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Aus den vergangenen Monaten gelernt?

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iPads sollen auch am Gymnasium Berchtesgaden dabei helfen, den Unterricht übers Internet zu gestalten. (Foto: Christian Wechslinger)

Berchtesgadener Land – Schon beim Lockdown im Frühjahr mussten Schüler zu Hause übers Internet lernen. Der Onlineunterricht, der am Mittwoch erneut startete, war den Schülern also bereits bekannt. Anders als beim ersten teilweise recht holprigen Start läuft der digitale Unterricht an den Schulen jetzt besser. Die Lehranstalten haben sich vorerst darauf eingerichtet, in der Zeit bis zum Beginn der Herbstferien »online« zu unterrichten. Da die Schulen seit dem Frühjahr bereits viel Erfahrung mit dem »Lernen zu Hause« gemacht haben, gibt es inzwischen wichtige Erfahrungswerte, die ein effizienteres Lernen möglich machen.


»Inzwischen sind wir am Standort CJD Berchtesgaden so aufgestellt, dass eine Umstellung auf die digitale Unterrichtsform innerhalb kürzester Zeit möglich ist«, freuen sich der CJD-Schulleiter. »Auch wenn es wieder einmal herausfordernd wird, blicken wir positiv auf die nächsten Tage und sind in der Lage den Unterricht nach gewohntem Stundenplan digital durchzuführen«, erklärte Gymnasiums- und FOS-Leiter am Dürreck, Stefan Kantsperger. An der Mittelschule Bischofswiesen wurden an Eltern und Kinder Tablets ausgegeben und die Handhabung erklärt. Um die 25 Kinder, deren Eltern entweder beide berufstätig, ohne Urlaub oder Alleinerziehende sind, befinden sich in einer Notbetreuung, die von den Lehrkräften organisiert wird. Von gewissen Problemen, gerade bei den Abc-Schützen, sprach die kommissarische Schulleiterin in der Ramsau, Michaela Hennecke. Wenngleich man bereits in einer Routine arbeite, könne das Lernen zu Hause natürlich einen Präsenzunterricht nicht ersetzen, gibt sie zu bedenken. Von gewissen Internetproblemen berichtete die Schulleiterin der Grundschule Marktschellenberg Irmela Leubner. Gleichwohl arbeite man sehr gut mit Lernplattformen, zu denen die Eltern, Schülerinnen und Schüler mit einem nur ihnen bekannten Link gelangen. Ein Problem gäbe es nur mit einem Kind, dessen Mutter schlecht deutsch spreche. Dennoch laufe die Situation insgesamt gut, weil die Eltern gut mitziehen, freut sich die Schulleiterin.

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Insgesamt zufrieden mit der Situation zeigt sich auch Martha Kienzerle von der Bacheifeldschule. Weil man kein Wlan habe, arbeite man mit Arbeitsblättern und mache damit gute Erfahrungen. Die Eltern und Schüler kommunizieren per Telefon und E-Mail mit ihren Lehrkräften, berichtete die Schulleiterin. In der Berufsfachschule für Altenpflege und Pflegefachhilfe Insula läuft der Betrieb für die 111 Schülerinnen und Schüler wie schon im Frühjahr nach dem bewährten Muster.

Schulleiter Andreas Schöberl vom Gymnasium Berchtesgaden spricht von einer gewissen Routine, die man sich aus den Erfahrungen vom Frühjahr erarbeitet habe. Man vergab an Schülerinnen und Schüler 30 Leihgeräte (iPads). Schöberl bezeichnet das Lernen daheim nicht als verlorene Zeit, hofft jedoch, dass der Schulbetrieb nach den Ferien wieder normal anlaufen wird. Richtig begeistert, wie der Unterricht über Teams läuft, ist die Mittelschulleiterin in Berchtesgaden Annette Ritter. Man habe an 20 Schülerinnen und Schüler iPads ausgegeben und sie habe alle ihre Kinder im Englischunterricht auch sehen können. Als Voraussetzung für die gute Entwicklung nannte die Schulleiterin Erfahrungen aus dem Frühjahr, als sie beim ersten Lockdown kalt erwischt worden waren. Zudem habe man sich fortgebildet und so bekämen auch die Lehrkräfte durchweg positive Rückmeldungen. Weil in der Berufsfachschule für Holzschnitzerei und Schreinerei des Landkreises Berchtesgadener Land das Handwerkliche im Vordergrund steht, beschränkt sich Lernen dort weitgehend auf die Theorie. Es werden jedoch auch praktische Hausaufgaben erstellt, soweit dies die Schülerinnen und Schüler daheim erledigen können. Auch an der Berufsschule in Freilassing findet derzeit Distanzunterricht statt. Die Auszubildenden müssen sich am Unterrichtstag bis 8.15 Uhr einloggen und werden von ihren Lehrern über Microsoft Teams beschult und mit dem zu bearbeitenden Stoff versorgt. Wenn das Internet stabil läuft, sei das kein Hexenwerk, war aus Freilassing zu erfahren. Viele Auszubildende absolvieren den Distanzunterricht auch von ihrer Arbeitsstelle aus und können sich so mit ihren Lehrherren beraten.

Regierungspräsidentin Maria Els, Staatsministerin Michaela Kaniber und Landrat Bernhard Kern hoffen, dass die Infektionswege durch die Maßnahmen unterbrochen werden können und der Unterricht nach den 14 Tagen wieder normal ablaufen kann. Christian Wechslinger

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