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Lauterbach: Neuer Vorschlag für Organspende untauglich

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Nierentransplantation am Uniklinikum Leipzig
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Nierentransplantation am Uniklinikum Leipzig. Foto: Waltraud Grubitzsch Foto: dpa

Berlin (dpa) - Der Vize-Chef der SPD im Bundestag, Karl Lauterbach, hält nichts von dem neuen Vorschlag einer Gruppe von Abgeordneten zur Reform der Organspende.


Damit würde sich die Situation im Vergleich zur geltenden Regelung nicht wesentlich verbessern, sagte er der »Passauer Neuen Presse«. Die Zahl der Spender würde durch die vorgeschlagene Zustimmungslösung zwar wohl steigen, aber nicht so stark wie nötig. »Derzeit zeigen sich rund 86 Prozent der Menschen in Umfragen bereit für eine Organspende, aber nur ein Drittel hat auch einen Spenderausweis. Diese riesige Lücke wird dieses Modell nie schließen können«, kritisierte er.

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Nach den Plänen der Gruppe um die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock und Linke-Chefin Katja Kipping sollen alle Bürger mindestens alle zehn Jahre beim Ausweisabholen auf das Thema Organspende angesprochen werden. Die Parlamentarier stellten am Montag einen Gesetzentwurf vor, der dafür ein neues bundesweites Online-Register vorsieht. Dort soll man seine Entscheidung für oder gegen eine Organspende nach dem Tod eintragen und auch ändern können. Außerdem sollen Hausärzte bei Bedarf alle zwei Jahre über Organspenden informieren.

Lauterbach sagte, das vorgeschlagene Verfahren bei der Ausweis-Beantragung sei unpassend. »Behörden sind nicht der richtige Ort, um über solche existenziellen Fragen zu entscheiden. Die Frage, sich zu entscheiden, kommt zur Unzeit. Wer sein Portemonnaie mit Ausweispapieren verloren hat, denkt über vieles nach, aber nicht über Organspende«.

Gesezentwurf der Gruppe um Baerbock/Kipping

Gesetzentwurf der Gruppe um Spahn/Lauterbach

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