weather-image
13°

Mehr als 29 Millionen Menschen leben weltweit wie Sklaven

0.0
0.0
Indische Ziegelsteinfabrik
Bildtext einblenden
Die meisten Sklaven leben in Indien, wie die Stiftung «Walk Free» berichtet: es sind 14 Millionen Menschen. Foto: Narendra Shrestha Foto: dpa
Junge Arbeitssklaven in Ghana
Bildtext einblenden
Kinder arbeiten am Volta-Stausee in Ghana für Fischer, denen sie von ihren mittellosen Eltern übergeben oder verkauft werden. Weltweit leben nach einer neuen Studie 29 Millionen Menschen unter Sklavenbedingungen. Foto: Tugela Ridley Foto: dpa
Tagelöhner
Bildtext einblenden
Indische Tagelöhner in ihrem Elendsquartier. Foto: Raminder Pal Singh Foto: dpa
Ausgebrannte Fabrikhalle
Bildtext einblenden
Ausgebrannte Fabrikhalle in Bangladesch: Immer wieder sterben Dutzende Textilarbeiter, weil ihnen die Fluchtwege in voller Absicht versperrt sind. Foto: Abir Abdullah Foto: dpa
Indischer Arbeiter
Bildtext einblenden
Ein indischer Tagelöhner ruht sich am Ufer des Ganges aus, nachdem er ein Boot entladen hat. Foto: Piyal Adhikary/Archiv Foto: dpa
Slum in Indien
Bildtext einblenden
Elendsquartier eines Tagelöhners im indischen Amritsar. Foto: Raminder Pal Singh/Archiv Foto: dpa
Kindersoldat
Bildtext einblenden
Auch eine Form moderner Sklaverei: Die Zahl der Kindersoldaten wird weltweit auf ungefähr 250 000 geschätzt. Badri Media Foto: epa Badri Media Foto: dpa
Arbeiten statt lernen
Bildtext einblenden
Ein philippinischer Junge sammelt Müll: Millionen Kinder auf der Welt gehen nicht zur Schule. Stattdessen müssen sie den ganzen Tag arbeiten. Foto: Francis R. Malasig/Archiv Foto: dpa

Sydney (dpa) - Mehr als 29 Millionen Menschen welweit müssen ihr Leben nach einer erschütternden Studie als Sklaven fristen. Am schlimmsten sei die Lage in Mauretanien, berichtet die neu gegründete australische Stiftung »Walk Free« am Donnerstag.


Das Land habe den höchsten Anteil von Sklaven gemessen an der Bevölkerung. In absoluten Zahlen lebten die meisten Sklaven in Indien: 14 Millionen Menschen.

Anzeige

Westliche Länder landen zwar im unteren Viertel des Sklavenindex. »Das heißt aber nicht, dass es in diesen Ländern keine Sklaven gibt«, heißt es in dem Bericht. Deutschland kommt auf Platz 136 von 162 Ländern. Hier sollen rund 10 000 Menschen wie Sklaven leben. Die Autoren räumen ein, dass sie nur durch mathematische Vergleiche mit anderen Ländern auf diese Zahl kommen. »Weil moderne Sklaverei ein verdecktes Verbrechen ist, liegen die wahren Zahlen wahrscheinlich höher«, heißt es. Ganz am Ende der Rangliste - also mit den wenigsten Problemen - liegen neun europäische Länder und Neuseeland.

»Moderne Sklaverei hat viele Formen«, heißt es weiter. »Menschenhandel, Zwangsarbeit, Schuldknechtschaft, erzwungene Heirat, Missbrauch von Kindern in bewaffneten Konflikten«, werden aufgezählt. »Opfern moderner Sklaverei ist die Freiheit versagt, und sie werden von anderen benutzt und kontrolliert, entweder für Geld, Sex oder wegen der Lust der Beherrschung.«

In Mauretanien sei die Sklaverei tief verwurzelt, schreiben die Autoren. Sklavenfamilien würden weitervererbt wie andere Besitztümer, und Kinder von Sklaven würden auch wieder Leibeigene. Auf den Plätzen 2 und 3 liegen Haiti und Pakistan. Nach absoluten Zahlen folgen hinter Indien mit großem Abstand China (3 Millionen) und Pakistan (2,1 Millionen). Nicht aus Asien oder Afrika kommt als einziges Land Russland unter die ersten Zehn, mit gut einer halben Million Sklaven.

Der australische Rohstoffmagnat Andrew Forrest hat die »Walk Free«-Stiftung nach Angaben einer Sprecherin mit eigenem Geld vor wenigen Monaten gegründet. Ihre Mission ist die Abschaffung der Sklaverei. Sie will ab jetzt jedes Jahr eine ähnlichen Bericht veröffentlichen. Hauptautor ist der amerikanische Anthropologe und Soziologe Kevin Bales, der seit Jahren zu Sklaverei forscht. Nach Angaben einer Stiftungssprecherin nahm »Walk Free« sein Datenmaterial sowie Informationen des UN-Kinderhilfswerks Unicef zur Verheiratung Minderjähriger und Angaben über Menschenhandel und rechnete daraus die Sklaven-Zahlen für einzelne Länder hoch.

Sklavenbericht

Facebook Traunsteiner Tagblatt