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Ideen zum Knuspern und zum Flechten

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Immer für die Jugendlichen da: Juliane Rothaichner. (Archivfoto: Voss)

Berchtesgaden – Mit Freunden treffen? Fehlanzeige. Ins Kino gehen? Geht nicht. Für die Berchtesgadener Jugend gibt es zurzeit kaum Unterhaltungsangebote. Damit den Dirndln und Buben aber trotz allem nicht zu langweilig wird, hat sich das Team des Jugendtreffs im Mehrgenerationenhaus »Werk 34« etwas ausgedacht. Seit Beginn der Corona-Krise veröffentlichen Juliane Rothaichner, Elisabeth Worbs und Lisa Wittmann täglich »Ideen gegen Langeweile«. Diese sind auf der Instagram-Seite »werk__34« zu finden (mit doppeltem Unterstrich in der Mitte). Auch für Erwachsene ist der ein oder andere Tipp reizvoll.


Sozialpädagogin Juliane Rothaichner leitet den Jugendtreff. Dieser ist eine Anlaufstelle für junge Einheimische im »Werk 34« an der Bergwerkstraße 34 in Berchtesgaden. Immer dienstags und freitags gibt es hier die Möglichkeit, an verschiedenen Aktionen teilzunehmen. »Außerdem treffen wir uns normalerweise an jedem ersten und dritten Samstag im Monat«, erzählt Rothaichner. Diese Treffen gibt es natürlich derzeit aufgrund der Corona-Krise nicht. »Das ist schade, weil doch immer zwischen zehn und 35 Mädchen und Buben da waren«, sagt die 27-Jährige. An manchen Tagen im Winter kamen sogar bis zu 50 junge Leute.

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Als die Schulen geschlossen wurden – und zur selben Zeit auch das »Werk 34« – fragten sich die Schönauerin und ihr Team, wie es nun weitergehen soll. Untätig herumsitzen und die Jugendlichen einfach im Stich lassen, das wollte niemand. Also begannen die drei Frauen, sich »Ideen gegen Langeweile« für ihre Teenager einfallen zu lassen. »Außerdem veranstalten wir derzeit immer online Chats zur selben Zeit, in der normalerweise der Treff stattfinden würde«, erzählt die Sozialpädagogin.

Die Tipps lassen sich die drei selbst einfallen, teils holen sie sich auch Inspiration aus der Ideen-App »Pinterest« oder aus dem Internet. »Ein paar Dinge hätten wir eh im Treff gemacht. Die Jugendlichen wünschen sich auch manches, wie zum Beispiel bestimmte Rezepte.« Es seien auch Dinge, die die drei zu Hause selbst ausprobieren. »Wir sprechen uns ab und wer Lust auf etwas Bestimmtes hat, macht das.« So bereitete Juliane Rothaichner zum Beispiel selbst Granola zu, eine Art hausgemachtes Knuspermüsli. Davon machte sie Fotos und stellte sie im sozialen Netzwerk Instagram online. Dank einfacher Erklärung können die Kinder und Jugendlichen das zu Hause nachmachen. »Toll fand ich auch die Kresse-Eier von Elisabeth Worbs«, lobt die Jugendleiterin ihre Kollegin, die ebenfalls Pädagogin ist. Einer der neuesten Basteltipps dreht sich um Freundschaftsarmbänder.

Nicht nur über Instagram und Facebook, sondern auch über Telefon sind die Betreuerinnen mit den jungen Menschen im Talkessel verbunden. »Einige haben uns erzählt, dass sie wieder angefangen haben, zu puzzeln«, lacht Rothaichner. Zudem seien die Rückmeldungen zu den Bastel- und Rezepttipps positiv. Die 27-Jährige und ihre Kolleginnen sind bei der »Jonathan Sozialen Arbeit gemeinnützige GmbH« angestellt.

Bis alles wieder normal ist und das »Werk 34« wieder öffnet, nimmt sich das Team zum Ziel, möglichst täglich einen Tipp auf Instagram zu posten. »Vielleicht führen wir diese Reihe auch darüber hinaus fort«, überlegt Juliane Rothaichner laut.

Die insgesamt vier Jugendtreffs im Landkreis Berchtesgadener Land der Jonathan Sozialen Arbeit GmbH haben derzeit noch eine andere Aktion für Jugendliche gemeinsam angestoßen. Die sogenannte »Kreativ-Challenge«. Es handelt sich um einen Kunstwettbewerb für die Jugend im Berchtesgadener Land. Es gibt zwei Themen zur Auswahl: »Mein absolut schönster Sommer« oder »Wie ich aus der aktuellen Situation das Beste mache«. Wie die Dirndl und Buben die Themen umsetzen, bleibt ihnen überlassen. »Sie können malen, einen Song schreiben, einen Tanz choreografieren, einen Text schreiben ... das ist ganz egal«, erklärt Rothaichner. Für die besten vier Kunstprojekte gibt es einen Preis, Freizeitgutscheine.

Einsendeschluss ist Montag, 4. Mai. »Wer mitmachen möchte, der kann sich einfach bei uns melden, zum Beispiel über Instagram oder Facebook«, so die Sozialpädagogin. Man kann sein Projekt auch per Post an die Jonathan Soziale Arbeit GmbH schicken, die Adresse lautet Karl-Weiß-Straße 5 a, 83435 Bad Reichenhall.

Annabelle Voss

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