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Siegsdorfer Gemeinderat brachte Bebauungsplanverfahren auf den Weg – 95 Parzellen könnten entstehen

Bayernpark-Gelände wird zum Wohngebiet

Siegsdorf – Viele interessierte Zuhörer verfolgten die jüngste Sitzung des Siegsdorfer Gemeinderats: Auf der Tagesordnung stand die Änderung des Bebauungsplans »Augraben«, dem Gebiet des ehemaligen Bayernparks in Hörgering.

Das bisher als »Sondergebiet für touristische Nutzung« betitelte Feriendorf soll nach dem Willen der Gemeinde und des Besitzers in ein allgemeines Wohngebiet umgewidmet werden. Dabei könnten auf dem Gelände etwa 95 Parzellen entstehen, auf denen vor allem Einzelhäuser, aber auch Doppelhäuser und Mehrfamilienhäuser vorgesehen sind.

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Bürgermeister Thomas Kamm ging zu Beginn auf den Werdegang der vorliegenden Planung ein und erläuterte die Vorgehensweise der Gemeinde, die ihre vom Besitzer erworbenen Grundstücke über ein Einheimischen-Modell verkaufen wird.

Planfertiger Martin Staller stellte detailliert die bisherigen Planungen vor und ging vor allem auf die technischen Grundzüge der Bebauung und der notwendigen Erschließung ein. Die Hörgeringer Straße als Hauptzubringer wird noch heuer von der Gemeinde ausgebaut und verbessert. Dabei ist auch ein großzügiger Kreisverkehr auf Höhe der Hauptzufahrt zum Park und der Abzweigung zum Kindergarten und zum Friedhof vorgesehen.

In vielen Vorgesprächen mit den Genehmigungsbehörden seien außerdem bereits wichtige Punkte wie die Schaffung eines Regenwasserkanals und eines Rückhalteraums für das gesamte Areal sowie die Notwendigkeit einer Zisterne auf jedem Grundstück abgesprochen worden, verdeutlichte Strasser. Auch die Standorte von Trafostationen und Grunddienstbarkeiten für vorhandene Versorgungsleitungen wurden geregelt.

Ralf Schindelmayer als Landschaftsplaner des Büros aquasoli erläuterte die mühsamen Vorarbeiten zur Schaffung von Ausgleichsflächen und der Einbeziehung der wertvollen bestehenden Randflächen und Parkbereiche in das Konzept. In enger Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde konnte vor allem der Taleinschnitt größtenteils für die Natur erhalten werden, auch die bisherigen Randbereiche des Parks bleiben dauerhaft von Bebauung frei.

Bürgermeister Thomas Kamm freute sich auch über die gelungene Strukturierung des knapp 9,7 Hektar großen Geländes, von dem rund 660 000 Quadratmeter parzelliert werden können. Die restlichen drei Hektar sind für Verkehrswege, Randeingrünung und Ausgleichsflächen verplant.

Die beiden Planer stellten sich dann den Fragen des Gremiums. Dieses wollte Genaueres zur Straßengestaltung und Breite sowie zu den Freiflächen für Schneeablagerung oder der Geländeentwässerung wissen. Besonders fehlten den Gemeinderäten öffentliche Flächen für Spielplätze und Gemeinschaftseinrichtungen für die Bewohner, einige wünschten sich mehr Doppelhäuser und Geschoßbauten auf dem Areal.

Kamm verwies darauf, dass derzeit noch alle Möglichkeiten offen stehen und in den kommenden Verfahrensschritten noch viele Dinge im Sinne der Gemeinde, der künftigen Bewohner und auch der Anlieger einfließen können. Wenn das Verfahren zügig vorangetrieben werde, könnten noch im Herbst die Abbrucharbeiten beginnen, die Erschließungsarbeiten würden bereits im Frühjahr 2017 anlaufen und sollten bis zum Spätsommer abgeschlossen sein, sodass anschließend die ersten Parzellen baureif wären.

Die Gemeinderäte von SPD und Grünen waren überrascht über den Zeitdruck. Sie wollten mehr Zeit zum Einarbeiten in den Planungsentwurf und stellten den Antrag, die Abstimmung zum Änderungsbeschluss auf die nächste Sitzung zu vertagen. Dieser wurde dann jedoch mit 13 zu 6 Stimmen angenommen. Das Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans »Augraben« auf Grundlage des vorliegenden Planungsentwurfs kann damit unverzüglich eingeleitet werden. Der Zeitpunkt der ersten öffentlichen Auslegung mit Beteiligung der Bürger und Fachbehörden wird rechtzeitig bekannt gegeben. FK