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»An Urlaub ist in diesen Wochen nicht zu denken«

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BGL-Landrat Bernhard Kern zwei Wochen im Amt: »An Urlaub nicht zu denken«
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Durch lange Berufserfahrung den Umgang mit Stress gewöhnt: Der neue Landrat des Berchtesgadener Lands Bernhard Kern. (Foto: Gerd Spranger)

Berchtesgadener Land – Landrat Bernhard Kern ist gerade mal seit zwei Wochen im Amt und hat längst einen vollen Terminkalender. Vieles dreht sich natürlich um die aktuelle Entwicklung der Situation um den Coronavirus, wo das Landratsamt die zentrale Steuerungsstelle des Krisenstabs ist. Jeden Tag ist eine Besprechung in der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) angesetzt.


Schon im April war Bernhard Kern mehrfach bei den Sitzungen des FüGK dabei, pendelte häufig zwischen dem Rathaus in Saaldorf-Surheim und dem Landratsamt. »An Urlaub war und ist in dieser herausfordernden Zeit nicht zu denken«, bekennt Kern. »Glücklicherweise entspannt sich die Situation jetzt.«

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Bernhard Kern ist überzeugt von der Kraft des Teams, das aus Ärzten, Gesundheitsexperten aus den Kliniken, Helfern der Freiwilligen Feuerwehr, den Rettungsdiensten, der Bundeswehr und der Landes- und Bundespolizei besteht. Eine zentrale Rolle in der Corona-Krise nimmt das Bürgertelefon ein, bei dem an Spitzentagen bis zu 360 Anrufe eingingen. Vier Mitarbeiterinnen des Landratsamtes nahmen sich der Sorgen und Nöte an. Ergänzend dazu ist eine »Corona-Hotline« der Bayerischen Staatsregierung geschaltet worden.

Der neue Landrat Bernhard Kern macht einen entspannten Eindruck. Sechs Jahre als Bürgermeister von Saaldorf-Surheim und 20 Jahre Selbstständigkeit haben ihm einen guten Umgang mit Stress gelehrt. Er pflegt eine offene Kommunikation und setzte dafür ein erstes Zeichen. Alle kommunalen Verwaltungen des Landkreises erhielten eine aktuelle Liste mit den Kontaktdaten und Ansprechpartnern für die einzelnen Bereiche im Landratsamt.

»Bei allen Kommunen werden die gleichen Fragen gestellt, vor allem jetzt im Hinblick auf die Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Da ist es hilfreich zu wissen, wo man anrufen kann, und bei Bedarf wird die entsprechende Nummer an den Bürger weitergegeben.

Sie ist zwar auch so zu finden, doch ein wenig Hilfe dabei schadet nicht und die Menschen sollen wissen, dass wir als Behörde für sie da sind.« Auch wenn sich die Lage insgesamt beruhigt, so nimmt sie in der Hotellerie und Gastronomie sowie bei vielen Wirtschaftsbetrieben an Dramatik zu.

Landrat Bernhard Kern ist dankbar für die BGLT, die Berchtesgadener Land Tourismus GmbH, und den Wirtschaftsservice des Landkreises. »Hier gibt es eigene Hotlines und der Bedarf an Hilfe und Unterstützung sind hoch.« Erst am Mittwoch gab es ein enges Krisengespräch mit den Geschäftsführern und auch ein Treffen mit den Bürgermeistern des Landkreises. Das alles gehört zu den festen Terminen von Bernhard Kern.

»Im Hintergrund laufen zudem sämtliche anderen Bereiche weiter«, so der Landrat und nennt Verkehrsprojekte wie das Alltagsradwegenetz, Nahverkehr, ÖPNV und Schiene. »Klimaschutz und die Energiebilanz des Landkreises werden vorangetrieben und natürlich kümmern wir uns um die Schulen«, ergänzt Kern. Selbst der Neubau des Landratsamts braucht eine Neubewertung des Raumkonzeptes.

»Die Krise hat uns gezeigt, dass viel mehr Homeoffice möglich ist, als viele geglaubt haben. Nach anfänglicher Skepsis hat sich das gut eingespielt.« Verstärkt werde künftig die Besetzung des Gesundheitsamtes. »Der Leiter fiel in den vergangenen Wochen aus, seine beiden Vertreter aber haben einen guten Job gemacht. Es wird hier Neubesetzungen geben und darüber hinaus die Stelle eines Veterinärs geschaffen«, informiert Bernhard Kern.

Den Mitarbeitern des Landratsamts stellt er ein gutes Zeugnis aus. »Das Haus ist gut bestellt, die Bediensteten arbeiten konstruktiv zusammen. Wichtig ist, dass am Ende etwas Sinnvolles und Zielführendes heraus kommt, und das tut es in der Regel. Die Chemie untereinander stimmt.«

Nach dem Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt bricht Bernhard Kern sofort zu einem nächsten Treffen mit dem Landrat von Traunstein auf. In der Causa Grenzöffnung hat er sich bereits persönlich an das Innenministerium sowie an die Bayerische Staatsregierung gewandt und steht auch mit dem Salzburger Landesrat Stefan Schnöll in engem Kontakt. gsp

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