weather-image
19°
Bürgermeister Thomas Kamm dokumentierte die umfangreichen Aufgaben der Gemeinde Siegsdorf im vergangenen Jahr

Die 8200 Siegsdorfer scheinen zufrieden zu sein

Siegsdorf. Weniger Besucher als in den letzten Jahren und nur wenige Anfragen bei der Bürgerversammlung lassen auf grundsätzliche Zufriedenheit der Siegsdorfer mit ihrer Verwaltung schließen.

Auch die vom großen Regen und dem Hochwasser verursachten Schäden im Gemeindebereich waren Themen im Rechenschaftsbericht Kamms. Das Bild zeigt den Verbau eines Grabens an der Wolfsbergstraße, wo eine Ausschwemmung und ein Erdrutsch die Straße sowie Wasserleitung und Kanal massiv gefährdet hatten.

Bürgermeister Thomas Kamm, der sich über die Anwesenheit von Altbürgermeister Franz Maier, Rektor Roland Dohlus und vieler Vereinsvorstände freute, führte auch die relativ geringe Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl auf die reibungslose und erfolgreiche Arbeit von Bürgermeister, Gemeinderat und Verwaltung zurück. In diesem Zusammenhang würdigte er auch alle Kandidaten für ihre Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung für die Gemeinschaft und äußerte sich kritisch zum relativ geringen Interesse der Bürger an den Informationsveranstaltungen. »Die Sitzverteilung im neuen Gemeinderat spiegelt die Einwohnerverhältnisse unserer Ortsteile ziemlich paritätisch wider«, stellte Kamm fest und führte die stabilen Verhältnisse auch auf die bisherige konstruktive Zusammenarbeit aller Fraktionen zurück.

Anzeige

In einer ausführlichen Dokumentation ließ er noch einmal die Aktivitäten des abgelaufenen Jahres Revue passieren und verdeutlichte mit eindrucksvollen Zahlen, welche Fülle von Aufgaben in einer Flächengemeinde wie Siegsdorf im Laufe eines Jahres zu bewältigen sind. In 21 Gemeinderats- und 35 Ausschusssitzungen legte 2013 der Gemeinderat den Grundstock für die Arbeit der mittlerweile 127 Mitarbeiter der Gemeinde Siegsdorf, von denen etwa ein Drittel in Vollzeit und zwei Drittel in Teilzeit arbeiten. 61 Geburten und 49 Eheschließungen stünden 89 Sterbefälle gegenüber, und haben ebenso Einfluss auf die Bevölkerungsentwicklung wie die Neuanmeldungen (658 Personen) und die 614 Abmeldungen. Neben 799 Zweitwohnsitzen waren zu Jahresbeginn 8254 Einwohner im Erstwohnsitz gemeldet, darunter 1003 in der ehemaligen Gemeinde Vogling, 750 in Hammer, 1329 in Eisenärzt und 5172 in Siegsdorf.

Mit etwa 600 000 Euro beteiligte sich die Gemeinde an der Bereitstellung von 229 Kindergarten- und Krippenplätzen, die Grundschule besuchen derzeit 240 Kinder und die Mittelschule ist Dank des guten Rufes ihres M-Zuges ständig am Wachsen und beherbergt zur Zeit 278 Jugendliche aus dem Mittelschulverbund Chiemgau-Süd. »Siegsdorf ist der Schwerpunkt-Standort im Verbund und bietet mit den Zusatzangeboten in Sport und Technik, sowie der offenen Ganztagesschule eine attraktive Alternative zu anderen Schulformen«, stellte Kamm dazu fest. Auch die vielfältige Jugendarbeit, die außergewöhnlichen ehrenamtlichen Leistungen in der Pfarrbücherei und das Alten- und Pflegeheim in der Ortsmitte waren Themen des Bürgermeisters, ehe er auf die positive Entwicklung in der Gewerbestruktur der Gemeinde (2013 waren 823 Betrieb gemeldet) einging und anhand des Haushaltes 2014 die erfreuliche finanzielle Situation der Gemeinde mit über 10 Millionen Euro Rücklagen aufzeigte. »Die eingenommenen Steuern sind Geld von den Bürgern für die Bürger, wir müssen verantwortungsvoll damit umgehen«, verdeutlichte Kamm und verwies auf die Bedeutung der Rücklagen für die kommenden Jahre und die zeitversetzten Umlagen-Zahlungen an den Landkreis. Umfangreiche Daten hatte das Gemeindeoberhaupt auch zur Arbeit im Bauamt mit den 106 Kilometern Gemeindestraßen und den 25 Kilometern Geh- und Radwegen sowie zu den Aufgaben im Wasserwerk und der Abwasserentsorgung mitgebracht. Ein Film von der bereits erfolgten Kanalsanierung in der Jakob-Eder-Straße machte deutlich, mit welchen Aufwand die »unsichtbare Sanierung« des über 40 Jahre alten Kanalnetzes in Teilen der Gemeinde verbunden ist.

Mit einem Verweis auf die überregionale Vorbildfunktion des Tourismusverbundes Bergen-Siegsdorf, die Übernachtungszahlen von 2013 und einer Bitte um Unterstützung des »Dorfladen Hammer« beendete Kamm seinen Rechenschaftsbericht und dankte abschließend für das Verständnis der Bürger in vielen Situationen, denn auch beim besten Willen könnten nicht immer alle Erwartungen erfüllt werden.

In der anschließenden Diskussion konnten zwar viele Fragen beantwortet werden, einige bedürfen jedoch noch einer umfassenden Klärung in der Verwaltung. Der Fragenkatalog wird am heutigen Montag in der Gemeinderatssitzung behandelt, dann wird gesondert darüber berichtet. FK