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Weniger Zuspruch für Hooligan-Demo als erwartet

Hannover (dpa) - Deutlich weniger Hooligans und Rechtsextremisten als erwartet haben in Hannover gegen Islamismus demonstriert. Rund 3000 Teilnehmer aus ganz Deutschland reisten zur Kundgebung der Gruppe «Hooligans gegen Salafisten» (HoGeSa) an. Erwartet worden waren 5000.

Polizei-Einheit
Für die Sicherheit besteht seit den Morgenstunden ein Verbot von Glasflaschen, Pyrotechnik und Alkohol in Zügen und auf Bahnhöfen rund um Hannover. Foto: dpa Foto: dpa
Geplante Hooligan-Demo
Polizeipräsident Volker Kluwe informiert während einer Pressekonferenz über die aktuellen Maßnahmen zur geplanten Anti-Islamismus-Demonstration. Foto: Alexander Körner Foto: dpa
Kontrolle
Polizisten kontrollieren Fahrzeuge an einer Hauptzufahrtsstraße zur Innenstadt. Foto: dpa Foto: dpa
Sicherung
Polizeibeamte sichern mit schwerem Gerät das Gelände des Zentralen Omnibusbahnhofs. Foto: dpa Foto: dpa
Polizei-Großaufgebot
Zur Kundgebung der Gruppe «Hooligans gegen Salafisten» werden mehr als 5000 Teilnehmer in Hannover erwartet. Foto: dpa Foto: dpa
Vorsichtsmaßnahmen
Polizeibeamte sichern den Hauptbahnhof. Foto: dpa Foto: dpa
Hooligan-Demo
Die Beamten stellen sich auf Ausschreitungen ein. Foto: dpa Foto: dpa
Gegen-Proteste
Demonstranten protestierengegen die Anti-Islamismus-Demo "Hooligans gegen Salafisten". Foto: dpa Foto: dpa

Zunächst blieb alles friedlich. Am Nachmittag kam es aber zu Rangeleien zwischen Polizisten und linken Gegendemonstranten, die versuchten, eine Absperrung zu durchbrechen. Die Polizei verhinderte dies unter Einsatz von Pfefferspray.

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Die Polizei fürchtete schwere Ausschreitungen wie vor kurzem in Köln und war mit Tausenden Beamten, Wasserwerfern und Räumfahrzeugen vor Ort. Größere Zwischenfälle gab es bis zum Nachmittag nicht. «Wir haben die Lage im Griff», sagte ein Polizeisprecher. Oberstes Ziel der Einsatzkräfte war es unter anderem, ein Zusammentreffen der Hooligans mit den Gegendemonstranten zu verhindern.

Insgesamt wurden rund 4600 Gegendemonstranten gezählt, darunter waren auch prominente Politiker wie die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth von den Grünen. Auf Plakaten war unter anderem zu lesen: «Gewalt ist die Sprache der Dummen.» Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD), der ebenfalls teilnahm, sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Das ist ein tolles Signal der Stadtgesellschaft, dass sie gegen Rassismus eintritt.»

Bis zum Nachmittag hatte die Polizei Erfolg mit ihrer Strategie, durch strenge Auflagen und ein massives Aufgebot Ausschreitungen zu verhindern. Ein komplettes Verbot der Demonstration war vor Gericht gescheitert. Von den zunächst 18 angekündigten Gegendemonstrationen war der größte Teil wieder abgesagt worden, nachdem feststand, dass die Hooligans nicht durch die Stadt ziehen würden, sondern sich nur eingekesselt von den Einsatzkräften hinter dem Hauptbahnhof versammeln durften.

Auf den Haupteinfallstraßen nach Hannover hatte die Polizei bereits am Samstagmorgen Fernbusse angehalten und die Reisenden kontrolliert. Der Versammlungsort hinter dem Hauptbahnhof war von den Beamten weiträumig abgesperrt worden. Geschäfte in der Nähe waren teils geschlossen, Fenster mit Holzplatten gesichert.

Jeder Teilnehmer wurde von den Polizisten einzeln durchsucht, bevor er den Kundgebungsort betreten durfte. Verboten waren neben Alkohol auch Glasflaschen und Feuerwerkskörper. Das ursprünglich geplante Konzert einer rechtsradikalen Band blieb nach mehreren Gerichtsentscheidungen verboten.

Einige Demonstranten trugen T-Shirts mit Aufdrucken wie «Hoolizei» oder «Anti-Sharia-Team». Andere hatten Deutschlandfahnen dabei. Ein Redner bei der Hooligan-Veranstaltung sagte, die Salafisten seien nur die Spitze des Eisberges. Der Terror aus Syrien und dem Irak werden nach Deutschland zurückkommen. «Wir sind die, die erkannt haben, was für eine Gefahr droht für unser geliebtes Vaterland», sagte der Redner. Immer wieder gab es auch Sprechchöre: «Wir sind das Volk.»

Entscheidung des Verwaltungsgerichts Hannover

Aufruf der katholischen Kirche zur Gegendemonstration