Markus Söder zeichnet Bergwacht-Bereitschaftsleiter mit silbernem Ehrenzeichen aus

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Martin Wagner erhält die Leistungsauszeichnung in Silber für besondere Dienste um die Bergwacht Bayern. Foto: Bergwacht Bayern
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Siegfried Fritsch erhält die Leistungsauszeichnung in Silber für besondere Dienste um die Bergwacht Bayern. Foto: Bergwacht Bayern

München/Freilassing/Marktschellenberg – Ministerpräsident Dr. Markus Söder hat zusammen mit dem neuen Landesleiter der Bergwacht Bayern, Thomas Lobensteiner (Siegsdorf) im Kaisersaal der Residenz in München die langjährigen Bereitschaftsleiter der Bergwachten Freilassing und Marktschellenberg, Siegfried Fritsch und Martin Wagner, mit dem silbernen Ehrenzeichen ausgezeichnet. Obwohl er selbst kein ambitionierter Bergsteiger sei, faszinieren ihn die Leistungen von Menschen im Alpinismus, am Berg und insbesondere in der Bergrettung, bekannte der Ministerpräsident in seiner Festrede. Im Besonderen, da es sich in Bayern um Frauen und Männer handelt, die sich der Aufgabe ehrenamtlich stellen.


Siegfried Fritsch kandierte 2021 nach drei Amtsperioden in Folge nicht mehr als Bereitschaftsleiter der Bergwacht Freilassing und wurde durch seinen Nachfolger Guido Fick abgelöst. Fritsch trat 1985 in die Bergwacht ein. Als aktiver Bergretter war er an sehr vielen, teils schwierigen Einsätzen beteiligt, die gemeinsam mit den Bergwachten Bad Reichenhall und Teisendorf-Anger im Einsatzleitbereich Saalachtal, aber auch in den heimischen Wintersportgebieten und rund um die Diensthütte seiner Bereitschaft am Seeleinsee im Hagengebirge stattfanden. Im März 2009 übernahm er von seinem Vorgänger Rudi Hiebl die Bereitschaftsleitung und führte die ehrenamtliche Gemeinschaft durch eine besonders anspruchsvolle Zeit: Die Einführung des Digitalfunks, wobei er als Fachmann aus der Leitstelle besonders gefragt war, und der Aufbau der Höhlenrettungswache für die Region Chiemgau, die durch die Bergwacht Freilassing organisiert und am Freilassinger BRK-Haus und am Mitterfeldener Feuerwehrhaus betrieben wird. Das etablierte System der organisierten und vernetzten Höhlenrettungswachen der Bergwacht Bayern wurde 2014 gleich zweimal hintereinander mit den zuvor in dieser Dimension nicht vorstellbar aufwendigen und komplexen Rettungsaktionen in der Riesending-Schachthöhle am Untersberg und in der Jack-Daniels-Höhle im Tennengebirge erfolgreich auf die Probe gestellt, wobei Fritsch an beiden Rettungseinsätzen aktiv beteiligt war.

Martin Wagner ist seit 1988 in der Bergwacht Marktschellenberg aktiv und war nach seiner Tätigkeit als Ausbildungsleiter zunächst seit 2005 zwei Amtsperioden lang stellvertretender Bereitschaftsleiter und dann von 2013 bis 2021 weitere zwei Amtsperioden Bereitschaftsleiter, wobei er heuer nicht mehr kandidierte und von seinem bisherigen Stellvertreter und jetzigen Nachfolger Franz Wembacher abgelöst wurde (wir berichteten). Martin Wagner hat vor über 20 Jahren die gemeinsam von Bergwacht und Wasserwacht organisierte und betriebene Canyon-Rettungsgruppe für die Chiemgauer und Berchtesgadener Berge gegründet und mit aufgebaut und war als Hundeführer in der Such- und Lawinenhundestaffel Chiemgau bei unzähligen Vermisstensuchen und Lawineneinsätzen gefordert. Größter und komplexester Einsatz war die tagelange Rettung aus der Riesending-Höhle im Untersberg, wobei er als Bereitschaftsleiter und Einsatzleiter der örtlich zuständigen Bergwacht Marktschellenberg wesentlich am glücklichen Ausgang der internationalen Rettungsaktion beteiligt war. „Martin wird als Kamerad sehr geschätzt und ist eine große Stütze in seiner Bereitschaft“, lobt Lobensteiner.

Lobensteiner verwies in seiner Ansprache auf die Herausforderungen der Zukunft: „Der zunehmende Bergtourismus wird die Einsatzzahlen steigen lassen, aufwendige Suchmaßnahmen und Nachteinsätze nehmen zu, Starkniederschläge erreichen zunehmend den Alpenraum, der Klimawandel wird auch Auswirkungen auf die Einsatztaktik der Bergwacht haben. Die steigenden Herausforderungen des Arbeitsschutzes müssen bergwachtadäquat umgesetzt werden, um nur einige Punkte zu nennen.“ Für den Ausbau  des Bergwacht-Zentrums für Sicherheit und Ausbildung (ZSA) zu einem zentralen Ort für die Aufgaben der Zukunft brauche es eine Unterstützung durch den Freistaat Bayern. „Wir planen für den Themenbereich „alpine Sicherheit“ ein Zentrum, um alle Beteiligten im alpinen Geschehen an einen Tisch zu holen und gemeinsam eine langfristige strategische Zukunftssicherung von Bergrettung, Tourismus und Umweltschutz zu gewährleisten.“ Lobensteiner bedankte sich abschließend für die Durchführung der Ehrung in diesen besonderen Räumlichkeiten des Freistaats und stellte zudem gegenüber dem Ministerpräsidenten heraus: „Die Ehrung durch Sie persönlich ist ein deutliches Zeichen der Wertschätzung  von Ihnen und der bayerischen Staatsregierung für ihre Bergretterinnen und Bergretter.“

fb/red

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