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Mexiko bringt Flüchtlinge in Migrationszentren

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Flüchtlinge an Grenze zwischen Guatemala und Mexiko
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Tausende Migranten aus Honduras warten an der Grenze zwischen Guatemala und Mexiko. Ihr Ziel sind die USA. Foto: Morena Pérez Joachin Foto: dpa
Honduranische Flüchtlinge in Guatemala
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Migrantenauf dem Weg von Guatemala nach Mexiko springen von einer Grenzbrücke in den Fluss Suchiate. Foto: Oliver De Ros/AP Foto: dpa
Flüchtlinge auf dem Weg nach Mexiko
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Seit Beginn der Woche hatten sich Tausende Migranten an der Grenze gesammelt, unter ihnen viele Kinder und Frauen. Foto: Oliver De Ros/AP Foto: dpa
Grenze zu Mexiko
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Migranten aus Honduras überqueren die Grenze zwischen Guatemala und Mexiko. Ihr Ziel sind die USA. Foto: Morena Pérez Joachin Foto: dpa

Nach rund einer Woche Fußmarsch haben Migranten aus Mittelamerika die Grenze zwischen Guatemala und Mexiko erreicht. Mexiko öffnete den Grenzübergang zunächst nicht - die Menschen begannen über die Zäune zu steigen. US-Präsident Trump hat eine klare Botschaft an sie.


Tecún Umán (dpa) - Auf ihrem angestrebten Weg in die USA haben Migranten aus Mittelamerika an der guatemaltekischen Grenze zu Mexiko einen Zaun überwunden und die Grenze überquert.

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Die zunächst chaotische Situation sei unter Kontrolle, erklärte der Chef der mexikanischen Bundespolizei, Manelich Castilla, am Freitagabend (Ortszeit). Das Ziel, Gewalt an der Grenze zu vermeiden, sei erreicht worden, so Castilla. Lokale Medien berichteten vom Einsatz von Tränengas.

Die mexikanischen Behörden begannen nach eigenen Angaben, Flüchtlinge in Migrationszentren zu bringen. Dutzende Frauen und Kinder seien in Bussen in Unterkünfte gebracht worden, wo sie bleiben, bis ihre Papiere geprüft sind, teilte die Migrationsbehörde des Landes mit. Einige Migranten versuchten, die mexikanische Seite auf illegalem Wege zu erreichen. Sie sprangen von der Rodolfo-Robles-Grenzbrücke, um durch den Fluss Suchiate zu schwimmen.

Zuvor hatten sich an der Grenze in der Nähe der guatemaltekischen Stadt Tecún Umán tumultartige Szenen abgespielt. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie sich eine große Menschenmenge durch ein Tor an einem Grenzposten drückte. Weitere Menschen kletterten über die Grenzzäune. Wie viele Menschen die Grenze insgesamt überquerten, war zunächst nicht klar. Es wurde geschätzt, dass rund 5000 Migranten an dem Grenzübergang warteten.

US-Präsident Donald Trump forderte die Migranten zur Rückkehr auf. »Sie kommen nicht in dieses Land, sie können genausogut umdrehen«, sagte Trump am Freitag (Ortszeit) in Scottsdale im US-Bundesstaat Arizona. Der US-Präsident unterstellte, bei vielen der Migranten handele es sich um Straftäter. »Eine ziemlich große Prozentzahl dieser Menschen sind Kriminelle«, sagte Trump. Woher er diese Information haben will, sagte er nicht.

Auf die Frage einer Reporterin, ob er Beweise dafür habe, dass es sich bei vielen der Migranten um Kriminelle handele, sagte Trump: »Bitte seien Sie kein Baby.« Er fügte hinzu: »Das sind abgehärtete Kriminelle. Das sind harte, harte Menschen. Und ich will sie nicht in unserem Land haben.« Trump betonte die Notwendigkeit, die von ihm an der Grenze geplante Mauer zu bauen, die womöglich noch höher sein müsse als bislang gedacht.

Trump dankte Mexiko für die Versuche, die Migranten zu stoppen. »Wenn das nicht funktioniert, dann setzen wir das Militär ein«, sagte er. Bereits am Donnerstag hatte Trump von einem »Angriff auf unser Land« gesprochen und mit dem US-Militär gedroht, »um unsere Südgrenze zu schließen«. Im April hatte Trump die Nationalgarde - die zur Reserve der US-Streitkräfte gehört - an die mexikanische Grenze geschickt.

Trump betonte, er werde diesmal nicht die Nationalgarde, sondern die regulären Streitkräfte rufen. Ob das rechtmäßig wäre, ist unklar. Ein Bundesgesetz verbietet es den US-Streitkräften, als Polizeigewalt in den USA Recht und Gesetz durchzusetzen.

Die meisten der Flüchtlinge kommen aus Honduras, einige auch aus Guatemala und El Salvador. Die Menschen aus Mittelamerika benötigen formal ein Visum, um nach Mexiko zu gelangen. Ein solches dürften aber die wenigsten von ihnen haben. Eine weitere Möglichkeit wäre das Beantragen von Asyl - dieser Prozess kann aber bis zu drei Monaten in Anspruch nehmen.

Honduras' Präsident Juan Orlando Hernández bedankte sich auf Twitter bei seinem guatemaltekischen Kollegen Jimmy Morales und versprach Unterstützung für seine Landsleute. Er werde Hilfe für die schicken, die zurückkehren möchten, schrieb Hernández. Frauen, Kinder, Alte und Kranke könnten auch per Lufttransport in ihr Heimatland gebracht werden, so der Präsident.

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