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Sie stürzt an Ostern auf die Erde: Kracht die chinesische Raumstation "Tiangong 1" auf Deutschland?

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Die chinesische Raumstation "Tiangong 1" wird am Osterwochenende auf die Erde stürzen. Die Absturzstelle lässt sich schon genauer eingrenzen. (Foto: CMSE via Europa Press/Illustration/dpa)

Die chinesische Raumstation "Tiangong 1" rast unkontrolliert auf die Erde zu. Am Osterwochenende werden Trümmerteile des tonnenschweren Labors auf die Erdoberfläche treffen. Die gefährdeten Gebiete sind riesig, fast alle Kontinente sind betroffen.


Bereits seit rund zwei Jahren ist die unbemannte Raumstation der Chinesen nicht mehr kontrollierbar und fliegt im Weltall umher. Nun wird das Raumlabor auf die Erde stürzen; Experten erwarten die tonnenschweren Teile, die in der Atmosphäre nicht verglühen werden, für das Osterwochenende.

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Heißt das für uns jetzt Kopf einziehen und wegrennen? Nein, natürlich nicht. Etwa eineinhalb bis 3,5 Tonnen der "Tiangong 1" werden beim Eintritt in die Atmosphäre nicht verglühen und sich ihren Weg bis zur Erdoberfläche bahnen. Dies soll zwischen Karfreitag und Ostermontag geschehen (30. März bis 2. April).

Die Absturzstelle lässt sich allerdings nicht exakt eingrenzen, das Gebiet ist riesig. Zwischen dem 43. südlichen und dem 43. nördlichen Breitengrad können die Teile um den gesamten Globus herum niederfallen. Damit können sie alle Kontinente (außer die Antarktis) und alle Ozeane treffen. Marseille liegt zum Beispiel auf dem 43. Grad nördlicher Breite.

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In diesem Bereich – von Nordamerika bis Südamerika, von Spanien, Italien übers Mittelmeer bis Afrika und über Südasien und Australien – können die tonnenschweren Metallteile der Raumstation "Tiangong 1" herabfallen. Foto: ESA CC BY-SA IGO 3.0

Da die Bauteile, die aus Titan und Edelstahl bestehen, sich auf über 1000 Kilometer verteilen werden, wird es auch keine Krater oder ähnliches geben. Es ist auch möglich, dass gar keine Teile gefunden werden.

Angst müssen wir in keinem Fall haben: "Die Wahrscheinlichkeit von einem Trümmerteil verletzt zu werden, ist so hoch wie die Möglichkeit zwei Mal in einem Jahr von einem Blitz getroffen zu werden", so Holger Krag von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA.

Der Tag und der Zeitraum, in dem die Teile die Erde erreichen, lässt sich auf mehrere Stunden eingrenzen und kann erst im Laufe diese Woche von der ESA berechnet werden.

Das ist nicht ungewöhnlich

Dass ausgediente Weltraumtechnik auf die Erde herabfällt, ist nicht allzu außergewöhnlich: "70 bis 80 Tonnen Raumfahrtschrott kommen durchschnittlich in einem ganzen Jahr unkontrolliert runter", merkt Krag an.

red/dpa/fb