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SPD-Politiker und Brandt-Vertrauter Horst Ehmke gestorben

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Horst Ehmke
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Der frühere SPD-Politiker Horst Ehmke starb im Alter von 90 Jahren in Bonn. Foto: Klaus Franke/Archiv Foto: dpa

Er setzte Anfang der 70er Jahre Willy Brandts neue Ostpolitik mit durch und galt als visionärer Querdenker bei den Sozialdemokraten. Jetzt ist Horst Ehmke im Alter von 90 Jahren gestorben.


Berlin (dpa) - Der frühere sozialdemokratische Bundesminister und Kanzleramtschef Horst Ehmke ist tot.

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Der ehemalige Vertraute von Bundeskanzler Willy Brandt starb am Sonntag im Alter von 90 Jahren in einem Krankenhaus in Bonn, wie der frühere Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement der Deutschen Presse-Agentur im Namen der Familie mitteilte.

Die Sozialdemokratie trauere »um einen brillanten und tatkräftigen Politiker«, der programmatische Ausrichtung wie praktische Politik entscheidend geprägt habe, teilten der scheidende SPD-Chef Sigmar Gabriel und sein designierter Nachfolger Martin Schulz am Montag mit. »Sein Kommunikationstalent, sein unverwechselbarer Wortwitz und seine blitzschnelle Entschluss- und Urteilsfähigkeit waren legendär und ebenso bewundert wie gefürchtet.«

Der in Danzig geborene Jura-Professor Ehmke war seit 1947 bei der SPD. 1969 wurde er noch in der Großen Koalition Bundesjustizminister und wechselte wenige Monate später als Leiter des Kanzleramts in die Bonner Regierungszentrale. Bis 1972 war er dort als »Spezialist für alles«, wie Brandt ihn nannte, entscheidend an der Durchsetzung der Ostpolitik nach dem Prinzip »Wandel durch Annäherung« beteiligt. »Ohne ihn wäre Willy Brandt nicht DER Kanzler geworden«, schrieb SPD-Generalsekretärin Katarina Barley auf Twitter.

Die Guillaume-Spionage-Affäre führte 1974 auch zu Ehmkes Ausscheiden aus dem Kabinett, dem er zuletzt als Forschungs- und Postminister angehörte. Von 1977 an profilierte er sich als außenpolitischer Sprecher seiner Fraktion, zu deren engerem Führungskreis er gehörte. Nach dem Ende der sozialliberalen Koalition 1982 vertrat Ehmke in der Opposition die SPD-Außenpolitik. 1994 schied er aus dem Bundestag aus.

Im Parteivorstand der SPD galt er als einer der Wortführer der »linken Mitte«. Als einer der ersten in der SPD-Spitze erkannte er, dass die Sprachlosigkeit in Richtung der Grünen auf Bundesebene nicht ewig anhalten konnte. »Wir trauern mit der SPD um einen großen Politiker und wichtigen Brückenbauer«, schrieb Grünen-Chefin Simone Peter am Montag auf Twitter. Auch den Kontakt zur FDP ließ der ehemalige Sozialliberale nie abreißen.

Im Ruhestand in Bonn wandte sich Ehmke einem neuen Metier zu und schrieb Kriminalromane wie »Im Schatten der Gewalt« und »Der Euro-Coup«, die im politischen Umfeld spielen.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) würdigte Ehmke als einen »der eindrucksvollsten Politiker der Bundesrepublik«, der gezeigt habe, dass Geist und Macht in der Demokratie kein Gegensatz sind.«

Tweet Simone Peter

Nachruf des Vorwärts-Verlags

Tweet Katarina Barley

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