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Razzien gegen rechtsextremes «Werwolf-Kommando»

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Razzien gegen Neonazis
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Der Schweizer Neonazi Sebastien N. am 1. Mai 2008 bei einer 1. Mai-Demonstration der NPD in Hamburg. Foto: Julian Feldmann/Archiv Foto: dpa
Razzia gegen Neonazi-Netzwerk
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Festgenommen wurde bei der Aktion nach Angaben der Behörden niemand. Foto: Marcus Führer/Symbolbild Foto: dpa

Karlsruhe (dpa) - Mit einer internationalen Razzia ist die Polizei gegen mutmaßliche Gründer eines rechtsextremen «Werwolf-Kommandos» vorgegangen. Die Bundesanwaltschaft ließ Wohnungen, Geschäftsräume und zwei Gefängniszellen von sechs Rechtsextremisten durchsuchen.


Bei den Aktionen in Norddeutschland, der Schweiz und den Niederlanden stellten die Ermittler zahlreiche Unterlagen und Computer sicher. Festgenommen wurde nach Angaben der obersten Anklagebehörde niemand - mangels dringenden Tatverdachts, wie es hieß. Denn konkrete Anschlagspläne wurden bislang nicht nachgewiesen.

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Ziel der rechtsextremistischen Vereinigung sei es gewesen, das «politische System der Bundesrepublik Deutschland zu beseitigen», so die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Es bestehe der Verdacht, dass die Männer terroristische Gewalttaten verüben wollten - offenbar nach dem Vorbild der so sogenannten «Werwolf»-Kämpfer der Nazis im Zweiten Weltkrieg. Diese sollten hinter den feindlichen Linien einen Guerilla-Krieg führen.

Den Razzien in der Umgebung von Hamburg, der Region Hannover, Mecklenburg-Vorpommern, nahe der niederländischen Stadt Den Haag und der Schweiz waren monatelange verdeckte Ermittlungen vorausgegangen. Sie gestalteten sich schwierig, weil die Verdächtigen bereits ein elektronisches Verschlüsselungsprogramm entwickelt hatten, «um konspirativ kommunizieren zu können», so die Bundesanwaltschaft.

Nach Informationen von «Spiegel Online» sieht die Karlsruher Behörde zwei Schweizer Rechtsextremisten als Führungsfiguren: Robert S. (54) und Sebastien N. (25). Letzterer war im vergangenen Jahr nach knapp 48-stündiger Flucht in Hamburg festgenommen worden war - kurz nachdem er im Mai 2012 in Zürich einen jungen Mann niedergeschossen haben soll. Er wurde später an die Schweizer Justiz ausgeliefert.

Wie «Spiegel Online» weiter berichtet, wurde am Mittwoch unter anderem die Gefängniszelle von Sebastien N. und die eines weiteren Gesinnungsgenossen (Roberto K.) durchsucht, ebenso die Wohnung von Robert S.. Die Hauptbeschuldigten werden demnach vor allem durch Zeugenaussagen belastet.

Die Bundesanwaltschaft wollte den Bericht nicht kommentieren. Ein Züricher Staatsanwalt bestätigte hingegen Razzien in Zellen und Wohnungen. Sebastien N. sei bereits im Januar 2012 wegen über 40 Delikten - darunter schwere Gewaltverbrechen - zu 39 Monaten Haft verurteilt worden. Warum der Mann letztes Jahr dennoch auf freiem Fuß war, ist unklar. Die niederländische Polizei sagte auf Anfrage, dass eine Wohnung in der Umgebung von Den Haag durchsucht worden sei.

In Deutschland waren unter Leitung der Bundesanwaltschaft rund 50 Polizeibeamte des Bundeskriminalamts und der beteiligten Landeskriminalämter im Einsatz. Die Ermittler hoffen, dass sie im Zuge der Razzien Beweise für mögliche Anschlagspläne und Vorbereitungen gefunden haben. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen führt das Bundeskriminalamt in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt Hamburg.

Die historische Organisation «Werwolf» war im November 1944 von SS-Führer Heinrich Himmler ins Leben gerufen worden. «Entschlossene Männer und Frauen» sollten hinter den Linien des Feindes einen Guerillakrieg führen. Zahlreiche Morde an «Volksverrätern» gingen auf das Konto der «Werwölfe» und ähnlicher Organisationen. Auch eine unbekannte Zahl alliierter Soldaten starb durch ihre Hand.

Pressemitteilung der Bundesanwaltschaft