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Siebtes Todesopfer nach Verkehrsunfall in Südtirol

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Bar «Hexenkessel»
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Die Bar «Hexenkessel» ist nach dem Tag des Unfalls geschlossen, mit einer Notiz an der Eingangstür. Foto: Lino Mirgeler/dpa Foto: dpa
Trauer am Unfallort
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Trauernde stehen am Ort des Unfalls in Luttach. Foto: Lino Mirgeler/dpa Foto: dpa
Polizeieinsatz
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Einsatzkräfte der Carabinieri rekonstruieren am Unfallort den Hergang des Verkehrsunfalls. Foto: Lino Mirgeler/dpa Foto: dpa
Unfall in Luttach
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Einsatzkräfte der Carabinieri rekonstruieren in Luttach den Unfallhergang, während Teilnehmer einer Reisegruppe zusehen. Foto: Lino Mirgeler/dpa Foto: dpa
Südtirol: Sechs Tote bei Unfall
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Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Luttach sichern eine Unfallstelle in Luttach. Foto: Freiwillige Feuerwehr Luttach/dpa Foto: dpa

Betrunken und vermutlich zu schnell - so fuhr ein Südtiroler in eine Gruppe junger deutscher Touristen. Am Tag danach berichtet ein Anwalt, sein Mandant spreche von Reue nach der Todesfahrt. Die Behörden ermitteln weiter.


Bozen/Luttach (dpa) - Der Autofahrer, der in Südtirol betrunken sieben junge Deutsche getötet hat, sitzt seit Montag in Haft. Der 27-Jährige wurde am Tag nach der Alkoholfahrt aus dem Krankenhaus in Bruneck entlassen und ins Gefängnis nach Bozen gebracht, wie die Polizei sagte.

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Nach Angaben seines Anwalts bereue er den Unfall im Wintersportort Luttach. Alessandro Tonon sagte der Deutschen Presse-Agentur, sein Mandant habe sich für nicht so stark alkoholisiert gehalten. Ihm drohen wegen der Schwere des Unglücks bis zu 18 Jahre Haft.

Die Ermittlungen der Behörden in Südtirol hatten einen Alkoholwert von fast zwei Promille ergeben. Außerdem gehen die Ermittler von überhöhter Geschwindigkeit aus.

Der 27-Jährige sei sich bewusst, dass er getrunken habe, sagte der Jurist. Aber als er den Wert von fast 2 Promille erfahren habe, sei er verwundert gewesen. Alessandro Tonon ist nach eigenen Angaben Pflichtverteidiger des Mannes. In Italien gilt ähnlich wie in Deutschland eine 0,5-Promille-Grenze - mit strengeren Werten für Anfänger.

Sein Mandant habe sagt, er sei alleine im Unfallwagen gewesen, ergänzte Alessandro Tonon. Er und seine Freundin hätten sich getrennt. Das habe aber mit dem Unfall vom Sonntag nichts zu tun. Der 27-Jährige habe ihm ungefähr gesagt: »Es wäre besser gewesen, ich wäre gestorben anstelle der anderen Menschen.« Der Jurist rechnet mit einer Vernehmung durch einen Untersuchungsrichter Mitte der Woche.

Der Fahrer war in die Gruppe junger Skitouristen gerast. Dabei starben sieben Menschen, weitere zehn wurden verletzt. Eine Frau aus Deutschland erlag am Montag in einem Krankenhaus in Innsbruck in Österreich ihren schweren Verletzungen. Der Südtiroler Sanitätsbetrieb schrieb, die Patientin sei am späten Nachmittag gestorben. Der zweite schwer verletzte Patient, der in Innsbruck behandelt wird, sei auf dem Weg der Besserung.

Bis Montag reisten weitere trauernde Angehörige aus Deutschland nach Südtirol. Viele kamen zum Krankenhaus in Bruneck, rund 20 Fahrkilometer von Luttach entfernt. Dort wurden die Toten identifiziert. Betreut wurden die Familien von Notfallpsychologen, Seelsorgern und Vertretern der Deutschen Botschaft. Unterdessen wurde bekannt, dass es sich bei den beiden Todesopfern aus Wuppertal um zwei 22-jährige Frauen handelte.

Einige Angehörige besuchten die Unglücksstelle. Abgeschirmt von der Polizei begab sich die Gruppe zu dem Hotel, in dem die Skiurlauber untergebracht gewesen waren. Anschließend hielten die Angehörigen kurz am Straßenrand an Grablichtern inne.

Am Sonntagabend hatte die Staatsanwaltschaft in Bozen mitgeteilt: »Aufgrund der gesamten Unfalldynamik ist von einer erheblichen Übertretung der Geschwindigkeitsbegrenzung auszugehen. Es wird ein Gutachten zur genauen Feststellung der Geschwindigkeit in Erwägung gezogen.« An der Unglücksstelle sind 50 Kilometer pro Stunde erlaubt.

Die Polizei in Bozen machte am Montag zunächst keine neuen Angaben zum Zustand der Verletzten. Der 27-Jährige war kurz nach dem Unfall festgenommen und ins Hospital gebracht worden. Nach Medienberichten hatte womöglich auch Suizidgefahr bestanden.

Im Unfallort sagte Bürgermeister Helmut Klammer: »Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Familien.« Berichte, wonach es häufig Beschwerden wegen betrunkener Raser gegeben haben soll, bestätigte er nicht. Er verwies auf die Tempo-50-Schilder, die aufgestellt sind. Mehr könne die Gemeinde nicht tun, sagte er.

Die Polizei in Bozen erläuterte, dass nicht klar sei, wie schnell der Mann wirklich fuhr. Die jungen Urlauber befanden sich auf dem Heimweg von einem Discobesuch. Gegen 1.15 Uhr stiegen sie aus einem Shuttlebus und überquerten die Hauptstraße, als es zum Unglück kam.

Nach zahlreichen schweren Autounfällen in kurzer Zeit in Italien ist in der Hauptstadt Rom eine Kundgebung für den 23. Februar für mehr Sicherheit auf den Straßen geplant. Dazu rufen mehrere Verbände auf, darunter auch Radfahrer.

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