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Schnee, Sturm, Glätte prägen erstes Wochenende 2015

Hamburg (dpa) - Sturm, Glatteis und Neuschnee haben am ersten Wochenende des Jahres das Wetter in einigen Regionen bestimmt. Es gab viele Glatteis-Unfälle, Tote und Verletzte. Heftiger Schnee und Regen führten etwa im Rhein-Main-Gebiet zu Verkehrsproblemen.

Schneepflüge im Einsatz
«Frau Holle gibt alles», berichtet die Polizei aus der Eifel. Auch aus vielen anderen Regionen werden Wetterextreme gemeldet. Foto: Peter Steffen Foto: dpa

Am Frankfurter Flughafen wurden am Sonntag mehr als 30 Flüge gestrichen. In Rheinland-Pfalz war am Samstag die A1 bei Wittlich stundenlang gesperrt. «Frau Holle gibt alles», sagte ein Polizeisprecher.

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Eine Sturmflut überschwemmte in der Nacht zum Samstag den bei Touristen beliebten Fischmarkt im Hamburger Stadtteil St. Pauli. Die Deutsche Bahn sperrte in Rheinland-Pfalz vorübergehend die Strecke zwischen der Eifel-Stadt Gerolstein und Trier-Ehrang. Kurz vor Kyllburg war eine Regionalbahn mit umgestürzten Bäumen zusammengestoßen.

Auf der A20 bei Rostock starb am Samstag eine 23-Jährige - ein anderer Wagen war auf ihr Auto geprallt, das bereits wegen eines Unfalls zuvor auf dem Standstreifen stand. Ebenfalls in Mecklenburg-Vorpommern überschlug sich auf der A19 nahe Malchow ein Auto. Der 26-jährige Beifahrer wurde schwer verletzt.

In Rheinland-Pfalz bei Germersheim verloren in kurzer Folge drei Fahrer die Gewalt über ihre Autos. Auf der eisglatten B9 verletzten sich dabei sechs Menschen, zwei von ihnen lebensgefährlich. In Baden-Württemberg wurden vier Menschen im Kreis Heilbronn verletzt, zwei von ihnen schwer, nachdem ein Auto auf glatter Straße auf die Gegenfahrbahn rutschte und mit einem anderen Wagen zusammenstieß.

Allein in Bayern gab es bei Schnee, Eis und starkem Wind mehr als 200 Unfälle. Auf der A3 bei Wiesentheid übersah ein 39-jähriger Sattelzugfahrer beim Überholen im Schneegestöber einen Wagen. Das Auto schleuderte gegen die Mittelschutzplanke. Beide Insassen, ein 50-Jähriger und eine 66-Jährige, wurden schwer verletzt.

Kurz vor dem Ende der Weihnachtsferien staute sich auf vielen Fernstraßen der Verkehr. In Baden-Württemberg erwarteten die Behörden wegen der Schneeschmelze deutlich steigende Wasserstände. In Friedrichshafen am Bodensee war die Feuerwehr nach Angaben der Stadt in der Nacht zum Sonntag «im Dauereinsatz» - und wurde zu mehr als einem Dutzend Einsätzen wegen Hochwassers gerufen.

Wintersportler genossen dennoch vielerorts das Wetter. Auf dem höchsten Berg Norddeutschlands, dem 1141 Meter hohen Brocken im Harz, wuchs die Schneedecke weiter. Dort lagen am Sonntag etwa 38 Zentimeter Schnee. Ansonsten regnete es in vielen Gebieten, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach sagte. Vor allem im Süden gab es auch kräftigen Wind, auf Bergen auch Orkanböen.

Bis Mitte der kommenden Woche ist es mit den Wetterturbulenzen zunächst vorbei. Die Temperaturen liegen zum Teil deutlich über dem Gefrierpunkt, Schnee oder Regen fällt nur noch vereinzelt.

Hochwasserzentrale Baden-Württemberg

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