Explosionen in Treibstofflager in Kuba
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Ein mit Wasser beladener Hubschrauber fliegt über die Supertanker-Basis Matanzas, von der dunkler Rauch und Flammen aufsteigen, während Feuerwehrleute versuchen, den Brand zu löschen. Foto: dpa

Brände und Explosionen in Treibstofflager auf Kuba

Matanzas (dpa) - Lichterloh brennt es in der Bucht von Matanzas. Die Feuerwehr bekommt die Brände in dem Treibstofflager nicht unter Kontrolle. Das Feuer verschlingt wichtige Energiereserven der armen Karibikinsel.


Nach einer Reihe von Explosionen in einem Treibstofflager im Norden von Kuba kämpfen die Einsatzkräfte immer noch gegen die Flammen.

»Die Feuerwehrleute setzen ihren Kampf gegen das heftige Feuer fort«, teilte das Präsidialamt am Sonntag mit. »Heute ist ein entscheidender Tag in dieser Schlacht für das Leben.« Unterdessen trafen Spezialisten aus Mexiko und Venezuela auf der Karibikinsel ein, um die Einsatzkräfte bei den Löscharbeiten zu unterstützen.

Am Freitagabend hatte ein Blitz während eines Gewitters einen Treibstofftank im Hafen von Matanzas zur Explosion gebracht. Später griff das Feuer auf andere Teile der Anlage über und brachte weitere Tanks auf dem Areal zur Explosion. Mindestens eine Person kam bei dem Unglück ums Leben.

Zwischenzeitlich wurden mehr als 120 Menschen im Krankenhaus versorgt. Am Sonntag wurden noch 24 Patienten stationär behandelt, wie die kubanische Regierung mitteilte. Acht der Opfer befanden sich in einem kritischen Zustand. Präsident Díaz-Canel machte sich vor Ort ein Bild von der Lage und besuchte die Opfer im Krankenhaus.

Der Hafenbetrieb in Matanzas wurde vorübergehend eingestellt. Die Behörden leiteten die Schiffe in andere Häfen um. Nach Angaben der Provinzregierung wurden rund 800 Menschen aus anliegenden Wohngebieten in Sicherheit gebracht. Mindestens 17 Menschen, die in der Nähe der Tanks gearbeitet hatten, wurden noch immer vermisst. Aufgrund der hohen Temperaturen konnten die Einsatzkräfte zunächst nicht weiter vordringen, um nach den Vermissten zu suchen.

Kuba leidet unter einer schweren Wirtschaftskrise und großen Problemen bei der Energieversorgung. Zuletzt kam es auf der sozialistischen Karibikinsel immer wieder zu Stromausfällen. Die von dem Feuer betroffenen Tanks enthielten kubanisches Rohöl und importiertes Schweröl, das vor allem zur Stromerzeugung verwendet wird. Die ständigen Stromausfälle waren ein Auslöser der Anti-Regierungsproteste in Kuba vor einem Jahr.

Auch am Sonntag waren wieder mehrere thermoelektrische Kraftwerke in Kuba außer Betrieb. Das Stromdefizit betrage 780 Megawatt, wie die Regierung mitteilte.

Bericht Granma

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© dpa-infocom, dpa:220806-99-298800/4

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