Landfrauen starten Plätzchenaktion

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Die Kreisbäuerin des Landkreises Berchtesgadener Land bei der Zubereitung der »Orangenzungen«. (Foto: Maria Horn)

Berchtesgadener Land – Kenner und Naschkatzen schätzen die feinen, süßen vorweihnachtlichen Backwaren der Landfrauen aus dem Berchtesgadener Land. Seit vielen Jahren gab es die Möglichkeit, sich am Stand der Bäuerinnen beim Christkindlmarkt der Lebenshilfe Berchtesgadener Land mit feinen Plätzchen aus der bäuerlichen Backstube zu versorgen.


Doch heuer ist alles anders: Der Christkindlmarkt wurde abgesagt. Jetzt haben sich die Landfrauen eine Alternative überlegt, wie sie ihrer treuen Kundschaft doch zu einem vorweihnachtlichen kulinarischen Genuss verhelfen können: Es gibt eine Bestellaktion und die Plätzchen können dann an verschiedenen Orten abgeholt werden.

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»Auch wir Landfrauen sind durch die Corona-Pandemie enorm in unseren Aktivitäten eingeschränkt«, bedauert Kreisbäuerin Maria Krammer. Denn die Bäuerinnen aus dem Landkreis bringen sich üblicherweise das ganze Jahr über mit verschiedensten Aktivitäten in das gesellschaftliche Leben ein.

Eine herausragende Aktion ist jedes Jahr die Teilnahme am Christkindlmarkt der Pidinger Werkstätten der Lebenshilfe. An den beiden Öffnungswochenenden wird ein großer Verkaufsstand betreut. Nicht nur die selbst gebastelten Dekoprodukte finden dort reißenden Absatz, vor allem sind es die kulinarischen Leckereien, die seit Jahren die Kunden anlocken. So sind es nicht nur feine Marmeladen, Aufstriche oder Säfte, vor allem das süße Naschwerk der Vorweihnachtszeit lässt die Herzen der Kundschaft höher schlagen.

»Wir haben Besucher, die kommen eigens aus dem Salzburger Nachbarland und holen sich Plätzchen«, so die Kreisbäuerin. Denn Kenner wissen: die Bäuerinnen haben oftmals feine, traditionelle Rezepte, die von Generation zu Generation überliefert worden sind.

»Die Bäuerinnen, die für unseren Kreisverband backen, achten natürlich darauf, dass nur die besten Produkte aus der Region in die Plätzchen kommen. Von der heimischen Butter bis hin zu hofeigenen Erzeugnissen wie Marmeladen oder Honig. Die Verbraucher können sich verlassen, dass sie bei uns nur erstklassige Ware bekommen«, unterstreicht Maria Krammer. »Und da hat auch jede Bäuerin ihren eigenen Stolz, dass nur die besten Produkte verkauft werden.« Die Tradition des »Guatlba-chas« so wie das Plätzchenbacken im bayrischen Dialekt genannt wird, wird auf den heimischen Höfen hoch gehalten, und ist wesentlicher Bestandteil der vorweihnachtlichen Aktivitäten.

Die Landfrauen backen bei ihrer Plätzchenaktion nicht aus Eigennutz, denn der Erlös aus dem Verkauf fließt in die Finanztopf der Katholischen Dorfhelferinnenstation Berchtesgadener Land. Das wird auch heuer so gehandhabt. Nachdem es nun keine Möglichkeit gibt, die vorweihnachtlichen Erzeugnisse am Verkaufsstand anzubieten, starten die Landfrauen eine Plätzchenverkaufsaktion.

Bestellungen nimmt die stellvertretende Kreisbäuerin Maria Walch entweder telefonisch unter 08652/63863 oder per E-Mail unter bern-egg@gmx.de entgegen. Die Plätzchenbestellungen müssen bis Dienstag, 1. Dezember, eingegangen sein.

Die Planungen sehen vor, dass die Abholung der Plätzchen dann in den einzelnen Ortsverbänden erfolgt. »Wir schauen jetzt mal, woher die Bestellungen kommen und werden dann rechtzeitig bekannt geben, bei welcher Bäuerin sie abgeholt werden können«, erklärt Maria Krammer. Bis dahin wird in den bäuerlichen Backstuben fleißig gebacken und manches Lieblingsrezept hervorgeholt.

Die Kreisbäuerin selbst setzt auf »Orangenzungen«, die sie aus ihrer Schulzeit kennt. »Das Rezept stammt aus dem Kloster St. Zeno, dort haben wir diese im Rahmen unseres Hauswirtschaftsunterrichts gebacken. Wenn sie auch in der Zubereitung aufwendig sind, aber sie sind einfach ein Genuss«, erzählt Maria Krammer. Und eine kleine süße Versuchung, gerade in diesen schwierigen Zeiten, darf sich wohl jeder mal gönnen.

Maria Horn

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