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Leichte Entspannung im Kampf gegen Dammbruch in Nordengland

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Hochleistungspumpen
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Mit rund 20 Hochleistungspumpen versuchen Arbeiter den Pegel in dem Reservoir weiter unter eine kritische Marke abzusenken. Foto: Danny Lawson/PA Wire Foto: dpa
Im Toddbrook Reservoir
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Rohre leiten Wasser aus dem Toddbrook Reservoir in der Nähe des Dorfes Whaley Bridge in Nordengland ab. Foto: Danny Lawson/PA Wire Foto: dpa
Drohender Dammbruch
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Arbeiter versuchen den Toddbrook Reservoir Damm in der Nähe des Dorfes Whaley Bridge, Derbyshire zu sichern. Foto: Danny Lawson/PA Wire Foto: dpa
Paletten mit Sandsäcken
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In einem dramatischen Wettlauf gegen die Zeit versuchen Helfer in dem Städtchen Whaley Bridge in Nordengland, einen drohenden Dammbruch zu verhindern. Foto: Peter Byrne/PA Wire Foto: dpa

Immer wieder gehen die Blicke rund um den beschädigten Staudamm in Nordengland zum Himmel. Hält sich das Wetter? Starke Regenfälle könnten alle Bemühungen der Einsatzkräfte zunichte machen.


Whaley Bridge (dpa) - Im Kampf gegen den drohenden Dammbruch in Nordengland hat sich die Lage etwas entspannt - Lebensgefahr besteht aber immer noch. Die Einsatzkräfte profitierten vom Wetter, das besser war als vorausgesagt.

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Die für Sonntag angekündigten schweren Gewitter blieben aus. Erst in der Nacht zum Montag regnete es leicht.

Mehr als 20 Hochleistungspumpen arbeiten in einem Wettlauf gegen Zeit und Wetter, um den Wasserstand im Toddbrook Reservoir um insgesamt acht Meter zu senken. Am Montag war etwa die Hälfte des Ziels erreicht. Wenn das Reservoir nur noch zu einem Viertel gefüllt ist, dürfen die Einwohner nach einem BBC-Bericht wieder in ihre Häuser.

Mehr als 1500 Einwohner des Städtchens Whaley Bridge südöstlich von Manchester waren in den vergangenen Tagen in Sicherheit gebracht worden. Weitere 55 Häuser mussten angesichts der schlechten Wetterprognose noch am Samstagabend evakuiert werden. Sollte der Damm brechen, würden vermutlich große Teile des Ortes zerstört werden.

Feuerwehrchef Terry McDermott berichtete, dass Experten mit Hilfe von Lasern den beschädigten Damm rund um die Uhr überwachen. Dabei seien bislang keine bedeutenden Abweichungen festgestellt worden. »Das beruhigt uns etwas.« Dennoch sei weiterhin große Vorsicht geboten.

Unverständnis äußerte die Polizei für etwa zwei Dutzend Menschen, die alle Warnungen in den Wind schrieben und sich am Montagnachmittag weiter in ihren Häusern aufhielten. »Wir haben die Gegend nicht ohne Grund evakuiert«, sagte die stellvertretende Polizeichefin Rachel Swann. Wer in der Gefahrenzone bleibe, riskiere sein Leben und das der Rettungsmannschaften. Um Plünderungen im 6500-Einwohner-Städtchen zu verhindern, setzt die Polizei auch eine Drohne ein.

Alle Betroffenen durften zunächst für kurze Zeit Haustiere, Medikamente und andere persönliche Gegenstände aus den Gebäuden holen. Am Sonntag wurde aber auch dies angesichts der Lebensgefahr verboten. »Ich konnte noch schnell den Hamster meiner Enkelin aus dem Haus bringen. Das ist wirklich eine beängstigende Situation hier«, sagte eine Anwohnerin am Montag der BBC.

Einsatzkräfte versuchten, auch die Struktur des beschädigten Bauwerks aus dem 19. Jahrhundert zu stützen. In der Grafschaft Derbyshire hatte es in den Tagen zuvor ungewöhnlich stark geregnet. Binnen 48 Stunden gab es so viel Niederschlag wie sonst in eineinhalb Monaten. Für den Fall des Dammbruchs wurden Rettungsboote bereitgestellt.

Premierminister Boris Johnson versuchte, den Einwohnern Mut zu machen. »Notfallhelfer, Ingenieure und Angehörige der Royal Air Force arbeiten rund um die Uhr, um den Damm zu reparieren«, sagte er bei seinem Besuch am Freitag. Am Montag sprach der Chef der oppositionellen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, den Anwohnern vor Ort Mut zu und lobte vor allem ihren Gemeinschaftsgeist.

Der Pegelstand des Flusses River Goyt könne schnell steigen, sollte Wasser aus dem Staudamm austreten, teilte die Umweltbehörde mit. Experten befürchteten, dass ein beschädigter Überlauf endgültig einbrechen und »massive Überflutungen« auslösen könne. Immerhin enthalte das um 1830 gebaute Reservoir normalerweise rund 1,3 Millionen Tonnen Wasser. Die jährliche Inspektion fand nach Angaben der Binnenwasser-Verwaltung im November statt.

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