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Fachkräfte haben gute Chancen

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Die angehenden Köche bereiteten ein für die Jahreszeit typisches Drei-Gänge-Menü zu. Der Warenkorb enthielt unter anderem Rosenkohl, eine Rehkeule mit Knochen und Maronen. Hier präsentiert Kochanwärter Achmadi seinen fertigen Rehbraten. (Foto: IHK)

Berchtesgadener Land – Die IHK für München und Oberbayern hat kürzlich in Freilassing die praktische Abschlussprüfung der gastronomischen Berufe durchgeführt. Die Staatliche Berufsschule Berchtesgadener Land stellte dafür die Räumlichkeiten zur Verfügung. Wie Berufsschulleiter Hermann Kunkel der Lokalzeitung gegenüber betonte, dürfen IHK-Prüfungen wie geplant stattfinden.


Das sei im Infektionsschutzgesetz so vorgesehen. Den jungen Leuten, die unmittelbar vor dem Eintritt ins Berufsleben stehen, sollen nämlich keine Nachteile entstehen. Das festliche Kostprobenessen, bei dem der Gastronomienachwuchs traditionell an die 30 Gäste aus der Kommunalpolitik, der Wirtschaft und Personen des Öffentlichen Lebens mit einem Drei-Gänge-Menü verwöhnt, fand pandemiebedingt nicht statt.

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Zur Winterprüfung kommen alle angehenden Köche, Hotel- und Restaurantfachleute aus dem südöstlichen Oberbayern nach Freilassing, während die Sommerprüfungen an weiteren Berufsschulen abgehalten werden. Heuer waren es 16 Köche, acht Hotelfachleute, vier Restaurantfachleute und vier Fachkräfte im Gastgewerbe, die an zwei Tagen auf ihre praktischen Kompetenzen hin geprüft wurden, wie Armin Rossmeier mitteilt.

Die schriftlichen Prüfungen waren bereits Ende November abgehalten worden. Zum Gespräch mit der Zeitung kam der Prüfungsvorsitzende der Industrie- und Handwerkskammer für München und Oberbayern für alle gastronomischen Berufe in die Aula, da die Schulküche in diesen speziellen Zeiten für die Presse nicht zugänglich ist.

Rossmeier erzählte von den großen Herausforderungen, vor denen viele Lehrlinge stehen. Weil etliche Betriebe in den diversen Lockdowns immer wieder komplett schließen mussten, würden den meisten Azubis insgesamt vier bis fünf Monate Betriebspraxis fehlen. Da gebe es einfach Defizite, so Rossmeier, was bei der Prüfung berücksichtigt werde. Außerdem müssten alle während der praktischen Prüfung eine FFP2-Maske tragen, was besonders bei den Köchen erschwerend hinzukäme.

Einen »Corona-Stempel« sollen die jungen Leute allerdings nicht bekommen. Denn manche Restaurants, die Essen zum Mitnehmen anbieten oder Hotels, die Geschäftsreisende beherbergen, hätten wiederum mehr Zeit als sonst gehabt für ihre Auszubildenden.

Der Online-Theorieunterricht habe gut funktioniert, berichteten die Fachlehrer Anja Glück, Georg Hackl und Martin Rudholzer. »Obwohl die Praxis fehlt, waren sie eigentlich immer gut drauf«, weiß Hackl aus der Zeit der Prüfungsvorbereitung zu berichten. Anja Glück, die für die Hotelfachleute, die Restaurantfachleute und die Restaurantfachgehilfen zuständig ist, merkt an, dass die Lehrlinge zum Teil gut von den Betrieben getragen worden seien. »Die Jugend ist hoffnungsvoller als die ältere Generation«, so ihr Empfinden.

Laut Rossmeier bietet die Kammer den Prüfungsabsolventen wegen der Corona-Krise dieses Mal einen besonderen Service: Wer von seinem Betrieb nicht übernommen wird, bekomme, wenn er die Prüfung bestanden hat, noch am selben Tag die notwendigen Unterlagen, um sich beim Arbeitsamt als arbeitssuchend registrieren zu können. So würde den jungen Leuten kein Tag verloren gehen und sie bekämen sofort ihr Geld. Schade findet er es, dass keine offizielle Freisprechungsfeier stattfindet darf. Insgesamt sieht der Prüfungsvorsitzende die Zukunft für die Absolventen jedoch positiv: Wenn die Gastronomie wieder öffnen darf, haben sie als Fachkräfte sehr gute Chancen.

Auch zwei Bildungsberater der IHK waren dieses Mal vor Ort, um sich einen Überblick über den Ablauf der Prüfungen zu machen. Die Aufgabenbereiche von Thomas Gebert von der Geschäftsstelle Rosenheim und Michael Rumpff von der Geschäftsstelle Mühldorf umfassen folgende Themen: Sie beraten nicht nur die Betriebe in Ausbildungsfragen, sondern sind auch Ansprechpartner für Azubis, Eltern und die Berufsschule. In Corona-Zeiten bekämen sie viele Anfrage in puncto Ausbildungsprämien und Kurzarbeitergeld, so Michael Rumpff, der unter anderem auch den hiesigen Landkreis betreut. Bei Fragen könne man ihn jederzeit kontaktieren (Infos unter www.ihk-muenchen.de).

Monika Konnert

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