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Vodafone will deutschen Kabel-TV-Markt ganz kontrollieren

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Deutschlandzentrale von Vodafone. Foto: Federico Gambarini/Illustration Foto: dpa

Nun ist es offiziell: Vodafone will wesentliche Teile des britischen Konkurrenten Liberty Global kaufen - und würde damit den kompletten Kabelfernsehmarkt in Deutschland kontrollieren. Die Konkurrenz wettert gegen den Deal.


London (dpa) - Vodafone greift mit der geplanten milliardenschweren Übernahme des Kabelnetzbetreibers Unitymedia die Deutsche Telekom frontal an. Der Mobilfunk-Konzern will große Teile des britischen Breitbandanbieters Liberty Global übernehmen, darunter die deutsche Tochter Unitymedia.

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Beide Konzerne einigten sich auf einen Kaufpreis von 18,4 Milliarden Euro, wie Vodafone mitteilte. Neben dem Deutschlandgeschäft wandern auch die Liberty-Geschäfte in Rumänien, Tschechien und Ungarn an das Unternehmen.

Der Vodafone-Konzern, der bereits größter Kabelnetzbetreiber in Deutschland ist, würde damit der Telekom erheblich mehr Konkurrenz machen. Allerdings muss der Deal noch von den Wettbewerbshütern genehmigt werden. Die beiden Unternehmen erwarten, dass die Übernahme Mitte 2019 abgeschlossen sein wird.

Die Konkurrenz übte scharfe Kritik. Telekom-Chef Tim Höttges bezeichnete die Übernahme als «wettbewerbsverzerrend». Er kündigte an: «Ich persönlich werde dafür kämpfen, dass wir im Sinne eines fairen Wettbewerbs für die Kunden alles tun werden, nicht benachteiligt zu sein».

Vodafone-Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter sagte dagegen, «wir sind damit natürlich in der glücklichen Situation, erstmals ein starker Wettbewerber zur Telekom zu werden». Der Vereinbarung gingen monatelange Verhandlungen voraus. Schon in den Jahren zuvor hatte es immer wieder Gespräche zwischen den beiden Unternehmen gegeben, ohne Erfolg.

Vodafone gehört seit 2014 das Netz von Kabel Deutschland und würde mit der Übernahme von Unitymedia auch das verbliebene Kabelfernsehnetz in Deutschland kontrollieren. Unitymedia hat nach eigenen Angaben 7,2 Millionen Kunden und ist in den drei Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg vertreten.

Mit der Vereinbarung will Vodafone bis 2022 rund 25 Millionen Haushalte mit Gigabitverbindungen erreichen. Dafür sollen 12 Milliarden Euro investiert werden. «Damit geben wir einen ordentlichen Anschub für die digitale Infrastruktur», sagte Ametsreiter. «Das hilft Deutschland, und wir glauben, dass wir damit einen wirklich starken Impuls für Innovation geben - und damit ein starkes Signal für den Markt.»

Geht alles so über die Bühne, wäre es der größte Deal in der europäischen Telekommunikationsbranche der vergangenen fünf Jahre. Er würde zudem den deutschen Telekom-Markt stark verändern. Mit der Übernahme würde Vodafone dann über ein Fernsehkabelnetz verfügen, mit dem knapp zwei Drittel aller bundesdeutschen Haushalte erreicht werden. Damit könnte Vodafone im ganzen Land Mobilfunk, Fernsehen und Breitband im Paket anbieten.

Mit der Aufrüstung der Fernsehkabel mit dem sogenannten Docsis-3.1-Standard lassen sich zudem Internet-Übertragungsraten von derzeit bis zu einem Gigabit ermöglichen. Das wäre deutlich mehr als die Telekom derzeit mit ihren zumeist alten Telefonkabeln aus Kupfer auf der sogenannten letzten Meile erreicht.

Gerüchte über die Übernahme gab es bereits seit einiger Zeit. Neben der Telekom brachten sich auch lokale Glasfasernetz-Anbieter gegen die Fusion in Stellung. Sie kritisieren, dass Vodafone durch die Übernahme eine Monopolstellung auf dem Kabelfernsehmarkt erlangen könne. Sie fürchten zudem, dass der Glasfaserausbau ausgebremst werden könnte.

Dem trat Ametsreiter entgegen: Das Gegenteil sei der Fall. «Überall dort, wo wir in Glasfaser und Kabel investieren, folgen andere Unternehmen mit Investitionen nach.» Befürworter, wie der ehemalige Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, argumentieren daher, die Übernahme sei förderlich für den Wettbewerb.

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