weather-image

Nach Einschusslöchern: Morddrohung gegen SPD-Politiker Diaby

3.0
3.0
Einschusslöcher
Bildtext einblenden
Einschusslöcher in einer Scheibe des Diaby-Büros in Halle. Foto: Petra Buch/dpa-Zentralbild/dpa Foto: dpa
Karamba Diaby
Bildtext einblenden
Im Fadenkreuz von Rechtsextremen: Der SPD-Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby. Foto: Kay Nietfeld/dpa Foto: dpa
Angriff auf Büro
Bildtext einblenden
Das Büro des SPD-Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby in Halle wurde angegriffen. Foto: Petra Buch/dpa-Zentralbild/dpa Foto: dpa
Karamba Diaby
Bildtext einblenden
Karamba Diaby (SPD) im Bundestag. Foto: Jörg Carstensen/dpa Foto: dpa

Der Druck von Rechtsextremen auf den SPD-Politiker Diaby erreicht mit Morddrohungen eine kaum erträgliche neue Ebene. Die Verfasser unterzeichnen mit »Heil Hitler« und verweisen auf den ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke.


Halle (dpa) - Der SPD-Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby aus Halle hat eine Morddrohung erhalten. »Ich nehme die Drohung ernst und habe sofort die Polizei darüber informiert. Es wurden unverzüglich Ermittlungen aufgenommen und Maßnahmen zum Schutz meiner Person eingeleitet«, sagte er der dpa.

Anzeige

Zuvor hatten mehrere Medien berichtet. An Diabys Bürgerbüro in Halle waren vergangene Woche zudem Einschusslöcher entdeckt worden. Der Angriff auf das Büro des im Senegal geborenen Diaby hatte Bestürzung ausgelöst.

Einem Bericht der »Mitteldeutschen Zeitung« zufolge bezeichnen sich die Verfasser als »Die Musiker des Staatsstreichorchesters« und unterzeichneten mit »Sieg Heil« und »Heil Hitler«. Diaby erklärte weiter: »Nachfragen bitte ich an die Ermittlungsbehörden zu richten.«

Die Polizei bestätigte Ermittlungen des Staatsschutzes wegen Bedrohung, Beleidigung und Volksverhetzung sowie dem Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Weitere Details wurden zunächst nicht genannt.

Auch die »Mitteldeutsche Zeitung« habe die Mail mit der Drohung erhalten. Laut Zeitung wurde darin auf den ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke verwiesen. Der CDU-Politiker war im vergangenen Juni auf der Terrasse seines Hauses aus nächster Nähe erschossen worden. Haupttatverdächtiger ist Stephan E., der den Behörden wegen seiner Neonazi-Vergangenheit bekannt war.

Immer wieder gibt es Drohungen gegen Politiker. Im Oktober 2019 etwa hatte Thüringens CDU-Chef Mike Mohring eine Morddrohung gegen ihn öffentlich gemacht, ebenfalls offensichtlich aus der rechtsextremen Szene. Absender war auch hier ein sogenanntes »Staatsstreichorchester«, das schon seit längerem aktiv ist. Auch die Grünen-Politiker Cem Özdemir und Claudia Roth hatten Morddrohungen erhalten.

Bericht "Mitteldeutsche Zeitung"