadensumfanges jedoch viele Monate dauern und Kosten in Millionenhöhe nach sich ziehen.

Starke Schäden an der Fahrbahn verursachte auch der Abbruch der Böschungsschulter an der Bundesstraße 20 am Böckl­weiher im Bischofswieser Ortsteil Strub. Ausgelöst durch eine Unterspülung, rutschte hier der Hang auf einer Länge von rund zehn Metern ins Tal. Ein Teil der talseitigen Fahrbahn wurde dadurch freigelegt. Hier wurde mittlerweile eine durch Betongleitwände gesicherte halbseitige Verkehrsführung mit Ampelanlage eingerichtet. Das Staatliche Bauamt beabsichtigt, den Hang in den nächsten Wochen wieder standfest aufzubauen, um den Verkehr dieser wichtigen Verkehrsachse baldmöglichst wieder ungehindert fließen zu lassen. Auch hier werden Kosten von mehreren hunderttausend Euro für die Sanierung anfallen.

Überraschende »Nachwehen« des Hochwasserereignisses zeigten sich am Montag vormittags auf der Bundesstraße 305 bei Gartenau östlich Berchtesgaden. Hier brach auf rund fünf Metern die Fahrbahn ein und hinterließ ein riesiges Loch. Auch an dieser Stelle kam es offensichtlich zu Unterspülungen und in der Folge zu großräumigen Auswaschungen unter der Fahrbahn. Nachdem der Schaden oberflächlich nicht zu erkennen war, kann von Glück gesprochen werden, dass es zu keinem Unfall kam. Die Stelle konnte mittlerweile abgesichert werden und der Verkehr wird mit einer halbseitigen Sperrung und einer Ampel geregelt.

Das Staatliche Bauamt Traunstein beabsichtigt, ab heute Dienstag die Schadensstelle zunächst provisorisch zu sichern. Die endgültige Sanierung kann erst geplant und umgesetzt werden, wenn nach Rückgang der Wassermassen in der Ache der Schadensumfang sichtbar wird und die Schadensursache eindeutig festgestellt werden kann.

fb/red

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