Morey-Verletzung trübt BVB-Freude über Finaleinzug

Verletzt
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Dortmunds Mateu Morey musste auf einer Trage vom Platz gebracht werden. Foto: Friedemann Vogel/epa Pool/dpa Foto: dpa
Jubel
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Die Dortmunder Spieler bejubeln das Führungstor. Foto: Friedemann Vogel/epa Pool/dpa Foto: dpa
1:0
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Giovanni Reyna (3.v.l.) brachte Dortmund auf die Siegerstraße. Foto: Martin Meissner/AP Pool/dpa Foto: dpa
Abstauber
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Giovanni Reyna schiebt den Ball zum zwischenzeitlichen 2:0 ein. Foto: Friedemann Vogel/epa Pool/dpa Foto: dpa
Im Fallen
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Marco Reus schießt im Fallen das Dortmunder 3:0. Foto: Martin Meissner/AP Pool/dpa Foto: dpa
5:0
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Auch Jude Bellingham (M) konnte sich in die Torschützenliste eintragen und markierte das 5:0. Foto: Friedemann Vogel/epa Pool/dpa Foto: dpa
Emre Can
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Dortmunds Emre Can (M) kommt vor Kiels Fabian Reese (l) an den Ball. Foto: Friedemann Vogel/epa Pool/dpa Foto: dpa
Zweikampf
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Dortmunds Jude Bellingham (l) im Zweikampf mit Kiels Jae-Sung Lee. Foto: Friedemann Vogel/epa Pool/dpa Foto: dpa

Das sportliche Geschehen gerät in den Hintergrund. Das Verletzungspech von Mateu Morey dämpft beim BVB die Freude über das deutliche 5:0 gegen Holstein Kiel und den 10. Einzug in das Pokal-Endspiel.


Dortmund (dpa) - Der Schock über die Schmerzensschreie von Mateu Morey wirkte bei allen Beteiligten noch lange nach. Obwohl Borussia Dortmund mit dem 5:0 (5:0)-Kantersieg über Bayern-Bezwinger Holstein Kiel ins Pokal-Finale spaziert war, herrschte nach dem Schlusspfiff ungewohnte Stille.

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Aus Sorge um den 21 Jahre alten Spanier verspürte niemand Lust auf Jubel und Freudentänze. Auch Edin Terzic konnte den größten Erfolg seiner noch jungen Trainerkarriere nicht wirklich genießen: »Bis zur 75. Minute war das ein perfekter Abend für uns. Aber wenn man so einen fantastischen Jungen auf dem Boden sieht, trübt das natürlich den ganzen Abend.«

Morey wird dem BVB lange fehlen. »Es ist eine schwere Band- und Kapselverletzung. Weitere Diagnosen werden heute und morgen noch stattfinden. Aber der Junge wird lange ausfallen und in Berlin nicht dabei sein. Das wird ein Grund mehr sein, diesen Titel zu holen«, sagte BVB-Lizenzspielerchef Sebastian Kehl in der Sport1-Sendung »Doppelpass«.

Das Verletzungspech des 21 Jahren alten Morey, der sich nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung in einem Laufduell Kiels Finn Porath verletzte, nahm sowohl den Dortmundern als auch den Kielern den Spaß am Weiterspielen. »Schön, wir fahren nach Berlin. Aber das tut jedem in der Mannschaft weh. Unsere Gedanken sind bei ihm«, kommentierte Nationalspieler Emre Can das Missgeschick seines spanischen Teamkollegen.

Auch dem angeschlagenen Erling Haaland, der aufgrund einer Oberschenkelblessur voraussichtlich noch bis Mitte der Woche pausieren muss und deshalb auf der Tribüne saß, fuhr der Schreck in die Glieder. Nach Betrachten der schlimmen TV-Bilder schlug er die Hände vors Gesicht - wie viele seine Mitspieler zuvor auf dem Rasen.

Die Hoffnung, dass Morey die zweite schwere Knieverletzung seiner Karriere erspart bleibt, ist nur gering. »Man muss ganz ehrlich sagen, dass es nicht so gut aussah. Das überschattet den Sieg«, kommentierte Kapitän Marco Reus, der in seiner Karriere selbst von diversen schweren Verletzungen zurückgeworfen worden war. Noch vor dem Schlusspfiff war Morey bereits auf dem Weg ins Krankenhaus. »Wir hoffen, dass seine Familie ihn wenigstens im Krankenhaus zu diesen Corona-Zeiten besuchen darf«, sagte Terzic.

Der famose Auftritt der Borussia vor allem in der ersten Halbzeit mit Toren von Giovanni Reyna (16./23. Minute), Marco Reus (27.), Thorgan Hazard (32.) und Jude Bellingham (42.) geriet zur Randnotiz. Auch ohne Torjäger Haaland traf sie nach Belieben. »Fast jeder Torschuss war drin, dann haben wir uns in einen Flow gespielt«, befand Reus.

Der Sieg beschert dem BVB am 13. Mai in Berlin ein reizvolles Duell mit Leipzig um die Rolle als zweite Kraft im deutschen Fußball hinter Branchenführer München. Dass beide Teams bereits fünf Tage zuvor in der Bundesliga aufeinandertreffen, verleiht dem Kräftemessen zusätzliche Brisanz. Terzic machte aus seinem Respekt vor dem Tabellenzweiten keinen Hehl: »Es ist ein brutal guter Gegner.«

Die knifflige Lage des Revierclubs, der sich in der Meisterschaft als Tabellenfünfter keine weiteren Rückschläge erlauben darf, verbietet taktische Versteckspielchen vor dem Pokalfinale. »Wenn wir in die Champions League wollen, müssen wir alle Spiele gewinnen«, sagte Reus voller Hoffnung auf den fünften Bundesliga-Sieg in Serie.

Der jüngste Aufwärtstrend schürt in Dortmund die Hoffnung auf ein Happy End. So ist der Rückstand auf Eintracht Frankfurt auf nur einen Punkt geschmolzen, und auch der Dritte aus Wolfsburg liegt nur noch zwei Zähler entfernt. Kehl verspürt bei den Konkurrenten »eine gewisse Nervosität«: »Wir sind in der Rolle des Jägers gut dran. Die Lust, noch mindestens eine Mannschaft abzufangen, ist sehr groß.«

Bei aller Vorfreude auf das Finale nahm Kehl eine Priorisierung vor: »Wir wollen die Champions League und den Pokal. Aber die Champions League spielt für uns als Verein eine deutlich wichtigere Rolle. Wenn wir mit einem blauen Auge davonkämen, wäre es gut.«

© dpa-infocom, dpa:210501-99-432898/8

Fakten zum Spiel

Reaktion BVB-Trainer Terzic

Stimmen zum Spiel auf BVB-Homepage

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