Noch einmal an den Wolfgangsee: Rotkreuz-Hospizmobil erfüllt Herzenswunsch

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Anja Toferer (Hospiz-Initiative Pongau), Josef Petter (Rotes Kreuz Salzburg), Willi Szedlarik und Brigitte Krispler (Rotes Kreuz Salzburg) mit dem Herzenswunsch Hospizmobil (von links). (Foto: Leitner/BRK BGL)

Salzburg/BGL – Wilhelm Szedlariks Herzenswunsch nach einer Krebsdiagnose: eine Fahrt nach St. Gilgen an den Wolfgangsee. Der 83-Jährige, der nach Bad Hofgastein geheiratet und dort nach der Hochzeit mit Ehefrau Helga (geborene Krauth) viele Jahre das örtliche Buch-, Papier- und Schreibwarengeschäft Krauth geführt hat, hat seinen Geburtsort besuchen wollen. Die Fahrt hat das Team vom Rotkreuz-Herzenswunsch Hospizmobil mit dem Krankenwagen des Roten Kreuzes des Berchtesgadener Landes Ende Juni organisiert – die erste Tour nach der coronabedingten Pause.


Der passionierte Segler verbindet unzählige Erinnerungen mit seinen Geburtsort, dem See. Sein großer Herzenswunsch daher: Noch einmal den Wolfgangsee sehen. Wilhelm Szedlariks Gesundheitszustand hat es ihm nicht mehr erlaubt, allein mit seiner Familie nach St. Gilgen zu fahren. Er hat sich an Anja Toferer von der Hospiz-Initiative Pongau gewandt und schließlich an das Rote Kreuz.

Seit 2019 erfüllt das Rote Kreuz Salzburg in Kooperation mit dem Bayerischen Roten Kreuz (BRK) schwer kranken Menschen mit dem Hospizmobil Herzenswünsche. Das voll ausgestattete, aber freundlich gestaltete Spezialfahrzeug bietet Passagieren mit gesundheitlicher Beeinträchtigung die Möglichkeit, Orte und Menschen, die ihnen am Herzen liegen, zu besuchen. Das Hospizmobil ist seit vergangenem Oktober nicht mehr im Einsatz gewesen. Umso mehr freut es alle Beteiligten, dass die Corona-Lage es nun wieder zulässt, Herzenswünsche zu erfüllen.

Die erste Fahrt in diesem Jahr hat vom Pongau ins Salzkammergut geführt. Familie Szedlarik ist von den beiden Rotkreuz-Helfern Josef Petter und Brigitte Krispler begleitet worden.

Wilhelm Szedlarik nennen Freunde und Familie Willi. In St. Gilgen hat er sein ehemaliges Wohnhaus, in dem mittlerweile seine Tochter lebt, besucht. Bei einem Spaziergang durch den Ort hat Willi alte Bekannte getroffen. Das hat frische Erinnerungen geweckt. »Ein wunderschöner Tag!«, schwärmt Ehefrau Helga Szedlarik. »Dass das Rote Kreuz das möglich gemacht hat, ist wirklich toll.« Sie hat sich für die »wunderbare Organisation bedankt.«. Das Rote Kreuz Salzburg und das BRK arbeiten seit jeher grenzübergreifend zusammen. Sie unterstützen sich bei Rettungseinsätzen und kooperieren seit 2019 auch, um mit dem Hospizmobil des BRKs Herzenswünsche zu erfüllen.

Das Hospizmobil ist ein Krankenwagen mit Tragestuhl, Pflegetrage, Sauerstoffgerät, Absauger und Notfall-Rucksack. Patienten können sitzend oder liegend transportiert werden. Freiwillige und diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegekräfte vom Roten Kreuz begleiten die Ausflüge. Zehn Mitglieder des Roten Kreuzes Salzburg unterstützen das Projekt ehrenamtlich. Menschen, die sich ihren Herzenswunsch erfüllen lassen möchten, kontaktieren das Rote Kreuz in Bayern. Nach einer detaillierten Besprechung des Wunsches entscheidet ein Gremium aus Ärzten, Pflegepersonal und Organisatoren, ob und wie der Wunsch erfüllt werden kann.

Den Patienten kostet die Aktion nichts. Die Verantwortlichen erkennen nahezu keine Grenzen – egal ob es ein Besuch eines Fußballspiels, eine Reise ans Mittelmeer oder eben ein Ausflug an den Wolfgangsee ist. Ob und wie ein Wunsch konkret umgesetzt werden kann, das entscheidet nach der Anmeldung ein eigenes Gremium.

Leute mit einem Herzenswunsch melden sich beim Bayerischen Roten Kreuz unter Telefon 08651/959046 oder per E-Mail an hospizmobil(at)kvbgl.brk.de. Die Aktion lebt vom Ehrenamt und von Spenden. Informationen dazu unter www.brk-bgl.de.

ml

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