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Wieder Gewalt gegen Demonstranten in Istanbul

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Tränengas-Einsatz
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Die türkische Polizei setzte massiv Tränengas ein. Foto: Sedat Suna Foto: dpa
Demonstranten mit Gasmasken
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Nach einem Aufruf des Protestbündnisses «Taksim Solidarität» versuchten Tausende Menschen, auf den von der Polizei abgeriegelten Gezi-Park vorzudringen. Foto: Sedat Suna Foto: dpa
Polizisten
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Polizisten laufen im Tränengasnebel über eine Straße nahe dem Taksim-Platz. Foto: Sedat Suna Foto: dpa
Festnahme
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Zivilpolizisten führen einen Demonstranten ab. Foto: Sedat Suna Foto: dpa
Wasserpistole
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Wie Du mir... - Ein junger Demonstrant hat eine Wasserpistole mitgebracht. Foto: Sedat Suna Foto: dpa
Beflaggt
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Am Vorabend und in der Nacht war es in Istanbul zu gewaltsamen Polizei-Einsätzen gekommen. Am Sonntag kehrte wieder Ruhe ein. Foto: Sedat Suna Foto: dpa
Proteste in Istanbul
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Wasserwerfereinsatz am Taksim-Platz in Istanbul. Foto: Erdem Sahin Foto: dpa

Istanbul (dpa) - Fünf Wochen nach Beginn der Proteste in der Türkei ist die Polizei am Istanbuler Taksim-Platz wieder massiv mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Demonstranten vorgegangen.


Nach einem Aufruf des Protestbündnisses «Taksim Solidarität» versuchten am Samstagabend Tausende Menschen, in den von der Polizei seit der Räumung Mitte Juni abgeriegelten Gezi-Park vorzudringen. Sicherheitsleute lieferten sich in der Stadtmitte bis tief in die Nacht Straßenschlachten mit Demonstranten. In Deutschland gingen nun auch tausende Anhänger des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan auf die Straße.

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Istanbuls Gouverneur Hüseyin Avni Mutlu sagte am Sonntag lokalen Medienberichten zufolge, mehr als 30 Menschen seien bei den Protesten am Samstagabend festgenommen worden. Er kündigte außerdem an, der an den Taksim-Platz angrenzende Gezi-Park solle an diesem Montag wiedereröffnet werden. Zunächst hatte Mutlu die Wiedereröffnung für Sonntag angekündigt. Zahlen über Verletzte bei den Protesten lagen nicht vor, es waren aber zahlreiche Krankenwagen im Einsatz.

Bis zum Beginn des Wasserwerfereinsatzes verlief der Protest friedlich. Danach warfen Demonstranten vereinzelt Pflastersteine auf Polizisten und Wasserwerfer. Mutlu hatte die Großkundgebung für illegal erklärt. Wegen des Tränengases klagten viele Menschen über gereizte Augen und Atemwege. Auch Kinder waren betroffen und weinten vor Schmerzen. Touristen gerieten ebenfalls zwischen die Fronten.

Das Protestbündnis «Taksim Solidarität» verurteilte die Polizeigewalt scharf. Der Zusammenschluss kündigte am Sonntag zugleich an, an den Protesten festzuhalten. Unter der Überschrift «Genug ist genug» hieß es in einer Mitteilung, die grundlose Polizeigewalt vom Vorabend beweise, dass die islamisch-konservative Regierung an ihrer bürgerfeindlichen Politik festhalte.

Der Gezi-Park ist zum Symbol für die landesweiten Proteste in der Türkei geworden. Sie hatten sich an Regierungsplänen entzündet, eine der letzten Grünflächen im Stadtzentrum zu bebauen, und dauern nunmehr seit mehr als fünf Wochen an. Inzwischen richten sich die Proteste vor allem gegen den autoritären Regierungsstil des Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Türkische Medien berichteten, Männer mit Macheten hätten bei den Protesten Demonstranten angegriffen. Zwei Verdächtige seien festgenommen worden. Auf einem Youtube-Video ist zu sehen, wie ein Mann mit einem Gegenstand, der wie ein langes Messer aussieht, Demonstranten angreift und einer Frau in den Rücken tritt.

Bei den seit Ende Mai andauernden Protesten sind nach offiziellen Angaben mindestens vier Demonstranten und ein Polizist ums Leben gekommen. Zahlreiche Menschen wurden verletzt. Viele weitere wurden festgenommen, gegen Dutzende wurde Untersuchungshaft verhängt.

In Düsseldorf demonstrierten am Sonntag mehrere 10 000 Menschen für die Politik des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan. Die Unterstützer waren mit Bussen aus dem ganzen Bundesgebiet und auch aus Nachbarländern in die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt gekommen. Die Polizei sprach von 25 000 Teilnehmern. Vor zwei Wochen hatten in Köln mehrere 10 000 Menschen gegen Erdogan demonstriert.

Mitteilung «Taksim Solidarität»

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