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Neue Spiegel unter Ampeln soll Radfahrer retten

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Knifflige Situation
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Knifflige Situation: Die Ampel mit eingebautem Spiegel soll Radfahrer schützen. Foto: Friso Gentsch Foto: dpa
Spiegel-Ampel
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Der Spiegel hängt unterhalb des Grünlichts und soll den toten Winkel für Lastwagen- und Busfahrer einsehbar machen. Foto: Friso Gentsch Foto: dpa
Gedenken
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Ein Kreuz und ein Blumenstrauß erinnern in Münster an einer Straßenkreuzung an ein Unglück. Foto: Friso Gentsch Foto: dpa
Toter Winkel
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Mit Klebestreifen ist auf einem Radweg in Münster ein toter Winkel markiert. Foto: Friso Gentsch Foto: dpa
Schutz für Radfahrer
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Das neue System soll für weniger Unfälle mit Radfahrern sorgen. Foto: Friso Gentsch Foto: dpa
Gegen den toten Winkel
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Eine Ampel mit eingebautem Spiegel in Münster. Foto: Friso Gentsch Foto: dpa

Münster/Berlin (dpa) - Ein Spiegel unter der Ampel soll die Zahl schwerer Radfahrer-Unfälle an Kreuzungen künftig senken. Die Fahrradstadt Münster testet das System seit Freitag.


Unter dem Grünlicht hängt dabei ein Spiegel, der Lastwagenfahrern den toten Winkel neben ihrem Fahrzeug zeigt. Jedes Jahr verunglücken Hunderte Radfahrer in Deutschland, weil die Fahrer von Autos, Lastwagen und Bussen sie beim Abbiegen übersahen.

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Die Ursache dieser Unfälle dürfte häufig der tote Winkel gewesen sein, vermutet das nordrhein-westfälische Innenministerium. Münster testet die neue Spiegel-Ampel vorerst an zwei Stellen. In den Niederlanden wird das System schon erfolgreich eingesetzt.

In Berlin wollen Verkehrsfachleute unterdessen darüber beraten, wie Autofahrer, Radler und Fußgänger öffentliche Räume ganz ohne Ampeln und Verkehrsschilder gemeinsam besser nutzen können. Die Idee des sogenannten Shared Space ist Thema eines bundesweiten Umwelt- und Verkehrskongresses an diesem Wochenende. Bereits 40 Städte testen das Verkehrskonzept für mehr gegenseitige Rücksichtnahme in Deutschland.

»Natürlich ist nicht jede Durchgangsstraße dafür geeignet. Aber an platzähnlichen Situationen mit hoher Aufenthaltsqualität funktioniert es sehr gut«, sagte Anja Hänel vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) der Nachrichtenagentur dpa. Tempolimit 30 sei jedoch Voraussetzung.

Wichtig sei, den gleichberechtigt genutzten Raum optisch von normalen Straßen abzutrennen. »Zum Beispiel durch einen anderen Pflasterbelag und den Verzicht auf klar abgetrennte Wege für Autos, Radler oder Fußgänger«, sagte Hänel. So bewege sich jeder automatisch aufmerksamer. Am Berliner Alexanderplatz sei ein solcher Ort entstanden, auch in Aachen oder am Duisburger Opernplatz funktioniere das Konzept: »Es ist nicht nur für Kleinstädte gedacht.«

Dennoch hat die Kleinstadt Bohmte bei Osnabrück bundesweit Vorbildcharakter: Sie erprobt Shared Space seit 2008. Dort stieg die Zahl der Unfälle mit leichtem Sachschaden zunächst zwar geringfügig an - aber es gab prozentual weniger Personenschäden.

Außer dem VCD arbeiten im Netzwerk Shared Space auch die Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung, der Fachverband Fußverkehr (FUSS) und der Radfahrerverband ADFC mit.

Netzwerk Shared Space