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Psychologin: Herne-Morde waren Tat eines Narzissten

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Ausgebrannte Wohnung in Herne
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Die ausgebrannte Wohnung in der gesperrten Bismarckstraße in Herne. Foto: Marcel Kusch Foto: dpa
Polizei in Herne
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Polizeibeamte stehen vor dem Imbiss in Herne, in dem der mutmaßliche Kindermörder Marcel H. gefasst wurde. Foto: Roland Weihrauch Foto: dpa
Gesperrte Straße in Herne
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Gesperrte Straße in Herne: In einer brennenden Wohnung fanden die Fahnder die Leiche eines Mannes. Foto: Marcel Kusch Foto: dpa
Spurensicherung in Herne
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Polizisten der Spurensicherung untersuchen Gegenstände aus der ausgebrannten Wohung. Foto: Roland Weihrauch Foto: dpa
Gewalttat in Herne
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Der neun Jahre alte Jaden war erstochen im Keller des Nachbarn Marcel H. gefunden worden. Foto: Ina Fassbender Foto: dpa

Die Verbrechen sind unfassbar. Mit mehr als 100 Messerstichen sind ein Neunjähriger und ein 22-Jähriger in Herne getötet worden. Anschließend posiert der mutmaßliche Täter für Fotos mit einer Leiche. Eine Psychologin versucht, die perfide Tat zu erklären.


Herne/Berlin (dpa) - Der Doppelmord von Herne trägt nach Einschätzung einer Psychologin die Züge eines ausgeprägten Narzissmus.

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Das zeige der Umstand, dass der mutmaßliche Täter sich mit der Leiche des neunjährigen Jaden fotografiert und die Bilder verschickt habe, sagte Isabella Heuser von der Berliner Charité der Deutschen Presse-Agentur.

»Jemand, der bis dahin auf der Verliererseite gestanden hat, tut jetzt etwas ganz Außergewöhnliches, bei dem er sicher davon ausgehen kann, dass alle Menschen, die das sehen, davon sehr beeindruckt sind«, erläuterte die Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Dazu passe die Darstellung der Polizei, Marcel H. habe sein Geständnis regelrecht diktiert.

Der 19-Jährige soll zunächst den neunjährigen Nachbarsjungen Jaden und später einen 22 Jahre alten Bekannten mit jeweils mehr als 50 Messerstichen getötet haben. Die Taten hatte er laut Polizei »eiskalt und emotionslos« zugegeben. Marcel H. hatte sich am vergangenen Donnerstag der Polizei gestellt, womit eine dreitätige Großfahndung beendet wurde. Am Wochenende gab es in dem Fall keine neuen Erkenntnisse oder Entwicklungen. Ein Pressesprecher der Polizei Bochum verwies am Sonntag lediglich auf die Aussagen in der Pressekonferenz vom Freitag.

Die Psychologin der Charité sieht aber noch viel Klärungsbedarf. Dass die beiden Opfer mit so vielen Messerstichen getötet wurden, wertet sie als Beleg dafür, dass »jemand mit enormen Gefühlen am Werk« gewesen sei. »Daraus kann man folgern, dass er entweder eine unglaubliche Wut gehabt haben muss oder in einen Machtrausch verfallen ist, weil er hier tatsächlich die Macht hatte über Leben und Tod.«

Andererseits habe ihn die Polizei als gefühlskalt beschrieben. Wie das zusammenpasse, sei unklar, sagte Heuser: »Da wird man sicher noch auf psychologische Spurensuche gehen müssen.« Staatsanwalt Danyal Maibaum hatte schon am vergangenen Freitag betont, dass Teil der laufenden Ermittlungen auch die Erstellung eines forensischen Gutachtens eines Sachverständigen sei.

PM der Polizei Dortmund

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