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Impfungen durch mobile Teams werden fortgesetzt – Ü80-Jährige werden schriftlich benachrichtigt

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Diskussion Impfstoffbestellung
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Foto: Sven Hoppe/dpa

Berchtesgadener Land – Das Landratsamt informiert über aktuelle Entwicklungen im Impfzentrum.


Die Pressemitteilung des Landratsamtes im Wortlaut:

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Durch mobile Teams und das Impfzentrum Berchtesgadener Land in Ainring konnten bisher 750 Impfstoffdosen des Vakzins von Biontech/Pfizer verimpft werden. Es wurden insbesondere Bewohner und Mitarbeiter in Alten- und Pflegeeinrichtungen, Mitarbeiter in Kliniken und im ambulanten Pflegedienst geimpft. Die bisher verabreichten Impfungen wurden sehr gut vertragen. Es kam zu keinen nennenswerten Nebenwirkungen.

Nach Erhebungen des Landratsamtes gibt es etwa 8200 Personen im Landkreis Berchtesgadener Land, die über 80 Jahre alt sind. In den verschiedenen Alten- und Pflegeeinrichtungen leben insgesamt ca. 1550 Menschen, von denen wiederum 1100 Personen ein Alter von über 80 Jahren haben. In den Alten- und Pflegeeinrichtungen verrichten ca. 1700 Mitarbeiter ihren Dienst. Ziel ist es, zunächst die Bewohnerinnen und Bewohner in den Alten- und Pflegeeinrichtungen zu schützen. Dazu müssen zum einen die Bewohner selbst sowie ein gewisser prozentualer Anteil von Mitarbeitern geimpft werden. Parallel werden die Mitarbeiter in den Klinken geimpft, die insbesondere in kritischen Bereichen tätig sind (z. B. auf Intensiv- und Covidstationen). Anschließend soll die Gruppe der Über-80-Jährigen geimpft werden.

Der limitierende Faktor ist derzeit die verfügbare Menge des Impfstoffes, auf die das Landratsamt keinen Einfluss hat. Die Mengen werden zentral zugeteilt. Im Zeitraum 27. - 31. Dezember 2020 wurden gerade einmal 750 Impfstoffdosen geliefert. Seit 31. Dezember 2020 erfolgten keine weiteren Impfstofflieferungen mehr.

Die theoretische Kapazität im Impfzentrum liegt bei 280 Impfungen pro Tag zuzüglich den Kapazitäten aus den mobilen Teams in Höhe von 200 Impfungen. Somit ergibt sich eine Gesamtkapazität von 480 Impfungen täglich. Die nächsten Impfstofflieferungen sind für den 8. und 12. Januar 2021 angekündigt. Hier sollen jeweils 350 Impfstoffdosen zugeführt werden. Wann und in welchen Mengen weiterer Impfstoff folgt, ist derzeit nicht bekannt. Gesichert ist die Zulieferung der erforderlichen Impfstoffdosen für die Zweitimpfung, die im Regelfall exakt nach 21 Tagen erfolgt.

Im Vorfeld der Impfstoffanlieferung im Impfzentrum läuft die Planungsphase. Der ärztliche Leiter des Impfzentrums, Dr. Joachim Leßke und Micha Thomas vom Landratsamt Berchtesgadener Land stimmen sich dabei eng ab und planen den Einsatz der mobilen Teams sowie den Betrieb im Impfzentrum selbst. Diese Planungsphasen sind komplex. So muss die jeweilige Einrichtung bereits Vorarbeit leisten und die erforderlichen Unterlagen, wie Anamnesebogen und Aufklärungsblatt vorbereiten. Impfberechtigte Mitarbeiter können nach Aufforderung durch das Impfzentrum per Online-Terminvereinbarungstool einen Termin vereinbaren.

Durch den Verwaltungsleiter Arnim Schläfke wird der jeweilige Personaleinsatz geplant und für einen reibungslosen Betriebsablauf am Impfzentrum gesorgt. Derzeit hat der Personalstamm ca. 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (ohne Ärzte) erreicht. Anspruchsvoll wird die Arbeit, wenn nun Erstimpfungen mit Zweitimpfungen aufeinandertreffen. Hier ist eine vorausschauende Planung erforderlich, um ausreichend Kapazitäten vorzuhalten und einen reibungslosen Impfprozess zu bewerkstelligen. Die Herausforderung stellt dabei die Verarbeitungsdauer des Impfstoffes dar. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer wird in Bayern an sechs Standorten bei -75° ultratiefgekühlt. Während des Transportes an die jeweiligen Impfzentren der Landkreise taut der Impfstoff bis auf eine Temperatur im Bereich 2-8° auf. Im jeweiligen Impfzentrum wird das Vakzin in diesem Temperaturbereich gelagert. Mit Entnahme aus dem Ultratiefkühlschrank beginnt der Verarbeitungszeitraum. Dieser liegt bei max. fünf Tagen, wobei bereits ein Tag als Transporttag entfällt. Somit bleibt den Verantwortlichen im Impfzentrum ein Verarbeitungszeitraum von vier Tagen.

Wichtige Informationen zum Anmeldeverfahren im Impfzentrum

Derzeit erreichen das Landratsamt viele Anfragen von Bürgern, in denen nach dem Anmeldeverfahren oder direkt nach einem Termin gefragt wird. Das Landratsamt wird die Gruppe der Über-80-Jährigen schriftlich über die Möglichkeiten der Anmeldung informieren. Voraussichtlich wird diese Information um die Mitte des Monats erfolgen. Ebenso erfolgt eine Information über die Medien. Daher wird darum gebeten, derzeit von weiteren Anfragen abzusehen. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt steht fest, dass nur Termine vergeben werden, wenn auch Impfstoff vorhanden ist.

Hintergrundinformationen zur Auslieferung und Verarbeitung des neu zugelassenen Impfstoffs von Moderna

Der neu zugelassene Impfstoff von Moderna wird bei -25° gekühlt und transportiert. Mit dieser Temperatur wird er am Impfzentrum in Ainring angeliefert. Dort taut er im Kühlschrank auf eine Temperatur zwischen 2-8° auf. Nach dem Auftauen kann der Impfstoff von Moderna nicht mehr transportiert werden, dafür ist er für maximal vier Wochen haltbar. Somit wird aller Voraussicht nach der Impfstoff von Moderna nur im Impfzentrum selbst verspritzt.

Das Landratsamt rechnet nicht mit großen Lieferungen des Impfstoffes von Moderna. Im ersten Quartal erwarte man in Deutschland knapp zwei Millionen Dosen.

Die EU hat bereits 160 Millionen Dosen des Moderna-Impfstoffes bestellt. Insgesamt bekommt Deutschland nach Angaben des Gesundheitsministeriums über die EU 55,8 Millionen Impfdosen von Biontech sowie 50,5 Millionen Dosen der US-Firma Moderna. Doch auch die Impfdosen von Moderna werden nach und nach geliefert - wie auch die Impfdosen von Biontech. Moderna erwartet laut einer Mitteilung, im ersten Quartal 2021 zwischen 100 und 125 Millionen Dosen weltweit verfügbar machen zu können – der Großteil von 85 bis 100 Millionen Impfdosen geht dabei an die USA. Somit bleiben noch 15 bis 25 Millionen Dosen für Länder jenseits Amerikas. Nur ein kleiner Teil der Dosen dürfte auf Deutschland entfallen und ein noch weit geringerer Anteil an Bayern mit dem Landkreis Berchtesgadener Land.

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