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Späte Silvester-Überraschung auf dem Schifter-Hof

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Sophie und Hans Pertl sammeln jedes Frühjahr einen Cocktail aus Silvester-Überbleibsel bis hin zu Hundekot – alles, was dem Weidevieh schaden kann. (Foto Schick)

Ruhpolding – Die Silvester-Überraschung im negativen Sinn ist für Sophie und Hans Pertl im Ortsteil Wasen auch heuer nicht ausgeblieben. Allerdings kommt sie meistens erst dann, wenn die Wiesen rund um den Schifter-Hof ausgeapert sind und das ganze Ausmaß der Jahreswechsel-Knallerei sichtbar wird. Und das in gewohnter Regelmäßigkeit; Jahr für Jahr. Deshalb gehen die Pertls diesmal mit einem Appell an die Öffentlichkeit. Denn sie sind es inzwischen leid, eimerweise die Hinterlassenschaften der winterlichen Böllerei von ihren Feldern zu entfernen.


Was sich da während ihres Rundgangs ansammelt, das passt schon fast gar nicht mehr auf die sprichwörtliche Kuhhaut: Feuerwerkskörper in allen Größen, abgefeuert oder nicht, Plastikkappen, Trinkbecher, Papier, Pappe und Pulverreste, Feuerzeuge und anderer Unrat, der unachtsam in der Silvesterlaune liegen bleibt und nicht entsorgt wird.

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Nicht auszudenken, welche Folgen der herumliegende Müll für das Weidevieh haben könnte. Verletzungen in Schlund, Magen und Darm, aber auch Vergiftungen und Leberschäden durch Pulverreste seien da keine Seltenheit, gibt Sophie Pertl zu bedenken: »Es ist einfach unverantwortlich von den Leuten, wir sollen doch gesunde Lebensmittel produzieren.«

Bei dem Stichwort fischt Ehemann Hans zwei Beutel mit Hundekot aus dem unappetitlichen Cocktail. Ob verpackt oder nicht – die Hinterlassenschaften sind das ganze Jahr über ein weiteres Ärgernis, das nicht sein müsste, wenn Hundebesitzer einfach ihrer Pflicht nachkommen würden.

»Jeder Tierarztbesuch kostet uns zusätzliches Geld,« ärgert sich die ehemalige Gemeinderätin. Dabei ließe sich das Aufräumen ganz leicht mit einem kleinen Spaziergang verbinden«, geben die Pertls einen gut gemeinten Tipp an die Verursacher. Vor allem, wenn am Neujahrstag eine extra Portion Frischluft gebraucht wird.

Das erstmals 1392 erwähnte Schifter-Anwesen mit seinen umgebenden Wiesen liegt etwas erhöht auf einem Moränenhügel, dem sogenannten Wasen mit herrlichem Blick auf das Ruhpoldinger Bergpanorama. Von hier lässt sich die Silvesterknallerei im ganzen Talkessel ideal mitverfolgen, aber auch aktiv mitgestalten. ls