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Startschuss für Verkauf von Silvesterböllern

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Im Handel
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Es ist wieder soweit, drei Tage vor Silvester beginnt der Verkauf von Silvesterfeuerwerk. Foto: Maja Hitij Foto: dpa
Silvester in Berlin
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Die Silvesterparty am Brandenburger Tor in Berlin ist nach Angaben des Veranstalters die größte in Deutschland. Hunderttausende Menschen werden erwartet. Zahlen und Daten im Überblick: Foto: Lukas Schulze/Archiv Foto: dpa
Silvester-Feuerwerk
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Jahreswechsel 2014/15 in München: Der Verband der pyrotechnischen Industrie erwartet für dieses Jahr mit etwa 129 Millionen Euro einen ähnlichen Umsatz wie bei der letzten Silvesterknallerei. Foto: Peter Kneffel/Archiv Foto: dpa
Anstehen für den Knall
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Anstehen für den Knall: Es ist wieder soweit, drei Tage vor Silvester beginnt der Verkauf von Silvesterfeuerwerk. In Bremerhaven stehen Kunden in den Morgenstunden schon Schlange für den Werksverkauf der Firma Comet Feuerwerk. Foto: Ingo Wagner Foto: dpa
Zündende Ware
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Für die vergangene Silvesterknallerei gaben die Bundesbürger 129 Millionen Euro aus. Der Verband der pyrotechnischen Industrie erwartet für den bevorstehenden Jahreswechsel etwa den gleichen Umsatz. Foto: Ingo Wagner/Archiv Foto: dpa
Illegale Pyrotechnik
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Die auf Märkten in Polen oder Tschechien angebotene Pyrotechnik enthält meist «mehr und brisantere» Sprengmittel als in Deutschland zugelassen. Sie sind daher verboten. Die sogenannte Verzögerungszeit bis zur Detonation ist nicht bestimmbar. Foto: Sebastian Kahnert/Archiv Foto: dpa
Knallverbot in Asylunterkünften
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Aus Sicherheitsgründen und wegen möglicher Ängste sind in vielen Flüchtlingsunterkünften Silvester-Knaller und Raketen verboten. In der Asylbewerberunterkunft im baden-württembergischen Meßstetten hängt ein Verbotsschild. Foto: Felix Kästle Foto: dpa

Berlin (dpa) - Der Verkauf von Silvesterböllern und -raketen ist losgegangen. Zum Start des dreitägigen Verkaufs in Deutschland drängten sich am Dienstag viele Feuerwerk-Fans in den Läden. Kritik zog Aldi Süd auf sich, weil der Discounter ein Raketen-Sortiment »Paris« verkauft.


Eine Sprecherin sagte, die Benennung nach Städten sei »historisch gewachsen«, es sei arg konstruiert, einen Zusammenhang zwischen der Ware und dem Terror in Paris im November herzustellen. Pyrotechnik abbrennen ist in der Nähe von Kirchen, Kliniken, Kinder- und Altenheimen sowie Fachwerk- und Reetdachhäusern verboten - aus Sicherheitsgründen und wegen möglicher Ängste gilt dies 2015/16 auch an vielen Flüchtlingsunterkünften in der Republik.

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Hintergrund der Verbote an Unterkünften in vielen Bundesländern sind Brandschutz und Verletzungsgefahr, aber auch mögliche psychische Probleme traumatisierter Bürgerkriegsflüchtlinge. »Wer aus einem Kriegsgebiet kommt, verbindet Knallerei eher mit Schüssen und Bomben als mit Silvesterraketen. Das könnte die Traumata der Leute neu aufbrechen lassen«, sagte etwa Christoph Söbbeler von der Bezirksregierung im nordrhein-westfälischen Arnsberg.

Der Verband der pyrotechnischen Industrie erwartet für den Jahreswechsel etwa den gleichen Umsatz wie bei der vergangenen Silvesterknallerei, als es etwa 129 Millionen Euro waren. Käufer der Böller müssen mindestens 18 sein. Im Trend liegen laut Herstellern erneut sogenannte Batterie- oder Verbundfeuerwerke, die nur einmal angezündet werden und dann viele Effekte abfeuern.

Bernd Ohlmann vom Handelsverband Bayern sagte am Dienstag, er hoffe auf einen Verkaufsrekord für Silvester-Feuerwerk: Denn grundsätzlich gelte die Regel, je mehr Krisen und Katastrophen ein Jahr gebracht habe, desto mehr werde Silvester geballert. »Dann will man es so richtig krachen lassen.«

Wichtig für die Verkaufszahlen von Raketen und Böllern ist aber auch das Wetter: Regen ist schlecht für das Geschäft. Im Gegensatz zu den meisten anderen Waren bleibt das Feuerwerk eine Domäne des stationären Einzelhandels: Im Internet dürfen die meisten Feuerwerkskörper nicht verkauft werden.

Eine YouGov-Umfrage für die Deutsche Presse-Agentur hatte ergeben, dass Deutschland bei Silvesterböllern gespalten ist: 48 Prozent sehen sie eher positiv, für 43 Prozent überwiegen die negativen Seiten wie Lärm oder Schmutz.

Die bis zum 31. Dezember angebotenen Waren müssen von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) oder einer vergleichbaren europäischen Behörde zugelassen sein. Abgebrannt werden dürfen sie laut Gesetz nur am 31. Dezember und 1. Januar.

Unter dem Motto »Brot statt Böller« rief das Hilfswerk Brot für die Welt zum Jahreswechsel wieder zu Spenden auf. Die Aktion gibt es seit mehr als 30 Jahren. Dem Vorwurf der »typisch protestantischen Spaßverderber« hielt eine Sprecherin entgegen: »Wir denken nicht, dass es unserer Gesellschaft an Spaß oder Konsum fehlt.«

Die Feuerwehren stellen sich auf eine arbeitsreiche Silvesternacht ein und warnen: Feuerwerkskörper und Raketen sind »Sprengstoff«. »Den Großteil der Einsätze in dieser Nacht machen Brände aus«, sagte zum Beispiel Bernd Löhr, der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Arnsberg. Und von diesen würden die meisten durch den unachtsamen Umgang mit Feuerwerkskörpern ausgelöst.

Behörden warnen auch immer wieder vor gefährlichen, nicht geprüften, illegal eingeführten und selbst gebastelten Knallern.

Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung zu Feuerwerk

Deutscher Feuerwehrverband zu Feuerwerkskörpern

Geschichte des Feuerwerks

Brot für die Welt

"Paris"-Sortiment bei Aldi