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Schlafforscher: Mehr Verkehrsunfälle durch Zeitumstellung

Berlin (dpa) - Schlafmediziner warnen davor, die Umstellung auf die Winterzeit an diesem Wochenende auf die zu leichte Schulter zu nehmen. Die veränderte Uhrzeit führe zu rund acht Prozent mehr Verkehrsunfällen.

Zeitumstellung
In der Nacht zum Sonntag endet wieder in den meisten europäischen Ländern die Sommerzeit. Foto: Arno Burgi Foto: dpa

Auch die Krankenhauseinweisungen mit Verdacht auf Herzinfarkt stiegen in den Tagen danach an, teilte die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) mit. «Durch die Zeitumstellung erfährt der menschliche Organismus eine Art Mini-Jetlag», sagte DGSM-Vorstandsmitglied Hans-Günter Weeß. Es könne mehrere Tage bis Wochen andauern, bis sich Menschen an die veränderte Tageszeit und den anderen Hell-Dunkel-Rhythmus anpassten. Betroffen seien vor allem Alte und Kinder.

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Die Uhren werden in der Nacht zum Sonntag von 02.59 Uhr auf 02.00 Uhr zurückgestellt - das bedeutet eine Stunde mehr Schlaf. Doch der Mensch besitze eine hochpräzise innere Uhr, die im Gehirn verortet und eng an den Hell-Dunkel-Rhythmus gekoppelt sei, erläutert Weeß. Über diese Hirnregion werde unter anderem die Ausschüttung des Hormons Melatonin kontrolliert und beeinflusst. Melatonin ist an der Steuerung vieler körpereigener Rhythmen beteiligt, zum Beispiel an Schlaf- und Wachphasen. Es steuert aber auch das Leistungsvermögen, die Körpertemperatur sowie Hunger- und Sättigungsgefühle mit.

Im Herbst sei die Umstellung der inneren Uhr etwas verträglicher als zum Beginn der Sommerzeit im Frühjahr, sagt der Schlafmediziner. «Das liegt daran, dass sie immer etwas langsamer geht als der 24-Stunden-Tag.» Es falle also leichter, später ins Bett zu gehen und einzuschlafen als sich vor der gewohnten Zeit hinzulegen. Folgen der Zeitumstellung im Oktober könnten aber trotzdem auch Müdigkeit, Schlafstörungen und Kopfschmerzen sein.

Problematischer als die Uhrzeit seien aber der kürzere Herbst- oder Wintertag und das schwächere Tageslicht in dieser Jahreszeit. In der Folge könne es häufiger zu gedrückten Stimmungen bis hin zur Winterdepression kommen.

Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin