weather-image
22°

Nachbesserung möglich – Dreistellige Millionenbeträge im Landkreis-Haushalt

2.0
2.0
Berchtesgadener Land: Ferienausschuss beschließt Haushalt für 2020 – dreistellige Millionenbeträge – Investitionen in Schulen
Bildtext einblenden
Der Landkreis will in die Schulen investieren. Geld erhält auch die Schnitzschule Berchtesgaden. (Foto: Christian Wechslinger)

Berchtesgadener Land – Im Haushalt des Landkreises Berchtesgadener Land geht es um große Summen, der Geldfluss und die Anlagewerte der Gebäude weisen dreistellige Millionenbeträge aus. Der Ferienausschuss des Landkreises stimmte dem Haushaltsansatz für das Jahr 2020 einstimmig zu, inklusive Haushalts-, Finanz- und Stellenplan mit einem Gesamtvolumen von 120 Millionen Euro. Der Anteil der 15 Städte und Gemeinden daran beläuft sich auf 52,2 Millionen Euro. Der Haushalt berücksichtigt ebenfalls erste Investitionen für den Neubau des Landratsamtes.


Der Ergebnishaushalt schließt mit 2.637.078 Euro bei Erträgen von rund 116,8 Millionen Euro und Aufwendungen von rund 114,1 Millionen Euro. Im Finanzhaushalt ergeben sich bei der Aufrechnung der Einzahlungen von rund 120,4 Millionen Euro und der Auszahlungen von 126,5 Millionen Euro ein Saldo von 6.111.139 Euro.

Anzeige

Einigkeit bestand über die Fraktionen hinweg, dass wirtschaftliche und gesellschaftliche Situationen durch die Corona-Krise noch Veränderungen mit sich bringen werden. Der Kreisrat und künftige Landrat, Bernhard Kern, merkte dazu an:

»Die Auswirkungen werden und können erst nach den Ausgangsbeschränkungen und nach Anlauf der Wirtschaft, des Tourismus und der Dienstleistungsbranche, die derzeit noch nicht absehbar sind, aufgezeigt werden.« Der neu gewählte Landrat bekräftigt aber zugleich, dass man in der aktuellen Lage im Landkreis Berchtesgadener Land eine Grundlage des Wirtschaftens brauche, wie ihn der Haushalt 2020 detailliert darlege.

Investitionen in die Schulen

Konkreter wird es, wenn man sich die einzelnen Bereiche ansieht. Landrat Georg Grabner gab einen ausführlichen Überblick zu den wichtigsten Posten. An erster Stelle steht die »Zentrale Verwaltung« des Landkreises mit einem Haushaltsansatz von 15.061.881 Euro. Dabei entfallen auf die innere Steuerung der Verwaltung mit 10,9 Millionen Euro mehr als zwei Drittel. Für den Bereich »Schule und Kultur« sind rund 12 Millionen Euro veranschlagt. Der Landkreis ist selbst Schulträger mehrerer Einrichtungen wie der Realschule in Freilassing, des Karlsgymnasiums in Bad Reichenhall und des Rottmayr-Gymnasiums in Laufen.

Zu den Schulen des Landkreises zählen ebenso das Sonderpädagogische Förderzentrums Bad Reichenhall sowie die Berufsfachschule für Holzschnitzerei und Schreinerei in Berchtesgaden, die Berufsschule in Freilassing mit Berufsfachschule für gastgewerbliche Berufe sowie die Berufsfachschule für Hotel- und Tourismusmanagement.

Stärken des Wirtschaftsstandortes

Für Grabner haben vor allem die Berufsschulen eine starke wirtschaftliche Bedeutung für den Landkreis. Viele Betriebe sind auf guten Nachwuchs angewiesen und daher sei es besonders wichtig, »die an unseren Schulen unterrichtete Ausbildungsberufe zu halten, neue anzusiedeln und den räumlichen und technischen Anforderungen an eine moderne Ausbildung und Schule nachzukommen.«

Bildungsregion Bayern

Als ein Markenzeichen des Kreistages bezeichnete er die Akzeptanz aller Schulinvestitionen in den letzten Jahren über alle Fraktionen hinweg. Für das Haushaltsjahr 2020 sind Schul-Investitionen von 4,8 Millionen Euro vorgesehen und bis 2023 weitere 18,4 Millionen Euro. Dabei gehe es um die Erweiterung des Karlsgymnasiums und des Sonderpädagogischen Förderzentrums in Bad Reichenhall. In Laufen um den Bauteil C des Rottmayr-Gymnasiums, in der Berufsschule Freilassing um eine neue Kfz-Halle und für die Holzschnitzschule in Berchtesgaden wurden Planungskosten für die Modernisierung eingerechnet.

Landrat Georg Grabner erinnerte in diesem Zusammenhang an ein Gütesiegel, dass den Landkreis als »Bildungsregion in Bayern« besonders auszeichnet. Es gelte die Qualität lokaler Bildungsangebote für Menschen aller Altersgruppen zu verbessern. An diesem Prozess wirken Kommunen, Jugendhilfe, Bildungsträger, Arbeitsverwaltung und Vertreter der Wirtschaft mit.

Als ein Leuchtturmprojekt bezeichnete der Landrat das seit 2009 bestehende Schülerforschungszentrum in Berchtesgaden. Junge Menschen würden so für Naturwissenschaft und Technik begeistert werden. Sie fänden später leichter Zugang zu entsprechenden Berufen. Der Landkreis fördert das Projekt mit knapp 250.000 Euro. Ebenfalls in Berchtesgaden werden 866.000 Euro in das Museum Schloss Adelsheim investiert. 91.000 Euro gehen an die Bad Reichenhaller Philharmoniker und für die »Berchtesgadener Handwerkskunst« ist ein Zuschuss von 54.700 Euro angesetzt.

Jugend und Soziales

Mit 18 Millionen Euro besteht im Bereich Jugend und Soziales der höchste Zuschussbedarf. Der deckt mit 9,8 Millionen Euro den Bereich »Kinder-, Jugend- und Familienhilfe« ab und mit 8,3 Millionen Euro die »Soziale Hilfe«. Im Fokus steht dabei der Grundsatz, dass »jeder junge Mensch ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit hat«.

Mit knapp 3,3 Millionen Euro fördert der Landkreis den Bereich »Gesundheit und Sport« und mit 5,3 Millionen Euro die »Gestaltung der Umwelt« mit Ausgaben für den Nahverkehrsplan, den Klimaschutz, die Energie-Agentur und für die Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice GmbH.

Gerd Spranger

Mehr aus Berchtesgaden