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Libysche Führung tauscht Milizenkommandeure aus

Parlamentspräsident Mohammed al-Magarief
Libyens Parlamentspräsident Mohammed al-Magarief bei einem Besuch in Bengasi. Foto: epa/str/Archiv Foto: dpa

Tripolis/Istanbul (dpa) - Die libysche Regierung legt sich mit den mächtigen Milizen in Bengasi an. Lokale Medien meldeten am Dienstag, das Verteidigungsministerium habe die Kommandeure der Brigade 17. Februar und der Brigade Rafallah al-Sahati entlassen und durch Offiziere der regulären Armee ersetzt.


Diese Entscheidung ist Teil eines gemeinsamen Plans der Übergangsregierung und der Armee, um die Macht der Milizen einzudämmen.

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Dies wird von der Bevölkerung schon lange gefordert. Nach der tödlichen Attacke auf das US-Konsulat in Bengasi Mitte September wuchs die Kritik an den Milizen. Parlamentspräsident Mohammed al-Magarief hatte am Sonntag erklärt, die Milizen hätten nun 48 Stunden Zeit, um ihre Waffen abzugeben oder unter das Dach der staatlichen Sicherheitsorgane zu schlüpfen.

Die junge libysche Demokratie hat noch Kinderkrankheiten. Eine Sitzung des Parlaments war am Montagabend in Tripolis unterbrochen worden, nachdem sich eine Gruppe verärgerter junger Männer Zugang zum Sitzungssaal verschafft hatte. Die libysche Nachrichtenagentur Al-Tadhamun berichtete, die Männer seien unbewaffnet gewesen. Sie hätten ihre persönlichen und beruflichen Anliegen aber so lautstark vorgetragen, dass eine Fortsetzung der Sitzung nicht möglich gewesen sei.