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Regierung hält sich an die vereinbarte vierwöchige Unterbringung – Große Spendenbereitschaft in der Bevölkerung

Asylbewerber verlassen Siegsdorf am Wochenende

Siegsdorf – Die 200 Asylbewerber in Siegsdorf werden die ehemalige »Bayernpark«-Ferienanlage am Wochenende wieder verlassen. Damit hält sich die Regierung an die im Vorfeld vereinbarte vierwöchige Frist der Unterbringung. Das bestätigte Florian Schlämmer, Pressesprecher der Regierung von Oberbayern auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts.

200 Asylbewerber wurden für einen Monat in der ehemaligen »Bayernpark«-Ferienanlage untergebracht; jetzt werden sie auf andere Unterkünfte in ganz Bayern verteilt. (Foto: FDL/Lamminger)

»Wir prüfen gerade die genaue Verteilung der Asylbewerber«, so Schlämmer. Alle in Siegsdorf angekommenen Flüchtlinge sind in den vergangenen Wochen registriert und untersucht worden, erklärt er weiter. Auch die Asylanträge wurden gestellt. Wohin die Asylbewerber nun gebracht werden und wie sie die Ferienanlage wieder verlassen, dazu konnte Schlämmer noch nichts sagen. »Ob sie mit dem Zug oder Bus abreisen, ist noch offen.« Er sprach lediglich von einer »bayernweiten Verteilung«. Darum kümmere man sich gerade.

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Ziel ist es, die Asylbewerber in Gemeinschaftsunterkünfte oder dezentrale Quartiere zu verteilen, erklärte der Pressesprecher. Im Landkreis Traunstein gibt es drei Gemeinschaftsunterkünfte: in Grassau, Inzell und Engelsberg. Ob auch in diese Einrichtungen Asylbewerber aus Siegsdorf kommen, steht laut Schlämmer noch nicht fest.

Sicher ist, dass die Asylbewerber nicht in den Fliegerhorst nach Fürstenfeldbruck kommen, wovon zunächst die Rede war. Dort wird gerade eine Außenstelle der Bayernkaserne für rund 600 Flüchtlinge errichtet; die ersten 180 zogen bereits in einen provisorisch eingerichteten Raum im ehemaligen Offiziersheim ein. »Das ist auch eine Erstaufnahmeeinrichtung«, erklärte Florian Schlämmer. Da die Registrierung aber abgeschlossen ist, sei es nicht mehr nötig, die Siegsdorfer Asylbewerber dort hinzubringen.

Ein positives Fazit zog Siegsdorfs Bürgermeister Thomas Kamm, der nach eigenen Angaben fast jeden zweiten Tag in Hörgering war. Für die Kurzfristigkeit der Aktion sei »alles sehr gut gelaufen«, sagte er. Besonders dankbar ist Kamm dem Landkreis für die Organisation der Erstuntersuchung und den Bürgern für die hohe Spendenbereitschaft. »Die Integrationsbereitschaft in der Bevölkerung ist vorhanden«, so Kamm. Außerdem lobte er den Einsatz der vielen Ehrenamtlichen, die sich in den vergangenen Wochen um die Asylbewerber gekümmert haben.

Eine erneute Unterbringung in der ehemaligen Ferienanlage schloss Kamm aus, betonte aber, dass man in Zukunft offen sein müsse, mehr Asylbewerber aufzunehmen.

Wie bereits ausführlich berichtet, waren am 21. September 200 Asylbewerber in der ehemaligen Ferienanlage angekommen. Aufgrund des enormen Zustroms waren in der Erstaufnahmeeinrichtung in München alle Kapazitäten inklusive der Notreserven überschritten worden. In einer kurzfristigen Aktion wurden die Flüchtlinge nach Absprache mit dem Grundstückseigen-tümer Max Aicher, Bürgermeister Thomas Kamm, Landrat Siegfried Walch und Regierungspräsident Christoph Hillenbrand in Bussen nach Hörgering gebracht.

Große Hilfsbereitschaft gab es kurz darauf von Seiten vieler Bürger. Sie spendeten Kleidung für Erwachsene oder Spielsachen für die Kinder, da die meisten Asylbewerber nur noch wenige Habseligkeiten bei sich hatten, als sie in Siegsdorf ankamen. Julia Artes