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Engagement für eine eingesperrte Generation

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Franziska Böhnlein auf dem Salinenplatz. Hinter ihr soll heuer die Rollsportanlage gebaut werden. Somit haben die Jugendlichen einen Ort, um sich zu treffen. (Foto: Patrick Vietze)

Berchtesgaden – Ein holpriger Start in das Ehrenamt: Franziska Böhnlein ist seit September Jugendreferentin der Marktgemeinde Berchtesgaden. Zunächst musste sie kreativ werden, weil aktuell keine Treffen möglich sind – gerade für die Jugendlichen eine harte Zeit, wie Böhnlein dem »Berchtesgadener Anzeiger« sagte. Dennoch hat die Berchtesgadenerin einige Ideen entwickelt. Sie will die junge Generation über die Gefahren des Internets aufklären, einen Jugendausschuss etablieren und eine Klimawoche für Schüler durchführen. 


Firma Schnurrer, erstes Stockwerk, Konferenzraum: Am runden Tisch sitzt Geschäftsführerin Franziska Böhnlein, die nun auch Jugendreferentin ist. Sie blickt aus dem Fenster in Richtung Salinenplatz und sagt: »Bald werde ich täglich sehen, wie die Jugendlichen auf dem Skateboard oder Fahrrad vorbeifahren.« Die geplante Rollsportanlage hinter dem Bahnhof soll dieses Jahr gebaut und fertiggestellt werden. Viele Jugendliche beklagten sich, dass dieses Projekt zu lange dauert.

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Kommunikation über die sozialen Medien

Franziska Böhnlein hingegen versteht die Verzögerung. Vor Baubeginn hätten die Verantwortlichen den Emissionsschutz und den Boden begutachten müssen, damit es später keine Probleme gibt. »Die Qualität muss stimmen. Der Bürgermeister und die Gemeindemitarbeiter sind sorgfältig vorgegangen. Das will ich den Kindern und Jugendlichen näherbringen«, so Böhnlein. Sie will der jungen Generation einen Einblick in die Kommunalpolitik geben, um ein besseres Verständnis für solche Projekte zu schaffen.

Dabei kommuniziert sie über Facebook oder Insta-gram. Im Gegensatz zu formalen E-Mails seien soziale Medien sympathisch und menschlich. Hinzu kommt: »Die Jugendlichen sind kürzer angebunden. Sie können auch zu Hause von der Couch aus mit mir interagieren. Es läuft alles unbeschwerter.« Locker sei auch das Frage-Antwort-Spiel gelaufen, das sie zuletzt auf ihrem Instagram-Profil »banzi_b« veröffentlichte.

Dabei durften die Jugendlichen Fragen zum Gemeinderat stellen. Oft fragten sie Banales. Zum Beispiel: »Wie oft trifft sich der Gemeinderat?« Demnächst lädt die Jugendreferentin ein Video hoch, in dem sie die Fragen beantwortet. Das Projekt sei besser gelaufen als erwartet: »Ich war überwältigt, wie viele Anfragen kamen.« Weitere Beiträge dieser Art sollten folgen. Wichtig sei ihr, dass die Jugendlichen alles nachvollziehen können.

Entscheidender sei aber, die junge Generation in ihre Projekte einzubinden. Böhnlein will daher einen Jugendausschuss etablieren. Dabei können sich die Jugendlichen einmal im Monat mit der 25-Jährigen treffen und verschiedene Themen mit ihr besprechen. »So kann ich auf ihre Bedürfnisse eingehen«, sagt die Berchtesgadenerin. Jeder Jugendliche dürfe zu dem Treffen erscheinen. Die 25-Jährige erinnert sich noch gut, als sie in ihren Jugendzeiten Mitglied der »Jugend-AG« war. Damals organisierte sie gemeinsam mit Gleichaltrigen und der vorherigen Jugendreferentin Sabine Wimmer die Veranstaltung »Rock am Rathaus«. »Wir durften unsere Ideen umsetzen. Ich habe neue Kontakte geknüpft«, erzählt Böhnlein. Noch heute schwärmt sie von diesem Projekt.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der heutigen Ausgabe (Freitag, 29. Januar) des Berchtesgadener Anzeigers.

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