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Syrische Luftangriffe im Libanon

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Golan-Höhen
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Die Zukunft der UN-Mission auf den Golan-Höhen ist unklar. Foto: EPA/Atef Safadi Foto: dpa
Putin
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Russland hatte den Einsatz von Friedensschützern in dem Krisengebiet Golan angeboten. Foto: Sergei Ilnitzky Foto: dpa

Istanbul/Beirut (dpa) - Syriens Armee jagt die oppositionellen Rebellen zunehmend auch auf libanesischem Territorium. Kampfflugzeuge flogen nach Angaben lokaler Sicherheitsbehörden zum zweiten Mal binnen einer Woche Angriffe auf Ziele im Osten des Libanons.


Das Militär verfolgte dort demnach Aufständische, die aus der wochenlang umkämpften Kleinstadt Al-Kusair geflohen waren. Sechs Raketen seien in der Grenzregion von Arsal eingeschlagen. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, dass zahlreiche »Terroristen« im Umland Al-Kusairs getötet worden seien.

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Am Mittwoch hatten syrische Regierungstruppen gemeinsam mit der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah den Ort zurückerobert. In der Region dauerten die Kämpfe aber weiter an, wie die oppositionellen syrischen Menschenrechtsbeobachter berichteten.

In der nahe liegenden Stadt Homs riss ein Selbstmordattentäter mit einer Autobombe laut Staatsmedien mindestens sieben Menschen mit in den Tod. Der Sprengsatz sei in einem Wohngebiet in der Nähe eines Klosters detoniert.

Die Zukunft der UN-Mission auf den Golan-Höhen (Undof) blieb derweil weiter unklar. Die Vereinten Nationen lehnten das russische Angebot für eine Beteiligung an dem Undof-Einsatz aus formellen Gründen ab. UN-Sprecher Martin Nesirky sagte am Freitag (Ortszeit) in New York, dass das »Entflechtungsabkommen, das der UN-Mission zugrunde liegt, die Beteiligung von ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrates ausschließt«. Russland gehört ebenso wie die USA, China, Frankreich und Großbritannien zu diesen fünf permanenten Mitgliedern.

Moskau kritisierte die Ablehnung russischer Blauhelme als Zeichen veralteter Politik. »Die Beibehaltung von Frieden und Stabilität erfordern ein anderes politisches Denken«, schrieb Vize-Außenminister Gennadi Gatilow bei Twitter. Falls der Weltsicherheitsrat wirklich über die Lage in der Grenzregion zwischen Syrien und Israel besorgt sei, solle er der Entsendung eines russischen Kontingents zustimmen.

Nach heftigen Gefechten zwischen syrischen Regierungstruppen und Rebellen in der eigentlich entmilitarisierten Pufferzone hatte Österreich am Donnerstag angekündigt, seine Soldaten abzuziehen. Das Land stellt gut ein Drittel der etwa 900 Soldaten, die seit fast 40 Jahren den Waffenstillstand zwischen Syrien und Israel überwachen.