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Kein Eklat von Ahmadinedschad vor UN-Vollversammlung

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Mahmud Ahmadinedschad
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Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad spricht bei der UN-Vollversammlung. Foto: Jason Szenes Foto: dpa

New York (dpa) - Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat bei seiner mit Spannung erwarteten Rede vor der UN-Vollversammlung den Westen und Israel für Missstände in der Welt verantwortlich gemacht.


Allerdings kam es am Mittwoch nicht zu dem von Beobachtern erwarteten Eklat, weil Ahmadinedschad in New York auf wüste antisemitische oder antiwestliche Ausfälle und Beschimpfungen verzichtete.

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Wettrüsten und die Einschüchterung durch Atomwaffen und Massenvernichtungswaffen seien vorherrschend, sagte Ahmadinedschad während seiner halbstündigen Rede in New York. Israel warf er vor, sein Land direkt zu bedrohen: »Die ständige Bedrohung unserer großen Nation durch die unzivilisierten Zionisten (Israel) ist ein klares Beispiel dieser bitteren Realität.«

Israel hat im Atomstreit mit dem Iran indirekt mit einem Militärschlag gegen iranische Nuklearanlagen gedroht. Der Westen und Israel verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms Atomwaffen zu entwickeln. Die Führung in Teheran bestreitet das.

Anders als bei früheren öffentlichen Auftritten verzichtete Ahmadinedschad auf antisemitische Ausfälle, die Leugnung des Holocausts oder den Vorwurf, die USA hätten die Terroranschläge vom 11. September 2001 selbst inszeniert. Auf den Bürgerkrieg in Syrien ging er nicht ein. Der Iran ist Verbündeter von Syriens Machthaber Baschar al-Assad.

Ahmadinedschads vorerst letzte Rede vor der UN-Vollversammlung war moderater als seine Reden in den sieben Jahren zuvor. Dennoch waren die Delegationen der USA und Israels erst gar nicht im Plenarsaal erschienen. Die diplomatischen Vertreter der EU-Staaten blieben diesmal bis zuletzt auf ihren Plätzen. Die meisten Länder waren nur mit Vertretern unterhalb der Botschafterebene erschienen.

Ahmadinedschad beklagte in den 32 Minuten Redezeit - 15 waren erlaubt - den Zustand der Welt, die unter Hochrüstung, Arroganz und Armut leide. Er plädierte für eine neue, gerechte Weltordnung, in der jedermann gleich sei.

»Ich glaube nicht, dass Muslime, Christen, Juden, Hindus, Buddhisten und andere irgendwelche Probleme miteinander haben oder sich feindlich gegenüberstehen«, sagte Ahmadinedschad. »Sie können friedlich nebeneinander bestehen und in einer Atmosphäre von Frieden und Freundschaft leben. Sie alle sind der Sache der Gerechtigkeit, Reinheit und Liebe ergeben.«

Ahmadinedschad darf nach zwei Amtszeiten bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr nicht mehr kandidieren. Allerdings hat er ein politisches Comeback bei der Wahl im Jahr 2017 nicht ausgeschlossen.

Rede Ahmadinedschads

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