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Israel beschließt Haftverschärfung für Hamas-Mitglieder

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Verwüstung
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Vor allem im Bereich der Stadt Nablus im nördlichen Teil des Palästinensergebiets sind mehr als 40 Verdächtige festgenommen worden. Bei den Verhaftungen kam es zu Ausschreitungen. Foto: Alaa Badarneh Foto: dpa
Suchaktion
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Die israelische Armee nennt die Suche nach den Vermissten Operation «Bruders Hüter». Foto: Abed Al Hashlamoun Foto: dpa

Jerusalem (dpa) - Nach der Entführung von drei jüdischen Jugendlichen im Westjordanland geht Israel massiv gegen die Hamas vor. Die Regierung beschloss eine Verschärfung der Haftbedingungen für Aktivisten der radikalislamischen Palästinenserorganisation.


Details wurden nicht genannt. Israels Armee hat bei Razzien nach dem Verschwinden der Religionsschüler im Alter von 16 bis 19 Jahren bereits rund 200 Palästinenser festgenommen.

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Der engste Ministerkreis um Regierungschef Benjamin Netanjahu habe sich bei einer Dringlichkeitssitzung auch für eine Verstärkung des militärischen Drucks auf die Hamas ausgesprochen, berichteten israelische Medien.

Wirtschaftsminister Naftali Bennett von der Siedlerpartei sagte dem Armeesender vor der Sitzung, Israel werde die Mitgliedschaft in der Hamas in eine «Fahrkarte zur Hölle» verwandeln. Israel sieht Hamas als verantwortlich für die Entführung, obwohl sich noch keine Palästinenserorganisation dazu bekannt hat.

Das Sicherheitskabinett beriet auch über eine Verbannung von Hamas-Mitgliedern aus dem Westjordanland in den Gazastreifen, wie ein israelischer Repräsentant bestätigte. Das Militär hat die Festnahmen von Hamas-Aktivisten inzwischen auch auf die Stadt Nablus im nördlichen Teil des Westjordanlands ausgeweitet. Dort seien mehr als 40 Verdächtige festgenommen worden, teilte die Armee am Dienstag mit. Zuvor waren vor allem in der Gegend von Hebron, wo die Kidnapper vermutet werden, Hamas-Mitglieder festgenommen worden.

Israels politische Führung und Armee stellen sich auf einen langwierigen Einsatz ein. Die palästinensische Menschenrechtsorganisation Addameer verurteilte die Razzien als «kollektive Bestrafung des palästinensischen Volkes». Unter den Festgenommenen seien auch 18 Abgeordnete, teilte die Organisation am Dienstag mit. Nach palästinensischen Angaben wurden bei Konfrontationen und Festnahmen seit Freitag ein Mensch getötet und rund zehn verletzt, darunter auch ein Kind.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton verurteilte die Entführung am Dienstag scharf und rief zu einer sofortigen Freilassung der drei Schüler auf. «Solche Taten können nur die internationalen Bemühungen um eine Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen untergraben», sagte Ashton. Sie rief die Sicherheitskräfte Israels und der Palästinenser dazu auf, zum Wohl der Entführten zusammenzuarbeiten.

Die israelische Luftwaffe flog als Reaktion auf Beschuss aus dem Gazastreifen erneut Angriffe in dem Gebiet am Mittelmeer. Ziele seien unter anderem zwei Waffenlager gewesen, teilte ein Armeesprecher mit. Nach Angaben von Vertretern der Sicherheitsbehörden im Gazastreifen wurden auch zwei Übungsgelände der Hamas bombardiert.

Israelische Armee bei Twitter

Stellungnahme von Ashton

Stellungnahme von Addameer