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KZ-Überlebende erinnern zum Jahrestag der Befreiung an Auschwitz

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Gedenkfeier
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Gedenken im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Foto: Andrzej Grygiel Foto: dpa
Gedenkstunde im Bundestag
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Bundespräsident Gauck spricht im Bundestag. Auch Auschwitz-Überlebende nahmen an der Gedenkstunde teil. Foto: Wolfgang Kumm Foto: dpa
«Arbeit macht frei»
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«Arbeit macht frei» steht über dem Eingang zum Lager - eine zynische Parole: In Auschwitz wurden mehr als 1,1 Millionen Menschen ermordet. Foto: Eva Krafczyk Foto: dpa
Auschwitz-Birkenau
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In dem NS-Vernichtungslager waren mehr als 1,1 Millionen Menschen ermordet worden. Foto: Rolf Vennenbernd Foto: dpa
Holocaust-Mahnmal in Berlin
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Blumen liegen auf einer Stele des Holocaust-Mahnmals in Berlin. Vor 70 Jahren befreite die Sowjetarmee das NS-Vernichtungslager Auschwitz. Foto: Bernd von Jutrczenka Foto: dpa
Gedenken
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Bundespräsident Gauck (l-r), Bundeskanzlerin Merkel und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Voßkuhle, während der Gedenkstunde des Bundestages. Foto: Wolfgang Kumm Foto: dpa
Hier wurden die Gefangenen entladen
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Hier wurden die Gefangenen entladen, im Hintergrund sieht man den Eingang zum Lager. Foto: Auschwitz-Birkenau State Museum/Pawel Sawicki Foto: dpa
Auschwitz-Birkenau
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70 Jahre nach der Befreiung durch die sowjetische Armee wird im ehemaligen NS-Vernichtungslager Auschwitz der Opfer des Holocaust gedacht. Foto: Rolf Vennenbernd Foto: dpa
Gedenkfeier in Oswiecim
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Auschwitz-Überlebende nehmen an einer Gedenkfeier zum 70. Jahrestag der lagerbefreiung im polnischen Oswiecim teil. Foto: Rolf Vennenbernd Foto: dpa
Blick in die Baracken
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Blick in die Baracken des ehemaligen Vernichtungslagers: Die Menschen wurden hier unter elenden Bedingungen eingepfercht. Foto: Auschwitz-Birkenau State Museum/Pawel Sawicki Foto: dpa
Auschwitz-Birkenau
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Wachturm in Auschwitz-Birkenau. Foto: Rolf Vennenbernd Foto: dpa
Steven Spielberg
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Auch US-Regisseur Steven Spielberg besuchte die Gedenkfeier in Oswiecim. Foto: Andrzej Grygiel Foto: dpa
Joachim Gauck
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Bundespräsident Joachim Gauck: «Die Erinnerung an den Holocaust bleibt eine Sache aller Bürger, die in Deutschland leben.» Foto: Wolfgang Kumm Foto: dpa
Überlebende des Holocausts
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Überlebende des Holocausts stehen vor dem Konzentrationslager Auschwitz. Foto: Rolf Vennenbernd Foto: dpa

Auschwitz/Berlin (dpa) - 70 Jahre nach der Befreiung des deutschen Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau haben Überlebende des Holocaust zum Kampf gegen Intoleranz, Gleichgültigkeit und Antisemitismus aufgerufen. «Wir alle müssen uns erinnern», sagte der Auschwitz-Häftling Roman Kent.


Vor fast 50 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt, unter ihnen Bundespräsident Joachim Gauck und Frankreichs Präsident François Hollande, fügte Kent hinzu: «Wenn ich könnte, würde ich ein elftes Gebot verfügen: Du sollst kein unbeteiligter Zuschauer sein.»

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Der polnische Präsident Bronislaw Komorowski, der als einziger Politiker sprach, sagte vor mehr als 300 Überlebenden, Auschwitz sei eine «Hölle von Hass und Gewalt» gewesen.

Auschwitz war das größte der nationalsozialistischen Vernichtungslager, in dem während des Zweiten Weltkriegs mindestens 1,1 Millionen Menschen ermordet wurden. Die allermeisten Opfer in Auschwitz waren Juden. Aber auch Sinti und Roma, sowjetische Kriegsgefangene, Polen, Homosexuelle und politische Häftlinge wurden getötet. Soldaten der Roten Armee befreiten das Lager und die rund 7500 noch lebenden Häftlinge am 27. Januar 1945.

Kent sagte, Überlebende wie er könnten das in Auschwitz Geschehen niemals vergessen. ««Die Schreie der ermordeten Kinder klingen in meinen Ohren, bis ich sterbe.» Weiter sagte er: «Wenn Sie, die Führer der Welt, sich erinnern, dann wird anderes Unrecht wie in Darfur, Biafra, Kosovo keinen Platz auf der Erde mehr haben.» Wir alle müssten unsere Kinder Toleranz und Verständnis lehren, forderte Kent, dem stellenweise die Stimme versagte.

US-Präsident Barack Obama warnte vor wachsendem Antisemitismus. Dabei verwies er auf die jüngsten Terrorangriffe in Paris, bei denen auch Juden getötet wurden. Die Morde mahnten schmerzhaft zur Verpflichtung, Antisemitismus in all seinen Formen zu bekämpfen. Dazu gehöre auch eine «Trivialisierung des Holocausts».

Papst Franziskus schrieb: «Auschwitz schreit den Schmerz unermesslichen Leids hinaus - und ruft nach einer Zukunft in Respekt, Frieden und der Begegnung der Völker.»

Bundespräsident Joachim Gauck sagte, Deutschland stehe 70 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz in der moralischen Pflicht zum Schutz von Flüchtlingen und Menschenrechten. «Es gibt keine deutsche Identität ohne Auschwitz», sagte Gauck in einer Sondersitzung des Bundestages. Aus dem Erinnern an das Menschheitsverbrechen des millionenfachen Mordes an Juden ergebe sich ein Auftrag. «Er sagt uns: Schützt und bewahrt die Mitmenschlichkeit. Schützt und bewahrt die Rechte eines jeden Menschen.» Die Deutschen müssten sich «jeder Art von Ausgrenzung und Gewalt entgegenstellen, und jenen, die vor Verfolgung, Krieg und Terror zu uns flüchten, eine sichere Heimstätte bieten». 

Der russische Präsident Wladimir Putin, der in Auschwitz nicht dabei war, zündete bei einer Gedenkfeier im Jüdischen Museum in Moskau mit Oberrabbiner Berel Lazar schwarze Kerzen an. Putin würdigte dabei auch den großen Beitrag des jüdischen Volkes im Kampf gegen den Faschismus. Eine halbe Million Juden hätten in der Roten Armee gekämpft, fast 200 000 seien gefallen.

In Russland gab es zum Teil empörte Reaktionen, dass Putin als Vertreter der Befreier nicht explizit als Ehrengast zum Gedenken in Auschwitz eingeladen worden war. Die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, die die Feier organisierte, hatte keine Staats- und Regierungschefs eingeladen. Es sei jedem freigestellt, zu kommen, hieß es. Offizielle Einladungen habe Polen an niemanden verschickt.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warnte bei einer Gedenkfeier im Holocaust-Museum Yad Vashem potenzielle Angreifer auf den Staat Israel vor Vergeltung. «Diejenigen, die mit Feuer spielen, werden Feuer fangen», sagte Netanjahu israelischen Medien zufolge.

In Prag ging das vierte Welt-Holocaust-Forum mit Appellen gegen Judenfeindlichkeit und Extremismus zu Ende. In Großbritannien stand das Gedenken unter dem Motto «Die Erinnerung am Leben halten». Die UN-Gedenkveranstaltung mit dem israelischen Präsidenten Reuven Rivlin wurde aus Furcht vor einem Schneesturm in New York verschoben.

Deutsches Historisches Museum zum NS-Völkermord

Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau

Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem zu Vernichtungslagern

Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem zu Auschwitz-Birkenau

UN-Beschluss zum internationalen Holocaust-Gedenktag

Erklärung des Bundespräsidenten von 1996 zum Gedenktag für NS-Opfer

Gedenkrede von Bundespräsident Joachim Gauck im Bundestag