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Anger plant Zweckvereinbarung mit der TRBK

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Anger ist bei Urlaubsgästen vor allem als Wandergemeinde beliebt und lockt mit einem vielfältigen Wegenetz. (Foto: Maria Horn)

Berchtesgadener Land – Mit einstimmigen Beschlüssen hat der Gemeinderat Anger am Dienstagabend eine erste Weichenstellung für die künftige touristische Vermarktung der Marktgemeinde gestellt.


So wurde der Betrauungsakt zugunsten der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH (BGLT) mit Wirkung zum 1. Januar 2021 widerrufen. Bürgermeister Markus Winkler wurde ermächtigt, eine Zweckvereinbarung mit dem Zweckverband Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee (TRBK) auszuhandeln, die auf die Wahrnehmung der Tourismuswerbung durch die TRBK ausgerichtet ist. Zusätzlich wurde dem Rathauschef »grünes Licht« erteilt, in der Vereinsversammlung des Vereins Erlebnisregion Berchtesgadener Land einem Verkauf der Anteile des Vereins an der BGLT an die Stadt Bad Reichenhall zuzustimmen.

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Der Verein, dem die Gemeinden Anger, Piding, Teisendorf, Saaldorf-Surheim, Freilassing und Laufen angehören, hält einen Anteil in Höhe von 17,3 Prozent an der BGLT, das sind 4325 Euro. Dieser Verkaufserlös soll für die Finanzierung der Vereinsarbeit verwendet werden.

Im vergangenen September hatte es die Gemeinden des mittleren und äußeren Landkreises wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen, als aus dem Berchtesgadener Talkessel die Meldung kam, dass die TRBK künftig das touristische Marketing für das »Bergerlebnis« wieder selbst in die Hand nehmen wird. Wie sich der aktuelle Sachstand in der Neuausrichtung der BGLT darstellt, darüber informierte Teisendorfs Bürgermeister Thomas Gasser den Angerer Gemeinderat. Der Marktbürgermeister ist der Erste Vorsitzende des Vereins »Erlebnisregion Berchtesgadener Land«.

Zunächst ging es darum, die personelle Situation zu erläutern, welche Mitarbeiter künftig bei der BGLT oder bei der TRBK angestellt sind. »Das ist geklärt. Und das ist auch wichtig für unsere Teams in den Tourist-Infos. Denn sie wissen, wer ihre Ansprechpartner sind. Gespräche mit den Touristikern in unseren Mitgliedsgemeinden haben eindeutig ergeben, dass die anstrengende Arbeit nicht ohne fremde Hilfe zu schaffen ist«, so Thomas Gasser. Dazu warf er die berechtigte Frage auf, warum die Erlebnisregion nicht Mitglied in der BGLT bleibt.

Gasser erklärte: »Das Personal der Marketingschiene Alpenstadt bleibt bei der BGLT, das Personal der Schiene Bergerlebnis bleibt bei der TRBK. Die TRBK hat ihre Anteile an die Stadt Bad Reichenhall verkauft, und das wäre auch für den Verein das Beste. Bad Reichenhall wäre dann alleiniger Anteilseigner der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH.«

Ergänzend unterstrich der Bürgermeister: »Wenn wir touristisch ohne große Lücken weiterarbeiten wollen, dann sollten wir schnellstmöglich eine Zweckvereinbarung mit der TRBK schließen.« Gasser ging kurz auf die Kritik ein, die laut geworden war, als die TRBK ihre eigenen Vermarktungswege bekannt gegeben hatte. »Es ist verständlich, dass Unmut laut wurde, wie die Drinneren mit uns Herausseren umgehen. Doch sollten wir die politische Brille abnehmen. Denn der Gast soll von dem ganzen Ärger nichts mitbekommen. Wir sollten die Zusammenarbeit mit der TRBK jetzt durch die touristische Brille sehen.«

Thomas Gasser weiter: »Die TRBK hat schon bemerkt, dass wir im äußeren Landkreis nicht nur so mitlaufen, sondern viele Touristen genau das haben wollen, was wir bieten können.« Deshalb soll eine Zweckvereinbarung zwischen dem Verein und der TRBK geschlossen werden. Dazu ist jedoch zunächst die Zustimmung aus den Mitgliedsgemeinden der Erlebnisregion notwendig. Die Zweckvereinbarung wird auf einen möglichst kurzen Zeitraum ausgerichtet sein. Denn die Erlebnisregion will eine mittelfristige Zusammenarbeit mit dem Verein Chiemgau Tourismus nicht ausschließen.

»Aber jetzt muss erst mal eine kurzfristige Lösung her, damit wir wieder in ein normales Fahrwasser kommen«, unterstrich Gasser. »Wir kaufen die Leistungen von der TRBK ein und wenn wir nicht zufrieden sind, dann können wir immer noch eine andere Möglichkeit suchen. Außerdem können wir auf die TRBK einen gewissen Druck ausüben, wenn die Kommunen aus dem Rupertiwinkel noch mit an Bord bleiben«, so der Vorschlag des Gastredners.

In der Diskussion wurde herausgestellt, dass der Verein Rupertiwinkel eine lockere Geschäftsverbindung, aber keine Mitgliedschaft im Zweckverband der TRBK anstreben soll. Außerdem muss noch abgewartet werden, wie sich die Gemeinderatsgremien in den anderen Mitgliedsgemeinden des Vereins entscheiden werden. Das Thema wird in der nächsten Gemeinderatssitzung weiter behandelt. Maria Horn

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