weather-image
19°
Fast 20 Kilometer Gasleitungen in nur sechs Monaten verlegt – Nach Betrieben können auch Privatleute anschließen

Erdgasversorgung Siegsdorf/Vachendorf ist in Betrieb

Siegsdorf – Im Rahmen einer Einweihungsfeier an der neuen Verdichterstation in Schweinbach trafen sich Vertreter der Energie Südbayern GmbH (ESB), der beteiligten Baufirmen, die Bürgermeister aus Vachendorf und Siegsdorf sowie Vertreter einiger Siegsdorfer Betriebe zur offiziellen Inbetriebnahme der Gasversorgung für die Gemeinden Siegsdorf und Vachendorf.

Das Bild zeigt vor der ersten symbolischen Gasflamme von links: Werkleiter Christian Stephan (Adelholzener Alpenquellen), den Vertreter der Brückner Group Martin Kittl, Geschäftsführer Franz Demmelmair (Adelholzener Alpenquellen), Siegsdorfs Bürgermeister Thomas Kamm, ESB-Geschäftsführer Anton Erb und Geschäftsführer Josef Forster von der Siegsdorfer Petrusquelle. (Foto: Krammer)

Geschäftsführer Anton Erb von der ESB freute sich über die kurze Bauzeit von nur sechs Monaten, in der fast 20 Kilometer Gasrohrleitungen in verschiedensten Verlegeverfahren unter die Erde gebracht wurden. Zusätzlich wurden auch die dazugehörigen sechs Gasdruckregel- und Messanlagen gebaut, geprüft und freigegeben.

Anzeige

Die ungewöhnlich kurze Zeit für Projektplanung und -umsetzung sei dem guten Zusammenspiel aller Beteiligten zu verdanken. Sowohl die Auftraggeber, die Kommunen und Behörden, die Grundstücksbesitzer, die Siegsdorfer Projektinitiatoren Adelholzener Alpenquellen, Brückner Group, nowofol Kunststoffprodukte und Siegsdorfer Petrusquelle als auch die beteiligten Baufirmen hätten durch ihre konstruktive Zusammenarbeit und das gegenseitige Verständnis maßgeblich zur Verwirklichung des geplanten Inbetriebnahme-Termins beigetragen.

Die 13 Kilometer Hochdruckleitungen mit besonderen Anforderungen an alle Systembestandteile und die rund 7 Kilometer Ortsnetze erforderten aufgrund der geologischen und verkehrstechnischen Gegebenheiten unterschiedliche teils aufwändige Verlegeverfahren. Neben den rund 13 Kilometern Rohrleitungen, die in offener Bauweise verlegt wurden, mussten etwa 3,8 Kilometer im Spülbohrverfahren über weite Strecken eingezogen werden. Die Unterquerung der Autobahn bei Schweinbach erforderte das technisch anspruchsvolle Pressbohrverfahren. Erb stellte in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit mit den Grundstücksbesitzern heraus, deren Verständnis und Entgegenkommen für die gesamte Strecke die Sicherung von Wegerechten und Grunddienstbarkeiten ermöglichte.

Nach der Inbetriebnahme werden in Siegsdorf etwa drei Millionen Liter Heizöl durch Erdgas ersetzt und somit rund 3000 Tonnen CO2 eingespart. Neben den oben genannten Firmen hat sich auch bereits das Alten- und Pflegeheim Siegsdorf für einen Anschluss entschieden. Aber auch zahlreiche private Hauseigentümer in Siegsdorf und Vachendorf haben ihre Anschlussbereitschaft kund getan und werden je nach Witterung und Kapazität in den nächsten Wochen auf Erdgasversorgung umstellen können.

Siegsdorfs Bürgermeister Thomas Kamm blieb es vorbehalten, mit einer Fackel symbolisch die erste Gas-Flamme der Gemeinde zu entzünden. Er sieht die Anbindung an das Erdgasnetz als wichtigen Schritt, um die Betriebe auch künftig wettbewerbsfähig zu halten. Mit der nun möglichen Kraft-Wärmekopplung sei eine effizientere Energieversorgung möglich. Nun werde die Gemeinde in Abstimmung mit der ESB ein Ausbauszenario entwickeln, das auch mögliche Sanierungen von Gemeindestraßen, Wasser- und Abwasserleitungen berücksichtigt und besonders den hochwassergefährdeten Bereichen die Möglichkeit erschließt, vom Heizöl wegzukommen.

Stellvertretend für die anschließenden Betriebe zeigte sich Geschäftsführer Franz Demmelmair von den Adelholzener Alpenquellen sehr angetan von der Planung und Durchführung der Arbeiten, die von allen beteiligten Firmen stets in enger Zusammenarbeit mit den Anliegern und Anschlussnehmern, aber dennoch zügig und zuverlässig abgeschlossen worden seien. FK