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Nach stundenlangem Nervenkrieg Geiselnahme im Rathaus beendet

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Geiselnahme im Rathaus von Ingolstadt
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Einsatz in Ingolstadt: Ein Polizeifahrzeug steht in der Innenstadt. Foto: Peter Kneffel Foto: dpa
Schaulustige
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In erster Reihe: Schaulustige stehen in der Innenstadt von Ingolstadt an einer Absperrung vor dem Rathaus. Foto: Peter Kneffel Foto: dpa
Geiselnahme
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Schemenhaft ist eine Person (links) hinter einer Gardine im Rathaus zu sehen. Foto: Peter Kneffel Foto: dpa
SEK-Beamter
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Ein Spezialeinsatzkommando bereitet sich auf einen möglichen Einsatz vor. Foto: Marc Müller Foto: dpa
Räumpanzer
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Räumpanzer der Polizei stehen in der Nähe des Alten Rathauses. Foto: Marc Müller Foto: dpa
Sepp Mißlbeck
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Sichtlich mitgenommen: Sepp Mißlbeck, der Dritte Bürgermeister von Ingolstadt, nach seiner Freilassung. Foto: Marc Müller Foto: dpa
Wahlkampfauftritt
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Der für 17.00 Uhr geplante Wahlkampfauftritt von Bundeskanzlerin Merkel (CDU) und dem bayerischen Ministerpräsidenten Seehofer (CSU) an dem inzwischen gesperrten Rathausplatz ist abgesagt worden. Foto: Peter Kneffel Foto: dpa
Polizeieinsatz
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Polizisten sichern das Alte Rathaus ab. Foto: Marc Müller Foto: dpa
Bayerische Innenminister Joachim Herrmann
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Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) lässt sich in der Nähe des Alten Rathauses die Lage erläutern. Foto: Marc Müller Foto: dpa
Rathausplatz Ingolstadt
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Der Rathausplatz in Ingolstadt: In der Mitte ist das alte Rathaus zu sehen. Foto: pixxite/Archiv Foto: dpa

Ingolstadt (dpa) - Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei hat eine fast neunstündige Geiselnahme im Ingolstädter Rathaus beendet. Nach Angaben der Polizei wurden die beiden letzten Geiseln bei der Aktion am frühen Montagabend unverletzt befreit.


Der 24 Jahre alte Geiselnehmer sei verletzt festgenommen worden. Der Mann soll als Stalker eine Rathausmitarbeiterin verfolgt haben. Der vorbestrafte Mann hat laut Polizei schon längere Zeit massive psychische Probleme.

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Der mit einer Pistole bewaffnete Täter hatte zwei Männer und eine Frau seit den Vormittagsstunden festgehalten. Eine vierte Geisel hatte er unmittelbar nach Beginn des Geiseldramas bereits freigelassen. Seit mehr als einem Jahr soll der Mann der Rathausmitarbeiterin nachgestellt haben, die er am Montag in seine Gewalt brachte.

Mehrere Stunden nach Beginn des Dramas kam am frühen Nachmittag Ingolstadts Dritter Bürgermeister Sepp Mißlbeck nach langwierigen Verhandlungen frei. Unmittelbar vor der Befreiung der anderen beiden Geiseln waren aus dem Rathaus mehrere laute Knallgeräusche zu hören. Das Spezialeinsatzkommando hatte sich zuvor auf den Zugriff vorbereitet.

Stundenlang war das Rathaus der oberbayerischen Stadt abgeriegelt. Mehr als 200 Polizisten waren im Einsatz. Ursprünglich sollte dort am Montag Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Rahmen ihrer Wahlkampftour auftreten, der Termin wurde jedoch nach Bekanntwerden der Geiselnahme abgesagt.

Der Täter habe wegen des Stalkings der Mitarbeiterin Hausverbot im Rathaus gehabt, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). In den vergangenen Wochen sei der Konflikt eskaliert, nachdem der Mann gegen das Hausverbot verstoßen habe. «Der Begriff Stalker erscheint mir etwas verharmlosend, weil er doch eine ganze Liste von Vorstrafen hat, die weit über das hinausgeht, was man als Stalking bezeichnet», sagte Oberbürgermeister Alfred Lehmann (CSU) über den 24-Jährigen. Er sei wegen Körperverletzung und Bedrohungsdelikten bekannt.

Das Motiv des Mannes blieb zunächst unklar. «Er möchte, dass wir einen Bescheid aufheben», sagte Rathauschef Lehmann. Unklar sei aber, ob es dabei um das Hausverbot für die Ämter der Stadt gehe. Die Polizei sprach hingegen von keinen detaillierten Forderungen des Mannes. Kurz vor der Beendigung der Geiselnahme hatte er Tabletten und Essen verlangt. Daraufhin wurde ihm ein Döner ins Rathaus gebracht.

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