weather-image
29°

Klopp und Liverpool schaffen Fußball-Wunder gegen Barcelona

0.0
0.0
Aufholjagd
Bildtext einblenden
Der FC Liverpool steht nach dem beeindruckenden 4:0 gegen FC Barcelona im Finale der Champions League. Foto: Peter Byrne/PA Wire Foto: dpa
Autorität
Bildtext einblenden
Schiedsrichter Cuneyt Cakir ermahnt Lionel Messi (2.v.l.). Foto: Peter Byrne/PA Wire Foto: dpa
1:0
Bildtext einblenden
Divock Origi trifft zum 1:0 für den FC Liverpool. Foto: Peter Byrne/PA Wire Foto: dpa
Jürgen Klopp
Bildtext einblenden
An der Seitenlinie fieberte Liverpool-Trainer Jürgen Klopp mit. Foto: Peter Byrne/PA Wire Foto: dpa
2:0
Bildtext einblenden
Georginio Wijnaldum (l) möchte nach seinem Treffer zum 2:0 schnell den Ball von Marc-André ter Stegen haben. Foto: Peter Byrne/PA Wire Foto: dpa
Doppelschlag
Bildtext einblenden
Kurz darauf köpft Wijnaldum (M.) das 3:0. Foto: Dave Thompson/AP Foto: dpa
Abwehrarbeit
Bildtext einblenden
Virgil van Dijk (l) ist nah an Barcelonas Superstar Lionel Messi dran. Foto: Peter Byrne/PA Wire Foto: dpa
Entscheidung
Bildtext einblenden
Das 4:0 für die Hausherren besorgte wieder der Belgier Origi (M.) nach einer schnellen Ecke. Foto: Peter Byrne/PA Wire Foto: dpa
Jubel
Bildtext einblenden
Am Ende feierten Liverpools Spieler mit ihren Fans den Finaleinzug. Foto: Dave Thompson/AP Foto: dpa

Was für eine spektakuläre Aufholjagd des FC Liverpool! Die Elf von Trainer Jürgen Klopp fertigt den FC Barcelona mit 4:0 ab und steht wie im Vorjahr im Finale. Jetzt winkt der erste Triumph in der Königsklasse seit 2005.


Liverpool (dpa) - Jürgen Klopp fiel jedem seiner Helden in die Arme, der verletzte Mohamed Salah sprang ausgelassen über den Rasen und im Kult-Tempel in Anfield erklang die Hymne »You'll never walk alone«.

Anzeige

Es waren Momente für die Ewigkeit, die Klopp und Co. in dieser so magischen Nacht erlebten, nachdem der FC Liverpool das Fußball-Wunder tatsächlich geschafft und den haushohen Favoriten FC Barcelona aus allen Endspiel-Träumen gerissen hatte. Die Reds feierten nach einer grandiosen Aufholjagd im Halbfinal-Rückspiel der Champions League ein 4:0 (1:0) gegen die Katalanen und machten damit das 0:3 aus dem Hinspiel vor sechs Tagen wett. Die Klopp-Elf steht wie im Vorjahr im Finale und hat den ersten Liverpooler Königsklassen-Titel seit 2005 im Visier. Im Finale trifft der Premier-League-Zweite am 1. Juni in Madrid entweder auf Ajax Amsterdam oder Tottenham Hotspur (Hinspiel: 1:0).

»Das sind Mentalitäts-Giganten. Das ist verrückt. Ich hoffe, dass ich mich in 50 Jahren daran noch erinnern kann. Das ist eine außergewöhnliche Nacht, das haut dich um. Die Jungs haben es gemacht«, schwärmte Klopp und fügte hinzu: »Wir hatten nach dem Spiel in Barcelona schon das Gefühl, dass noch was drin ist. An die Chance habe ich geglaubt. Nicht daran, dass es klappt.«

Je zweimal der Ex-Wolfsburger Divock Origi (7. und 79.) und der eingewechselte Georginio Wijnaldum (54. und 56.) sorgten mit ihren Treffern für ein Tollhaus in Liverpool. Wieder einmal hat das legendäre Stadion in Anfield eine dieser magischen Europacup-Abende erlebt. So könnte sich für Klopp doch der Traum vom ersten Titel mit Liverpool erfüllen. Denn in der Meisterschaft hat Manchester City einen Spieltag vor Saisonende mit einem Punkt Vorsprung die besseren Karten.

»Unglaublich, das ist schwer in Worte zu fassen. Es war ein unglaublicher Abend. Das ist einer der schönsten Momente in meiner Karriere. Dies wird in Erinnerung bleiben«, sagte Matchwinner Origi und Kapitän Jordan Henderson fügte hinzu: »Der Glaube in unserer Kabine ist großartig. Wir wussten, dass wir etwas Spezielles erreichen können. Das ist eine besondere Nacht.« Auch Andrew Robertson konnte es kaum fassen: »Die Leute haben uns abgeschrieben, aber wir haben an uns geglaubt.«

Barca mit Torhüter Marc-André ter Stegen verpassten dagegen den schon sicher geglaubten ersten Endspiel-Einzug seit dem Titelgewinn 2015. Auch den Traum vom Triple kann die bereits als spanischer Meister feststehende Mannschaft von Ernesto Valverde abschreiben. Entsprechend frustriert schlich Superstar Lionel Messi, der Held aus dem Hinspiel, vom Rasen.

»Wenn wir volles Risiko gehen, ist das Spiel nach fünf Minuten entschieden«, hatte Klopp seine Mannschaft gewarnt. Und doch legte der Premier-League-Zweite einen furiosen Start hin. Angetrieben von der stimmungsvollen Kulisse sorgte Xherdan Shaqiri bereits nach 50 Sekunden erstmals für Gefahr. Und nur sechs Minuten später war es auch schon passiert: Nach einem schlimmen Fehler von Jordi Alba scheiterte Henderson erst an ter Stegen, den Nachschuss drückte aber Origi ins Tor.

Origi und Shaqiri durften von Beginn an auflaufen, weil die verletzten Stars Mohamed Salah und Roberto Firmino nicht zur Verfügung standen. Insbesondere der Ägypter, der am Samstag in Newcastle eine Kopfverletzung erlitt, wurde schmerzlich vermisst. Salah saß auf der Tribüne, sein T-Shirt trug die Aufschrift: »Never give up.« In dieser Phase spielte Liverpool wie aufgedreht, Fabinho lieferte sich gar mit Ex-Liverpool-Torjäger Luis Suarez eine Privatfehde.

Die Spanier benötigten gut zehn Minuten, ehe sie im Spiel waren. Dann herrschte höchste Alarmstufe bei den Engländern. So musste Alisson dreimal gegen Lionel Messi (14.), Philippe Coutinho (18.) und Alba (45.+3) retten. Messi, der das Hinspiel mit zwei Toren fast alleine entschied, wurde teilweise von drei Gegenspielern attackiert. Die Spanier verstanden es bis zum Pausenpfiff, Liverpool vom eigenen Tor fernzuhalten. Mehr als ein Schuss von Robertson (23.) brachte die Klopp-Elf nicht mehr zustande.

Die zweite Halbzeit begann wie die erste. Liverpool erhöhte das Tempo und hatte durch Abwehrchef Virgil van Dijk die Chance zum zweiten Tor (51.). Im Gegenzug bewahrte erneut Alisson die Reds bei einer Riesenchance von Suarez vor dem Ende aller Träume (51.). Die vergebene Chance des Uruguayers sollte sich rächen. Nach einem Fehler des Ex-Schalkers Ivan Rakitic brachte Trent Alexander-Arnold den zur Pause eingewechselte Wijnaldum in Szene, der zum 2:0 traf. Und nur zwei Minuten später war der Niederländer per Kopf erfolgreich.

Die Uhr stand wieder auf Null und Barca hatte große Mühe, zurück ins Spiel zu finden. Auch die magischen Momente von Messi blieben aus. Ein Freistoß landete in der Mauer (66.) und dann war da noch Alisson, der den Argentinier stoppte (68.). Schon im vergangenen Jahr hatte der Brasilianer mit dem italienischen Club AS Rom einen Drei-Tore-Rückstand gegen Barcelona aufgeholt.

Als es so langsam in Richtung Verlängerung ging, leistete sich Barca einen folgenschweren Fauxpas. Bei einer schnell ausgeführten Ecke befanden sich die Katalanen offenbar im Tiefschlaf, Origi schaltete blitzschnell und traf zum 4:0. Messi schaute nur noch entgeistert, während ganz Liverpool Kopf stand. »Das war eine Idee von Trent Alexander-Arnold, 20 Jahre alt - was für ein Kerl!, meinte Klopp.

Website FC Barcelona

Website FC Liverpool

Spieldaten auf der UEFA-Homepage