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Mario Dieter Haberl feierte in Teisendorf seine Nachprimiz – Gläubige applaudierten spontan

Herzlicher Empfang für Neupriester

Teisendorf – Der Prediger soll nicht wie ein langes Rohr sein, sondern wie eine randvolle, überfließende Wasserschale: So begründet Neupriester Mario Dieter Haberl seine Ansprache in der Pfarrkirche St. Andreas.

Mario Dieter Haberl segnete das Wasser für die Tauferneuerung. (Foto: Mergenthal)

Mit diesem Bild des heiligen Bernhard zur Glaubensweitergabe begründete Neupriester Mario Dieter Haberl in seiner Nachprimiz-Predigt, warum er seine Ansprache nicht über »Google« zusammengestellt, sondern selber geschrieben habe. In der voll besetzten Teisendorfer Pfarrkirche St. Andreas bereitete ihm der Pfarrverband einen herzlichen Empfang. Der Kirchenchor St. Andreas und die »Rupertino Brass« gestalteten die Festmesse musikalisch.

Der 27-jährige Münchner war am 1. Oktober 2016 als Diakon nach Teisendorf gekommen und am 1. Juli von Kardinal Reinhard Marx in Freising zum Priester geweiht worden (wir berichteten). Am 1. September wird er als Nachfolger von Korbinian Wirzberger Kaplan in Teisendorf werden.

In seiner Predigt über das Gleichnis vom Sämann im Matthäus-Evangelium erklärte Mario Dieter Haberl, was in seiner »Schale« ist: das Bewusstsein, dass es etwas gibt, »das größer ist als wir alle«. Im 20. und 21. Jahrhundert habe der Mensch oft versucht, die Dinge selber in die Hand zu nehmen, und damit viel zerstört. Nur durch die Liebe Gottes, nicht durch ein von Menschen zugesprochenes Recht, habe jeder Mensch seine Würde. Diese Würde könne der Mensch ebenso wenig selber machen wie den Gottesdienst. Das Zentrale, die Wandlung, geschehe quasi »im Himmel«: »Jesus Christus selbst verwandelt sich in Leib und Blut in unserer Mitte.«

Haberl bat alle, für die Priester zu beten. »Wir wollen euch begleiten auf dem Weg der Heiligkeit im Alltag.« Spontan applaudierte die Gemeinde.

Bei der Eucharistiefeier assistierten ihm Kaplan Korbinian Wirzberger, Pfarrverbandsleiter Martin Klein und die Ruhestandspfarrer Kurt Gartner und Anton Parzinger. Auch Diakon Hans Schmid, Gemeindereferentin Uschi Erl und zahlreiche Ministranten wirkten beim Altardienst mit.

Nach dem Primizsegen wünschte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Alois Thannbichler dem Primizianten, dass er im Rupertiwinkel Wurzeln schlage, »tief gehende Gottesdienste und Gotteserfahrungen«, viel Herzenswärme von den Leuten, Kraft und Gottes Segen. Für die Tracht, die sich Haberl anschaffen möchte, übergab er als Geschenk aller Kirchenverwaltungen im Pfarrverband eine in eine Miniatur-Lederhose eingearbeitete Finanzspritze.

Zahlreiche Gottesdienstbesucher trafen sich danach auf Einladung des Pfarrgemeinderats mit Haberl zum Stehempfang im Gasthaus Alte Post. Ein riesiger Kinderchor zog unter Leitung von Cäcilia Sommer mit gelb-weißen Fähnchen winkend ein und sang als Ständchen »Dieser Tag soll fröhlich sein« und »Gottes Segen sei mit dir«.

Bürgermeister Thomas Gasser sicherte Haberl die kritische und wohlwollende Begleitung durch die politische Gemeinde zu. Als Symbol für die vielen Möglichkeiten, die Haberl als Priester nun offen stehen, befüllte er eine Vase nacheinander mit Tennisbällen, Tischtennisbällen und ganz kleinen Kugeln. Wenn man zuerst mit den kleinen, nicht so wichtigen Dinge beginne, hätten die größeren nicht mehr Platz. Gasser wünschte dem Primizianten, dass er die entstehenden Räume in der richtigen Reihenfolge und Art und Weise nutze.

Beeindruckt zeigten sich Haberls Eltern von Teisendorf. »Er fühlt sich wohl hier, dann geht’s einem als Eltern auch gut. Es ist ja auch wunderschön hier«, sagte Sabine Haberl. vm