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Klimaschutz: Lindner zieht Parallelen zur Flüchtlingsdebatte

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Christian Lindner
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«Ich wage die Vorhersage, dass die Diskussion über den Klimaschutz in drei Jahren ganz anders geführt wird, falls 400.000 Leute aus der Automobilindustrie entlassen werden müssen», sagt Christian Lindner. Foto: Bernd von Jutrczenka Foto: dpa

Berlin (dpa) - FDP-Chef Christian Lindner hat davor gewarnt, bei der »Fridays for Future«-Bewegung die gleichen Fehler wie bei der Flüchtlingsdebatte zu machen.


»Im Sommer 2015 gab es die Kampagne Refugees welcome (Flüchtlinge willkommen) und eine sehr emotional geführte Debatte über die richtige Flüchtlingspolitik«, sagte er bei einem Gespräch mit Schülern, das der »Kölner Stadt-Anzeiger« und die »Rheinische Post« organisiert hatten. »Das sollten wir in der Klimapolitik nicht wiederholen.«

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Heute sehe man in der Flüchtlingsdebatte alles viel nüchterner und differenzierter. »Ich wage die Vorhersage, dass die Diskussion über den Klimaschutz in drei Jahren ganz anders geführt wird, falls 400.000 Leute aus der Automobilindustrie entlassen werden müssen.«

Dem »Spiegel« zufolge gibt es in der FDP vor dem Bundesparteitag in der kommenden Woche eine Diskussion über den Umgang mit den Klimaprotesten der Schüler. Auslöser sei die Aussage Lindners gewesen, Klimaschutz sei eine Sache für Profis. »Sympathie entsteht auch durch ökologische und soziale Sensibilität«, zitiert das Nachrichtenmagazin die ehemalige FDP-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. »Die tolle Jugendbewegung für Klima und Umwelt sollten wir unterstützen und mit ihr ins Gespräch kommen.«

Die stellvertretende Parteivorsitzende Marie-Agnes Strack-Zimmermann sagte nach »Spiegel«-Angaben, dass die FDP in den Jahren 2009 bis 2013 durch falsche Intonation das Vorurteil bedient habe, die Liberalen seien herzlos und kalt. »Dieses Image ist nach wie vor präsent. Deshalb müssen wir in unserer Kommunikation besonders sensibel sein.«

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) lobte unterdessen die Lehrer wegen ihres umsichtigen Umgangs mit den Freitags-Demonstrationen. »Nach meinem Eindruck haben die meisten Lehrer sehr klug reagiert«, sagte Schäuble der »Neuen Osnabrücker Zeitung« (Samstag). »Es war klug, dass die meisten Pädagogen sich zurückhielten und den Unterrichtsstoff nachholen. Denn Dramatik hilft hier gar nichts.« Auf Dauer könne der Freitag aber nicht zum Demo-Tag werden. Wenn der Tabubruch zur Regel werde, erschöpfe sich der Effekt. »In ein paar Wochen wird sich da ein Modus finden.«