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Nordkorea lässt verschleppte Fischer aus China frei

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Nordkoreanische Flagge
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Chinas Worte zeigen Wirkung in Nordkorea: Die verschleppten Seeleute sind wieder frei. Foto: Stefan Schaubitzer Foto: dpa

Peking (dpa) - Nach Druck aus Peking sind in Nordkorea 16 verschleppte Fischer aus China freigelassen worden. »Wir haben die nordkoreanischen Behörden aufgefordert, die Hintergründe des Vorfalls aufzuklären«, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Hong Lei, in Peking.


Der Bootsbesitzer habe den chinesischen Behörden berichtet, dass alle Fischer und das Boot in Sicherheit und auf dem Rückweg nach China seien. Der Sprecher sagte, China hoffe, dass Nordkorea »wirksame Maßnahmen ergreift, damit sich ähnliche Fälle in Zukunft nicht wiederholen.« Der Bootsbesitzer habe kein Lösegeld an die Entführer gezahlt.

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Die 16 Fischer waren mit ihrem Boot laut chinesischen Medien bereits am 5. Mai verschleppt worden. Die Entführer hatten ein Lösegeld von 600 000 Yuan (rund 76 000 Euro) verlangt. Chinas Außenministerium hatte sich am Montag öffentlich für die Fischer eingesetzt.

Die nationalistische Zeitung »Global Times« schrieb am Dienstag in einem Kommentar: »Es ist wahrscheinlich, dass die nordkoreanische Militärpolizei die nicht eindeutigen Grenzen im Meer ausnutzt, um schnelles Geld zu machen.« Der Bootsbesitzer hatte stets betont, dass das Schiff ausschließlich in chinesischen Gewässern unterwegs gewesen sei. »Wir sollten die nordkoreanische Seite wissen lassen, dass wir sauer sind«, forderte das Blatt.

Die Zeitung schrieb weiter: »Wenn wir keine klaren Regeln mit Nordkorea aufstellen, sieht unsere ganze Regierung zu schwach aus, um mit Seestreitigkeiten fertig zu werden.« In einem Artikel vor der Freilassung zitierte das Blatt den Armeegeneral Luo Yuan: Nordkorea solle »aufhören andere Länder zu erpressen.«

Ähnliche Übergriffe auf chinesische Boote hat es laut der Zeitung bereits häufig gegeben, aber bislang sei kaum über sie berichtet worden. Im Mai 2012 hatte Nordkorea 29 Fischer von drei Booten aus China freigelassen. Der Sprecher des Außenministeriums wollte sich nicht zu ähnlichen Konflikten mit Nordkorea äußern. Er verwies lediglich auf anstehenden Untersuchungen Nordkoreas.

Kommentar »Global Times«, auf Englisch

Artikel »Global Times«, auf Englisch