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Kopfschmerzen im Supermarkt – Berchtesgadener Bürger halten sich an die Maskenpflicht

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Berchtesgaden: Bürger halten sich an die Maskenpflicht – Kopfschmerzen im Supermarkt
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RVO-Mitarbeiter Claus Grassl achtet darauf, dass die Schüler den Mindestabstand einhalten. (Foto: Christian Wechslinger)

Berchtesgaden – Seit Montag besteht in Deutschland eine Maskenpflicht, um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Sie sind allerdings nur in Geschäften und in Öffentlichen Verkehrsmitteln aufzusetzen. Doch wie gehen die betroffenen Einheimischen mit der Situation um? Viele Fachleute und auch mehrere Befragte halten von der neuen Maskenpflicht nicht allzu viel, weil ein nötiger Abstand von mindestens eineinhalb Metern auch ohne Maske vor einer Ansteckung schützen soll.


Mitarbeiter der Supermärkte beklagen sich über die Schutzmasken. Der Leiter eines großen Geschäfts am Triftplatz gibt sein Personal täglich eine Einweisung in den Arbeitstag. Dabei haben die Mitarbeiter die Wahl zwischen einer Einmalmaske und einer vom Markt zur Verfügung gestellten Maske.

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Mehrere Kassierer wiesen auf die Probleme dieser Maßnahme hin. Einige klagen sogar über Sauerstoffmangel, Kopfschmerzen, Schwindelgefühle und ein schlechtes Allgemeinbefinden, wenn sie eine Maske tragen.

»Sechs Stunden am Stück halte ich das nicht aus. Es ist schon eigenartig, dass wir einige Zeit völlig schutzlos den Kunden gegenübersaßen. Nach einiger Zeit bekamen wir dann Plexiglas-Trennwände, die jedoch beim Kassieren auch keinen völligen Schutz boten. Und jetzt auf einmal kommt man uns mit einer Maskenpflicht«, beschwerte sich eine Kassiererin. »Ich hätte nicht gedacht, wie belastend diese Maske sein kann«, so eine weitere Mitarbeiterin.

Ein Kollege berichtete, dass er Kopfschmerzen und Atemprobleme wegen der Maske hatte. In den Modehäusern sieht es hingegen anders aus. Die Mitarbeiter der verschiedenen Geschäfte hatten unterschiedliche Meinungen zu der Maskenpflicht – gerade was die Kundschaft betraf.

In ein alt eingesessenes Berchtesgadener Modehaus verirrten sich am Montagvormittag nur wenige Kunden, während sich ein anderes Modehaus mit der Wiedereröffnung durchaus zufrieden zeigte. Doch dies passt in die Zahlen des Handels, wie dem »Berchtesgadener Anzeiger« mitgeteilt wurde. Man sei erst bei 40 Prozent, da viele Menschen derzeit nicht bereit sind, in Mode-Accessoires zu investieren.

Die Mitarbeiter des Regionalverkehrs Oberbayern (RVO) befolgen die strengen Richtlinien. Claus Grassl und Teamleiter Christian Bründl achten darauf, dass die Schüler beim Einstieg die Mindestabstände einhalten und auch eine Maske tragen. Grassl hat sogar welche dabei, falls unter den Fahrgästen Bedarf besteht. Einer der Busfahrer plante, am nächsten Tag seine Kramperllarve aufzusetzen, um den Sinn der Anordnung in Frage zu stellen.

Allgemein gehen die Meinungen zur Maskenpflicht stark auseinander. Während einige Befragte die Anordnung kommentarlos akzeptieren, hat die Mehrheit der Befragten dazu eine andere Auffassung. So hätte die jetzt eingeführte Maskenpflicht vor fünf Wochen einen Sinn ergeben, lautete der Tenor. Jetzt, da die Infektionszahlen sehr moderat seien, halten viele Bürger diese Pflicht für grenzwertig.

Allerdings drohen bei Verstößen gegen die Anordnung empfindliche Bußgelder. Privatpersonen müssen 150 Euro bezahlen, Ladenbesitzer sogar bis zu 5000 Euro, falls sie die Maskenpflicht verletzen. Dennoch versuchen alle, das Beste aus der Situation zu machen. Einige beweisen sogar Kreativität und Modebewusstsein: In manchen Geschäften ließ sich eine bunte Vielfalt bei den selbst gefertigten Masken beobachten.

Christian Wechslinger

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