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Die Chiemgauer Kulturtage sind eröffnet – Über 40 Veranstaltungen an 16 Festivaltagen im ganzen Landkreis Traunstein

»Es erwartet uns einiges«

Traunreut – Einen kleinen Vorgeschmack auf das, was die regionale Kunst- und Kulturszene in den nächsten zwei Wochen zu bieten hat, gab es bei der Eröffnung der vierten Chiemgauer Kulturtage.

Die Junge Chiemseer Bühne Grabenstätt hat den »Räuber Hotzenplotz« einstudiert. Unser Foto zeigt Elisabeth Biller als Räuber Hotzenplotz. (Foto: Rasch)

Diese fand in der Jugendsiedlung Traunreut statt. Die appetitanregenden, kulturellen Häppchen, die die Akteure auf der Bühne servieren, machten zweifellos Lust auf mehr. Die ersten Veranstaltungen des 16-tägigen Festivals fanden bereits am Wochenende statt.

Im Mittelpunkt der rund eineinhalbstündigen Eröffnungsfeier, die Anton Bernauer vom Landratsamt Traunstein moderiert hatte, waren kurze Szenen und Musik aus den über 40 Veranstaltungen und Projekten gestanden. Zwischen den Auftritten durften selbstverständlich auch die Grußworte der Ehrengäste und offiziellen Vertreter nicht fehlen. Bernauer, der mit seinem Mitstreiter Christian Hussmann auch das Programm der Kulturtage zusammengestellt hatte, stellte den inklusiven Gedanken des Festivals heraus und betonte, dass die Hälfte der Veranstaltungen Jugendprojekte seien.

Walzer und Hip Hop

Die Tanzgruppe der Banater Schwaben Traunreut führte einen Walzer nach dem bekannten Lied »Wo die Donau fließt nach Süden…« auf. Das Gegenstück dazu lieferte die Hip-Hop-Gruppe der Traunreuter Tanzschule. Gezeigt wurden auch ein Imagefilm der Jugendsiedlung und ein Ausschnitt aus dem Smartphone-Projekt »Angekommen?!«. Die Ausstellung zeigt Fotografien verschiedener junger Menschen im Themenbereich Migration und ist noch bis 30. Juli im Landratsamt Traunstein zu sehen.

Viel Applaus gab es für die Junge Chiemseer Bühne Grabenstätt für ihre Szenen aus dem »Räuber Hotzenplotz« und dem »Bayerischen Jedermann«; letztere bringen die Laienschauspieler gemeinsam mit Darstellern des Salztheaters Traunstein auf die Bühne. »Was die Salzburger können, können wir auch«, sagte der Regisseur des »Bayerischen Jedermanns«, Gerhard Brusche. Die Premiere vom Sterben des reichen Mannes findet am Freitag um 20 Uhr im Kloster Seeon statt.

Voll des Lobs waren die offiziellen Vertreter der Chiemgauer Kulturtage. Der Traunreuter Bürgermeister Klaus Ritter sprach von einem Programm, das seinesgleichen suche. Die Kulturtage seien ein besonderes Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit. Städte und Gemeinde würden dabei näher zusammenrücken, so Ritter.

»Inklusives Mitmachfestival«

Als »inklusives Mitmachfestival, das auf fruchtbaren Boden gefallen ist«, bezeichnete Bezirksrätin Annemarie Funke die Veranstaltungsreihe, die vom Bezirk Oberbayern finanziell unterstützt wird. Die Saat, die 2013 mit den Oberbayerischen Kultur- und Jugendkulturtagen gesät worden sei, sei aufgegangen, sagte Funke. »Wir ziehen unseren Hut vor den Organisatoren und Akteuren.«

Stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber brachte es auf den Punkt: »Es erwartet uns einiges und wir müssen es nur nutzen«, forderte sie die anwesenden Gäste auf. Den Organisatoren, Sponsoren, Unterstützern und Projektanten sprach sie ihren Dank aus und wünschte auch den Besuchern der Veranstaltungsreihe eindrucksvolle Stunden.

Seit Freitag wird den Besuchern an zehn verschiedenen Spielorten, verstreut über den ganzen Landkreis Traunstein, ein vielfältiges und abwechslungsreiches Programm geboten. Musik in allen Facetten, bildende Kunst, Literatur, Theater, Film, Workshops und vieles mehr – für jeden Geschmack dürfte wieder etwas dabei sein bei den Chiemgauer Kulturtagen.

Das ausführliche Programm ist auf der Internetseite der Chiemgauer Kulturtage nachzulesen. ga