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Hoher Andrang auf das Corona-Testzentrum – Symptome, Tests, Quarantäne: So ist der Ablauf

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Berchtesgadener Land: Hoher Andrang auf das Corona-Testzentrum – Infos zur Allgemeinverfügung
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Dr. Wolfgang Krämer, Leiter der Gesundheitsämter Berchtesgadener Land und Traunstein, gab der Presse einen Überblick über die aktuellen Bestimmungen. (Foto: Gerd Spranger)

Berchtesgadener Land – Der Andrang am Corona-Testzentrum des Landkreises in Bayerisch Gmain wird seit einer Woche ständig größer. Wurden vergangene Woche an fünf Tagen noch 729 Abstriche vorgenommen, so haben sich allein am Montag und Dienstag bereits 580 Personen kostenlos testen lassen.


Daher hat das Landratsamt, wie berichtet, die Öffnungszeiten der Teststraße für Landkreisbürger mit Pkw ausgeweitet. Es ist jetzt wochentags täglich von 12 bis 18 Uhr geöffnet, »auch die nächsten zwei Samstage«, informierte Landrat Bernhard Kern in der Pressekonferenz am Dienstag. Das kommunale Testzentrum wird gemeinsam mit dem Kreisverband des Roten Kreuzes, mithilfe der Bundeswehr sowie dem Analysenlabor Eurofins betrieben. Es ist auf dem Gelände des ehemaligen Unternehmens Baustoffe Birkel (Theo-Birkel-Straße 5) eingerichtet.

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Für einen Test sind Ausweis, Smartphone mit installiertem QR-Code-Reader, die E-Mail-Adresse, ein eigener Stift und ein Mund-Nasen-Schutz für die Personen im Auto mitzubringen. Weitere Informationen gibt es online unter www.lra-bgl.de.

Erkrankte mit Symptomen haben sich weiterhin an den Hausarzt zu wenden. Für Fragen zu den aktuellen Beschränkungen ist im Landratsamt jetzt wieder unter der Nummer 08651/773151 ein Bürgertelefon eingerichtet. Es ist von Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr und am Freitag von 9 bis 12 Uhr erreichbar.

Dr. Wolfgang Krämer, Leiter der Gesundheitsämter in Traunstein und im Berchtesgadener Land, bekräftige auf der Pressekonferenz im Landratsamt, dass sich mit dem Abstrich die Quarantänezeit von 14 Tagen bei einem positiven Abstrich nicht verkürzt.

Die Nachverfolgung von Kontaktpersonen erläuterte er an einem Beispiel: »Bemerkt ein Betroffener etwa am Freitag erste leichte Symptome, die sich über das Wochenende hinweg erhärten, und geht am Montag zum Arzt, liegt ein Testergebnis dann meist am Mittwoch vor. Die Rückverfolgung greift dann zwei Tage vor dem Auftreten der ersten Symptome, was an diesem Beispiel dann der Mittwoch wäre.«

Kein Schulbesuch mit milden Symptomen

Da aktuell noch kein Impfstoff zur Verfügung steht, appelliert er eindringlich, die Gefahr von Infektionen durch Kontaktbeschränkungen und der konsequenten Einhaltung der AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) zu minimieren. Kinder mit milden Krankheitszeichen dürfen Schule und Kitas nicht besuchen, erst wenn sie 48 Stunden symptomfrei sind oder ein ärztliches Attest vorlegen können.

Insgesamt sei die aktuelle Situation sehr schwer einzuschätzen. »Wir leben in einer Grenzregion und es bestehen viele direkte Kontakte durch Berufspendler und Schüler in das Salzburger Land.« Hallein etwa registriere einen Sieben-Tage-Inzidenz-Wert von 130, im Tennengau ist er sogar auf über 300 gestiegen, in der Stadt Salzburg liegt er aktuell bei 62,6. Als kritischer Wert wird auch in Österreich eine Quote von 50 Infizierten pro 100.000 Einwohnern bewertet.

Bei allen an Covid-19 infizierten Menschen könne man nicht gleichzeitig von einer Erkrankung sprechen, führt Dr. Wolfgang Krämer aus. »Vor allem bei vielen jungen Menschen sind keine oder nur sehr milde Symptome erkennbar. Sie sind damit Träger des Virus, aber nicht erkrankt.« In den Krankenhäusern des Landkreises sei aktuell nur ein Patient an dem Virus erkrankt. Er liege aber nicht auf einer Intensivstation, informiert der Leiter des Gesundheitsamtes. Das Risiko tragen in erster Linie ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen, deren Immunsystem geschwächt ist.

»Wir wägen sorgfältig ab«

Entwarnung gab Angelika Niedl, eine Juristin des Landratsamtes, für Vereine und Fitness-Studios. »Das Training kann unter Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen ganz normal weiter geführt werden, das gilt auch die Bäder und Thermen.« Sie bekräftigt bei der Vorstellung der 14 Punkte umfassenden Allgemeinverfügung des Landratsamtes, dass man »eng mit Fachstellen und Betroffenen abstimme und immer auf die Verhältnismäßigkeit« achte.

»Wir arbeiten darum nicht so sehr auf Schnelligkeit, was etwa auch an der dreiseitigen Verfügung erkennbar ist. Wir wägen sorgfältig ab, denn es geht immerhin um die Einschränkung von Grundrechten.«

Gerd Spranger

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