50 Tage Katastrophenfall: Landrat Bernhard Kern zieht erstes Zwischenfazit

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Der Krisenstab Corona trifft sich täglich im großen Sitzungssaal im Landratsamt und bespricht Maßnahmen zur Bewältigung der aktuellen Lage. Aus Hygieneschutzgründen wurden zusätzlich zum Mindestabstand von 1,5 Metern Plexiglaswände zwischen den Sitzplätzen aufgestellt. Foto: Landratsamt Berchtesgadener Land

Berchtesgadener Land – Am 9. Dezember 2020 wurde der zweite bayernweite Katastrophenfall „Corona-Pandemie“ durch Innenminister Joachim Herrmann festgestellt. Nach dem ersten Katastrophenfall, der vom 16. März bis zum 16. Juni 2020 insgesamt 92 Tage andauerte, läuft auch der aktuelle Katastrophenfall bereits seit 50 Tagen. Für Landrat Bernhard Kern der Zeitpunkt für ein erstes Zwischenfazit.


Bereits die Feststellung des ersten Katastrophenfalls am 16.03.2020 war ein einzigartiges Ereignis, denn einen bayernweiten Katastrophenfall gab es in der Geschichte Bayerns noch nie. Knapp ein halbes Jahr nach dessen Ende wurde am 09.12.2020 aufgrund stark ansteigender Infektionszahlen erneut ein bayernweiter Katastrophenfall festgestellt. Eine Situation, in der es gilt, in kürzester Zeit mit allen zur Verfügung stehenden Kräften alles dafür zu tun, um den Kampf gegen das lebensgefährliche Virus aufzunehmen und Menschenleben zu retten.

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Seit mittlerweile 50 Tagen ist die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) wieder im Einsatz und koordiniert gemeinsam mit dem Staatlichen Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land das Pandemiegeschehen. Das heißt: tägliche Lagebesprechungen abhalten, Lagemeldungen an die übergeordneten Behörden abgeben sowie Schutzausrüstung und Schnelltests bestellen und bedarfsgerecht an die Einrichtungen verteilen. Auch die Verteilung von FFP2-Masken an Bedürftige und pflegende Angehörige wurde über die FüGK organisiert, vom THW kommissioniert und durch die Feuerwehren im Landkreis an die Gemeinden zur weiteren Verteilung ausgeliefert. Außerdem kümmert sich die FüGK gemeinsam mit dem Ärztlichen Leiter Krankenhauskoordinierung Dr. Hubert Pilgram um die Erweiterung von Krankenhauskapazitäten, insbesondere in den Reha-Einrichtungen im Landkreis.

Auch für Landrat Bernhard Kern ist ein Termin fest im Terminplan eingetragen: Um 12:00 Uhr findet im Landratsamt die tägliche Lagebesprechung des Krisenstabs statt. Zur Verringerung des Infektionsrisikos sind viele Teilnehmer per Videokonferenz zugeschaltet. Auch an den Wochenenden sowie an Feiertagen sind stets Mitglieder der FüGK und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes im Einsatz und führen bei Bedarf Lagebesprechungen und Koordinierungsaufgaben durch.

Landrat Bernhard Kern zieht dabei ein Zwischenfazit zu seinem bereits zweiten Katastrophen-fall und zeigt sich beeindruckt über den Zusammenhalt der Beteiligten: „Die Zusammenarbeit in der FüGK mit den Hilfsorganisationen, wie dem Technischen Hilfswerk, den Feuerwehren, dem BRK, der Bundeswehr, der Bayerischen Polizei und der Bundespolizei, sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Staatlichen Gesundheitsamt hat sich wie zuvor schon in vielen Katastrophenfällen wieder einmal aufs Neue bewährt. Auch die Kooperation mit den Kliniken Südostbayern AG, den einzelnen Reha-Einrichtungen, den Alten- und Pflegeheimen, unserem Koordinierungsarzt Dr. Reinhard Reichelt und Schulamtsdirektor Klaus Biersack ist hervorragend.

Hinzu kommt die wertvolle Unterstützung von Univ.-Prof. Dr.-Ing. Jörg Drewes von der TU München und Oberstveterinär Dr. Katalyn Roßmann vom Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr beim Abwasser-Monitoring im Landkreis. Ich möchte an dieser Stelle allen Beteiligten meinen ausdrücklichen Dank aussprechen. Die tägliche Arbeit im Krisenstab ist zwar sehr herausfordernd, das engagierte Zusammenwirken von allen stimmt mich jedoch zuversichtlich, dass wir die Pandemie gemeinsam erfolgreich bekämpfen können. Mein Dank gilt daher auch den Gemeinden im Landkreis für die vertrauensvolle und wertschätzende Zusammenarbeit, den Betrieben sowie allen Bürgerinnen und Bürgern für ihre Geduld und das Verständnis für die getroffenen Maßnahmen. Wir alle hoffen darauf, dass das Infektionsgeschehen deutlich abnimmt und wir mit zunehmenden Impfstofflieferungen bald wieder ein Leben ohne Einschränkungen führen können.“

fb/red

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